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Von der Spitze ins untere Mittelmaß

Deutschland: Schuld ohne Sühne und Schamgefühl

(www.conservo.wordpress.com)

Von Dieter Farwick, BrigGen a.D. und Publizist

Sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft mehren sich in Deutschland die Beispiele, die den Ruf von Spitzenpolitikern und Wirtschaftsbossen schwer beschädigen – und in Folge das Ansehen Deutschlands.

In beiden Gruppen werden der staunenden Öffentlichkeit Verhaltensweisen vorgeführt, die keinen Ehrenkodex erkennen lassen.

Es wird viel von Verantwortung geredet, mit der auch höhere Gehälter und Privilegien begründet werden. Wenn es jedoch zum „ Schwur“ kommt, ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, nicht zu erkennen.

Schuld haben immer andere.....

Die Bilanz von 15 Jahren Regierung Merkel

Zwei Projekte stehen im Vordergrund: Der Migrationspakt, den Merkel über Jahre vehement betrieben hat. Nach neuesten Fakten gibt es auf der Welt rd. 80 Millionen Flüchtlinge – in der Größenordnung der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Die weltweite Pandemie mit Reise- und Einwanderungsbeschränkungen wird die „Freizügigkeit“ erst nach dem Abflauen der Pandemie oder nach deren Ende wahrnehmen können, aber Millionen werden Europa zum Ziel haben – besonders das politisch und sozial „offene“ Deutschland.

Diese Welle wird die zu erwartenden Verteilungskämpfe verstärken – um bezahlbaren Wohnraum, um Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich oder um Lehrstellen und Erstanstellungen für Studierende.

Vielleicht muss sogar die Wahlfreiheit eines Studiums eingeschränkt werden. Im Vordergrund muss bei der Vergabe von Studienplätzen der anzunehmende Bedarf stehen – nicht der Wunsch nach Selbstverwirklichung. In Verbindung hierzu müssen „nice to have“- Studiengänge reduziert werden. Das gilt besonders für die umstrittenen Genderstudiengänge.

Einzelhandel und Handwerk müssen attraktive Ausbildungsplätze entwickeln sowie lokal und regional anbieten. Auch politisch und gesellschaftlich muss das Ansehen solcher Möglichkeiten wieder angehoben werden. Es müssen „zweite“ und „dritte

Bildungswege“ entwickelt werden, die zertifizierte Fortbildungen ermöglichen. Es wird ein hohes Maß an individueller Flexibilität verlangt werden.

Ein besonderes Problem wird die Rückzahlung von Krediten werden, die erst in einigen Jahren beginnen soll.

Es wird sich zeigen, ob die angestrebte „unbürokratische“ Verteilung der Kredite und deren Rückzahlung funktioniert.

Leider gibt es Unternehmen und Einzelpersonen, die schnelle Verteilung ohne gründliche Überprüfung missbraucht haben.

Unternehmen, die großzügige Boni an Mitarbeiter verteilen, sollten von jeglicher finanzieller staatlichen oder kommunalen Unterstützung ausgeschlossen werden. Ungerechtfertigte Kredite müssen zurückgefordert werden.

Ein Projekt kann die Situation noch erheblich verschärfen, für das sich Merkel als Co-Autorin von Macron zur Verfügung gestellt hat: Das EU-Wiederaufbauprogramm in Höhe von 750 Milliarden Euro, von denen 500 Milliarden als Zuschüsse (gleich Geschenke) vorgesehen sind, 250 Milliarden Kredite, die ab 2028 fällig werden sollen, werden wieder Deutschland überproportional belasten. Die ersten Verhandlungen Mitte Juni haben zu keinem Ergebnis geführt. Es besteht die Gefahr, dass die EU-Kommissionen Wackelkandidaten mit Sonderabmachungen kaufen“ wird. (Bei dem siebenjährigen EU-Haushalt wird der Anteil Deutschlands deutlich erhöht.)

Wenn dieses Projekt von allen EU-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wird, ist der Weg frei in die Schuldenunion, gegen die Deutschland einen jahrelangen Kampf geführt hat.

Wenn Migrationspakt und das EU- Wiederaufbauprogramm Realität werden sollten, verdüstert sich der Blick in die deutsche Zukunft.

Merkel hat Deutschland von einem europäischen Spitzenplatz in das untere Mittelmaß Europas geführt.

Sie hat aber nicht die persönliche Souveränität, ihre Fehler einzugestehen. Sie zeigt weder Schuld- noch Schamgefühl.

Wer beruflich und privat Verantwortung übernimmt, verdient Lob und Anerkennung.

Er hat Rechte und – unangenehme – Pflichten.

Wer Verantwortung übernimmt, muss auch in schwierigen Zeiten sein Verantwortungsbewusstsein unter Beweis stellen. Das gilt besonders in Ausnahmezeiten wie der Corona-Pandemie.

Er muss seine Fehler eingestehen und nicht nach Schuldigen suchen.

Noch hat die deutsche Bevölkerung die Dynamik und den Willen, die Zukunft für unsere Nachfahren zu gestalten und deren Probleme zu mildern.

Noch gibt es eine letzte Chance, deren risikoreiches Schicksal durch Wahlen zu mildern. Nutzen wir sie!
(Auszug)

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