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„Was ist sozialistische Lebensweise?“

Die Richtlinien liefert Angela Merkel als Bedienungsanleitung

(bundesregierung.de)

(tutut) - Wer wissen will, was in Deutschland los ist, muss die Bundeskanzlerin direkt fragen. Auf bundeskanzlerin de. gibt sie  Antwort. Der Beitrag heißt: "Merkel-Interview - Merkel: 'Ich muss mich nach meiner Überzeugung richten'". Sie führt dort kein Selbstgespräch, aber fast. Stichwortgeber sind drei Männer vom STERN. Heute undenkbar. Bestimmen inzwischen doch Frauen den deutschen Medienstoff wie auch die Politik. Worum geht es?

"Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht im Interview mit dem Stern über ihren Alltag als Person des öffentlichen Interesses. Sie berichtet über ihren Umgang mit Emotionen und ihre Herangehensweise bei Entscheidungen. Ein weiteres Thema ist ihr Leben in der DDR". Dort hat sie für ihren Physik-Doktor die Frage "Was ist sozialistische Lebensweise?" beantwortet, sozusagen als Bedienungsanleitung für das neue Deutschland, welches von ihr gerade eine andere Normalität erhält. Denn die Richtlinien der Politik bestimmt nach dem Grundgesetz der Bundeskanzler. 16 Jahre hat die Bundesrepublik Deutschland sie ertragen und ist eine andere geworden. Sie gleicht sich nur immer mehr selbst. Als Antwort auf die Frage "Was ist sozialistische Lebensweise?" Diese Arbeit gilt als verschollen. Über den technischen Teil der Promotion haben schon Physiker inCambridge geurteilt: "Bullshit". Trotzdem ist der Run vor allem von Politikern auf Doktorränge ungebrochen. Wodurch sollten sie sich sonst von den Werktätigen und den Menschen in der Produktion unterscheiden als Plagiate des Populismus?

Wer das Interview im STERN mit Angela Merkel vom 22. Mai 2013 liest, sollte dies unter dem Hinweis tun, dass nach acht Jahren Kanzlerschaft keiner der drei Interviewer auf die Idee kommt, die Frau nach Einhaltung von Richtlinien des Grundgesetzes zu fragen oder gar zu forschen, was aus ihrem Amtseid geworden ist, denn nun, da nach 16 Jahren versucht wird, Bilanzen zu ziehen, kommt es nur darauf an, was hinten rausgekommen ist. Auf die Fakten.

Was ist aus der "sozialistischen Lebensweise" geworden? Was ist weiter zu erwarten? Wann gilt "Kennzeichen DDR" zu 100 Prozent und D ist Bockmist? Diese Frage soll das Volk am 26. September beantworten. Per Brief darf es dies schon jetzt tun, denn vorbei ist's mit dem Grundgesetz: Artikel 38 "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen". Wer so etwas in der DDR wollte, war praktisch ein Ungeimpfter. Der sozialistischen Pandemie wegen gibt es hier nun schon Gedankenspiele von verantwortlicher Seite der allgemeinen Volksgesundheit wegen, Ungeimpfte nicht an Wahlurnen zu lassen, sie könnten dort ja ansteckend wirken.

Nun aber zur Politik einer Bundeskanzlerin, die einst im Mai 2013 ihr Handtäschchen öffnete und drei Männer vom STERN, es waren nicht die Drei Heiligen Könige, denn die Corona trägt Merkel selbst, und plauderte aus dergl. Auszüge des Interviews im Wortlaut:
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Stern: Muss eine erfolgreiche Kanzlerin auch ihr Vorleben, ihre eigene Biografie kontrollieren?

Merkel: Alles, was ich mit meinen 58 Jahren bislang erlebt habe, ist Teil meines Lebens. Es gibt kein Vor- oder Nachleben, sondern nur mein ganzes Leben.

Stern: Sie erleben gerade, dass Ihre Lebensgeschichte umgedeutet werden kann. Plötzlich wird darüber diskutiert, wie viel DDR in Angela Merkel steckt, wie überzeugt Sie vom System wirklich waren.

Merkel: 35 Jahre DDR sind Teil meines Lebens. Und das öffentliche Interesse an meiner Person und meiner Lebensgeschichte gehört auch zu meinem Amt - ich finde es sehr verständlich. Gerade in Wahlkampfzeiten erscheinen nun einmal einige Bücher über mich. Ich habe sie nicht zu bewerten.

