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Von der Schwäz geheiligt

Was tut eigentlich ein Landtagspräsident?

Der Liebling der Schwäz: Guido Wolf.

(tutut). Für die Schwäbische Zeitung ist er der Größte. Der kann machen, was er will. Ob er Narren etwas vordichtet, oder Bürgermeister in Aufruhr versetzt und auch sonst irgendwie gegen die Regierung wettert: Immer ist der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Wolf, Ex-Landrat von Tuttlingen, für die Schwäz der Landtagspräsident.
Von der Hinterbank im Landtag als unbeschriebenes Blatt unerwartet auf den Präsidentensitz geweht, hat ihn die Schwäz als Hausheiligen adoptiert. Ihm scheint's zu gefallen, uneitel ist der Wolf in seinem Revier ja nicht. Er hat zwar seine Schanze in Tuttlingen verloren, und was er in Stuttgart tut oder nicht tut, geht niemand was an. Interessiert ja auch niemand. Denn während nun die sieben Geißlein regieren, kann der Wolf dort nicht einmal reagieren. Das macht er mit den Schwäzhofschreibern daheim, in der Hoffnung, dass es in Stuttgart niemand erfährt.
Denn des Landtagspräsidenten Aufgabe ist eine ganze andere, viel unbedeutendere, als sein Magenblatt den Lesern vorzumachen versucht. Was ist eigentlich ein Landtagspräsident? Da stellen wir uns nicht so dumm wie die Schwäz, sondern lassen den Landtag antworten:
"Die für die Öffentlichkeit wichtigste Aufgabe des Präsidenten ist es, die Landtagssitzungen zu leiten. Im Plenum steht dem Präsidenten oder den Stellvertretern die Ordnungsgewalt zu - Symbol hierfür ist die Glocke. Mögliche Ordnungsmaßnahmen gegenüber Abgeordneten sind Ordnungsrufe, Wortentziehung oder sogar Ausschluss von Sitzungen. Das Ordnungsrecht des Landtagspräsidenten erstreckt sich auch auf die Zuschauerränge: Beifall oder laute Äußerungen sind nicht erlaubt. Wer das missachtet, kann aus dem Saal gewiesen werden.Der Landtagspräsident hat sein Amt unparteiisch zu führen. Beim Leiten der Sitzungen helfen ihm zwei Schriftführer. Ihr Platz ist rechts und links neben dem Präsidenten". Hinzuzufügen ist noch, dass  der Präsident im Benehmen mit den Vizepräsidenten die Dienstaufsicht über die Bediensteten des Landtags führt.
Wolf ist zwar der Zweithöchste in Baden-Württemberg, aber was bedeutet dies schon angesichts eines Christian Wulff, welcher sogar der Höchste in ganz Deutschland war. Als kleiner oder großer Grüßaugust sind sie unterwegs. Wenn Wolf die Amtsbeschreibung kennt, dann weiß er, dass die Berichterstattung in der Schwäz über ihn meistens falsch ist. Denn als Landtagspräsident ist er gewiss nicht auf jedem Heckenfest im Wahlkreis unterwegs.
Da er gegen diese Berichterstattung nichts unternimmt, weiß er entweder nicht, dass er unparteiisch aufzutreten hat, oder er weiß es. In beiden Fällen aber hat er ein Problem. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Regierung oder Landtag auf diese eigensinnigen parteiischen Auftritte Wolfs, stets von der Schwäz protokolliert, reagiert.

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