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Waren WIR das?

Wie konnte es bloß so weit kommen

(www.conservo.wordpress.com)

Von luisman *)

Ich habe mir gerade ein paar Minuten den „Schweigemarsch“ durch Berlin per YouTube life angeschaut. Den Sinn darin mag ich nicht erkennen. Sieht aus wie ein Almauftrieb, nur ohne Muh’s und ohne Glocken.

In vielen, vor allem konservativen Blogs, alternativen Medien, höre ich immer wieder den Wunsch, man möge sich doch besinnen und zum vorherigen Zustand zurückkehren. In Bezug auf Corona wird der Zustand vor Februar/März herbei gewünscht. In Bezug auf vieles andere wird der Zustand der 50’er Jahre als ideal erachtet, und die Reichsflaggen-Schwinger wollen wohl in die vorletzte Jahrhundertwende zurück.

Euch ist schon klar, dass es keine Zeitmaschine gibt? Das ist etwas aus der Phantasie. Habt ihr euch schon mal gefragt, wie es so weit kommen konnte? Wird beim Stammtisch, in den Kommentaren, auf dem Blog usw. auch immer gescholten, über die Lügner und Betrüger, vor allem in der Politik, den Medien, den großen Firmen? Wie schön, dass immer andere schuld sind an unserem Unglück. Ist das nicht dieselbe Nummer, die von Antifa, den sog. „Alternativen“, „Autonomen“ oder „Anarchisten“, abgezogen wird? Bei denen sind eben nur andere schuld (Bonzen, Kapitalisten, Militär, Polizei, usw.).

Habt ihr euch mal die Frage gestellt, was in diesem ‚demokratischen‘ System BRD schon von Beginn an falsch war, so dass es jetzt WIEDER in den Faschismus abgleitet? Nein, ich meine nicht, was falsch gemacht wurde, falsch entschieden wurde, dass es Korruption gibt ohne Ende, dass es Leute gibt, die über Leichen gehen usw., denn all das ist menschlich und ’normal‘, d.h. damit muss man in jedem beliebigen System rechnen.

Die Frage ist, was ist am Grundgesetz falsch, an der Staatsform, an den normalen Gesetzen und wie sie erzeugt werden, an dem Sozialsystem, am Rechtssystem, usw. Was sind die Schwächen und grundlegenden Fehler an all diesem?

Der olle Böckenförde:
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“ (Ernst-Wolfgang Böckenförde: „Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation“)

Der freiheitliche, säkularisierte Staat ist also ein Wagnis, welches nicht auf Dauer funktionieren wird.

Das ist die wirkliche, die zu erkennende Aussage, die wahrer nicht sein kann. Der moderne Liberalismus ist grandios gescheitert. Nicht in Deutschland, oder Polen, oder den USA, nein, überall!!! Beweise mir bitte das Gegenteil, und ich ziehe sofort um.

Und nun, in Corona-Zeiten, müsste es auch dem Dümmsten klar geworden sein, dass sein bisher vielleicht als liberal empfundener Staat auch nur ein totalitärer Drecksladen ist, der von einer Räuberbande regiert wird. Wir leben inzwischen alle in „shithole countries“.

Wenn eine Verfassung „interpretierbar“ ist, wird es irgendwann eine Regierung geben, welche diese Verfassung durch ihre Interpretationen unterminiert. Wenn Freiheit so interpretiert wird, dass man machen kann, was man will, auch wenn es anderen und der Gesellschaft schadet, dann wird es immer Leute geben, die das ausnutzen (und natürlich Firmen).

Wen und was wählen wir denn?
Geht ihr zu demokratischen Wahlen, um über die Verfassung abzustimmen? Mag sein, dass sich jemand das so vorstellt. Meine Meinung ist, dass man nur zwischen den verschiedenen Räuberbanden auswählen kann, welche die Staatsgewalt (Militär, Polizei, Juristen) innehaben. Der Räuberhauptmann, der am besten lügen kann, wird gewählt.

Was ist angemessen?
Ist ein Pauschalsteuersatz von 5% angemessen, oder einer von 80%, oder beliebige Varianten und Staffelungen dazwischen?
Ist es angemessen, einem Dieb die Hand abzuschlagen, ihn zu erschießen, oder soll er nur eine strenge Ermahnung von einem Richter bekommen?

Zu welchem Verhalten soll ein Staat seine Bürger ermutigen oder durch gewisse Maßnahmen drängen oder per Verordnung/Gesetz zwingen? Jeder Staat hat völlig andere Regeln, je nachdem, welche Rolle Tradition, Vernunft, Rationalität oder ein Diktator spielt.

Wenn Recht nicht rational ist
Wir können von den Bürgern nicht erwarten, dass sich jeder in jeder Situation 100% rational verhält. Ich würde den Satz umkehren. Wir sollten von jedem Bürger erwarten, dass er sich i.d.R. irrational und gefühlsgesteuert verhält. Viele mögen das nicht glauben, aber die Realität spricht eine eindeutige Sprache. Das meiste, was man tut oder sagt, rationalisiert man erst post hoc. Und man tut das Rationalisieren meist nur, um sich gut zu fühlen, nicht um zu überprüfen, ob man etwas falsch oder richtig gemacht/gesagt hat.

Es gilt also, bei der Entwicklung des Rechts einige Pflöcke einzuhauen, für Situationen, in denen wir alle erwarten, dass sich jeder rational verhält.

Wir kennen die Grundlagen schon seit Moses. Mord und Totschlag, Raub und Diebstahl, Betrug, sowie die Unterminierung einer Familie und deren wirtschaftlicher Grundlagen sind nicht tolerabel. Und das erste Gebot sagt u.a., das ist das Recht, das einzige Recht, es gibt kein „alternatives Recht“. Der Rest des Alten Testaments ist im Wesentlichen eine Geschichte des Scheiterns der Menschen an diesen Geboten, weshalb alle Staaten und Stammesgemeinschaften immer wieder zerfallen. (Ende der atheistischen Bibelerklärung)
http://www.10-gebote.de

Fragt euch mal, warum diese 10 Gebote, von vor tausenden von Jahren, immer wieder hervor gekramt werden, immer wieder gelesen werden, man sich immer wieder daran erinnert, dass dies die Grundlagen unseres Zusammenlebens sind.

Sind sie vielleicht sehr einfach verständlich, praktisch eindeutig, kaum interpretierbar? Man braucht keinen Priester oder Rechtsanwalt, um diese Gebote zu verstehen.
Ist das der Grund, warum aus der „Christenheit“ die bei weitem erfolgreichsten Gesellschaften der bisherigen Menschheit entstanden? Ich denke: ja.
Steht in den 10 Geboten, dass wir Leuten, die anderen Gesetzen folgen, gegenüber tolerant sein sollen? Nein, das Gegenteil steht da.
Steht da drin, dass wir Zwangsversicherungen aufbauen sollen, damit es jedem gut geht? Nein.
Steht da drin, dass ein Mörder, eine Vergewaltiger, ein Dieb nicht bestraft werden soll, nur weil er einer anderen Religion folgt? Nein, das Gegenteil steht da. Jedem dieser Toleranz-Richter sollte man das 2. Gebot vorlegen.

Und es ist völlig egal, ob man katholisch, evangelisch, einer der christlichen Sekten angehört oder gar ein Atheist*1 ist. Die 10 Gebote sind die ganz rationale Grundlage unseres westlichen Rechtssystems. Nicht absolutistisch oder mathematisch rational, sondern aus tausenden Jahren der Erfahrung des menschlichen Zusammenlebens rational.

*1) Der Atheist kann sagen, da gab es, vor ewig langer Zeit, ein schlaues Kerlchen namens Moses, sozusagen ein antiker Einstein der menschlichen Psychologie, der das erkannt und aufgeschrieben hat. Babyboomer halten sich für Gott Die Präambel des deutschen Grundgesetzes lautet : „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor GOTT und den Menschen…“.

Man fragt sich, wie man unter dieser Präambel die 10 Gebote nicht explizit nennen, und im späteren verleugnen kann. Schon im ersten Artikel fängt das Geschwurbel an. Was ist die „Würde des Menschen“? Was sind „die Menschenrechte“? Was ist „Gerechtigkeit“? Und in Artikel 2 geht es gerade so weiter „In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden“. D.h. man darf ein Gesetz machen, welches gegen das Grundgesetz verstößt. Wozu ist das GG dann gut? Und Artikel 3 fährt fort: „Niemand darf wegen … seines Glaubens, seiner religiösen und politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“. Das verstößt gegen das 1. Gebot.

OK, die Babyboomer haben das nicht geschrieben, es waren jene, die als Nicht-Nazis, oder Anti-Nazis, von den westlichen Besatzern und vielen Deutschen als akzeptabel angesehen wurden. Die Aufgabe der Babyboomer (die zw. 1946 und 1964 Geborenen) wäre es gewesen, aus dem aufoktroyierten GG eine brauchbare und beständige Verfassung zu machen, welche nicht nach wenigen Jahren unterminiert werden kann. Das haben sie nicht getan, das habe ich (als Babyboomer) nicht getan.

Die Aufgabe war, entweder die 10 Gebote explizit in das GG zu schreiben, oder eine moderne (i.W. sprachlich moderne) Form davon einzuführen. Aus diesem Grund existiert heute ein GG, welches eine Perversion der 10 Gebote, eine Perversion des Gesetzes der Christen, ein fast beliebig interpretierbares Dokument als Rechtsgrundlage der BRD ist.

Was anderes als Zerfall kann daraus entstehen? (Denken Sie an den „Rest“ des Alten Testaments.) Die Babyboomer, die heute zwischen 56 und 74 Jahren alt sind, halten sich für besser als Gott (oder besser als Moses). Die denken, sie verstünden die menschliche Psychologie, welche sich seit tausenden von Jahren nicht wirklich geändert hat, viel besser als so ein antiker Jude, der seinen Stamm durch die Wüste führte.

Zugegeben, ich hatte auch nie so intensiv darüber nachgedacht, bevor Jordan Peterson seine Lektionen über die psychologische Interpretation der biblischen Geschichte veröffentlichte. Für mich als Atheisten war das ein Wendepunkt, für gläubige Christen mag es schon lange klar sein. Andererseits waren die „12 rules for life“ von J.P. nur ein Projekt, um richtig viel Geld zu machen. „Sad“ wie Trump immer sagt.

Ja. WIR waren das Ja, WIR haben die Homogenität, die moralische Substanz unserer Freiheit verspielt. Wegen UNS, die wir versäumt haben, das GG auf christliche, europäische Grundlagen zu stellen, ist dieser Zerfall entstanden.

Das „OK, Boomer“ Meme der jüngeren Generation entbehrt nicht einer Grundlage, doch deren Interpretation ist ebenfalls falsch. Wir haben nicht ALLES falsch gemacht, wir haben nicht den „Faschismus“ erneut installiert, wir waren nur zu bequem, zu faul, uns um die Grundfesten eines funktionierenden Zusammenlebens zu kümmern. Wir dachten, wir kommen ohne die 10 Gebote aus. Wir sollten den nachfolgenden Generationen vermitteln, das so etwas nie funktionieren kann. Am GG, an der derzeitigen Situation mit einer Kanzlerin, der alles am A… vorbei geht, gibt es nichts zu „reparieren“. Das ist der Beweggrund meines Artikels.

Viele meinen, es wäre doch nur das ein oder andere Gesetz zu ändern, die EINE Partei zu wählen, und alles wird besser, oder so wie vor 8 Monaten, so wie vor 70 Jahren, so wie vor über hundert Jahren. Es geht auch nicht um eine Rückkehr zum Christentum, zur jüdisch-christlichen Tradition, oder was auch immer man sich da so vorstellt. Wir haben uns wegleiten lassen von unwiderlegbaren menschlichen Wahrheiten, von Jahrtausende altem Erfahrungswissen, von der Weisheit der Altvorderen. Das ist fundamental. Das lässt sich nicht mehr reparieren oder mal schnell wieder zusammenflicken.

Ich denke, es steht eine zweite Renaissance an. Wenn man sich moderne Kunst oder moderne Architektur ansieht, fühlt man das instinktiv. Wer fühlt sich zu fetten Frauen mit lila Haaren und schwarz geschminkten Lippen hingezogen, wer findet Trans-Aktivisten attraktiv? Welche Frau findet Männer mit Zöpfen und Tofu-Ärmchen so richtig sexy? Wer meint, ganz ehrlich, dass ein Araber, ein Moslem, „zu uns“ gehört? Das sind nicht absolute, aber gefühlsmäßige Indikatoren, dass wir etwas falsch gemacht haben. Man muss so etwas nicht unbedingt rationalisieren, es ist weitestgehend instinktiv.

Fazit
Realisieren wir das, oder ist uns wichtiger, dass wir noch genug Rente kriegen, bis wir das Zeitliche segnen? Ich weiß es nicht. Ich habe mich vor ca. 15 Jahren aus dieser Mühle verabschiedet. Es kann mir egal sein, was Merkel entscheidet, was die CDU, die ehemalige SED oder sonst eine Partei sagt oder tut. Aber das gilt nur für mich.

Ist es Euch, die in der BRD leben, auch egal? Ist es Euch nur einen ‚Schweigemarsch‘ wert? Ihr müsst das entscheiden.

Ich würde gerne mal wieder in die BRD reisen, aber nicht in die Merkel-BRD. Es ist ein Land, welches ich aus tiefstem Herzen verachte.

* (Original: https://luismanblog.wordpress.com/2020/10/11/waren-wir-das/)

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