Stern: Lesen Sie die Merkel-Bücher? Kontrollieren Sie, ob alles stimmt?

Merkel: Nein, dazu komme ich nun wirklich nicht. Ich gucke hier und da mal rein.

Stern: Es geht doch aber um Ihr Leben. Beispielsweise um die Frage, ob Sie an der Akademie der Wissenschaften der DDR-Sekretärin für Kultur waren, wie Sie selbst behaupten, oder FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda.

Merkel: Ich habe ja immer wieder und auch durchaus gerne über mein Leben in der DDR erzählt, am ausführlichsten vielleicht in einem Interviewbuch mit dem Journalisten Hugo Müller-Vogg, 2004, noch bevor ich Bundeskanzlerin wurde. Was ich damals zum Beispiel zu meiner Zeit in der FDJ geantwortet habe, gilt auch heute noch. Neues habe ich da nicht beizusteuern.

Stern: Vor ein paar Tagen sagten Sie in Bezug auf Ihre Biografie "Wenn sich jetzt etwas anderes ergibt, kann man damit auch leben." Das klingt seltsam defensiv, als ginge es nicht um Sie.

Merkel: Das finde ich überhaupt nicht. Wenn sich jemand wirklich interessiert, wird er sehen, dass ich in den vergangenen 20 Jahren viel von meinen Erinnerungen an das Leben in der DDR berichtet habe. Bei alledem kommt es, wie der kürzlich verstorbene Biograf Gerd Langguth gesagt hat, entscheidend darauf an, wie man etwas einordnet. Die FDJ war Teil des Systems der DDR, ja, aber sie war auch ein Raum für gemeinschaftliche Unternehmungen, für Theaterbesuche und Diskussionen in der Gruppe. Wenn man das alles berücksichtigt, ergibt sich ein umfassendes Bild.

Stern: Warum reden Sie eigentlich so ungern über Ihre ostdeutsche Vergangenheit?

Merkel: Wie gesagt, Sie unterstellen etwas, was ich überhaupt nicht so empfinde. 1991 habe ich auf einer Veranstaltung in Schwerin von der Marxismus-Leninismus- Abschlussarbeit bei meiner Promotion erzählt. Das Thema lautete: "Was ist sozialistische Lebensweise?" Für diese Arbeit war ich zu DDR-Zeiten kritisiert worden, weil ich in meinem Text die Arbeiterklasse gegenüber den Bauern zu wenig berücksichtigt hatte. Nach der Veranstaltung in Schwerin haben Journalisten wie wild nach dieser Arbeit gesucht, weil sie glaubten, da gäbe es Gott weiß was für einen Skandal zu enthüllen. Die Arbeit war in den Akten der Akademie der Wissenschaft aber offenkundig nicht mehr zu finden. Und dann meinte man, ich würde sie nicht gerne rausrücken, dabei hatte ich überhaupt erst selbst von ihr in Schwerin erzählt.

Stern: Indem schon erwähnten Gesprächsbuch sagten Sie über Ihre FDJ-Zeit: "Das ist Teil meines Lebens, und ich habe da nichts zu verbergen. Es ist offenbar unheimlich schwer, heute zu verstehen und begreiflich zu machen, wie wir damals gelebt haben." Sprechen Sie deswegen so wenig über Ihr Leben in der DDR: Weil es die Wessis sowieso nicht verstehen würden?

Merkel: Wir wiederholen uns jetzt. Was ich damals wie heute meine, ist, dass es nun mal nicht so einfach ist, andere Lebenswege zu verstehen - und das gilt in beide Richtungen, Ost wie West. Ich beispielsweise habe eine Weile gebraucht, bis ich das Lebensgefühl und die Bedeutung der 68er-Generation in Westdeutschland einigermaßen nachvollziehen konnte. In der Debatte über Joschka Fischers Straßenkämpfer-Vergangenheit habe ich ihm 2001 empfohlen, er solle doch Buße tun. Darüber hat mancher bei SPD und Grünen gelacht. Straßenkämpfe finde ich immer noch schlimm, aber heute weiß ich, dass sie auch deshalb gelacht haben, weil sie wussten, dass ich die Studentenbewegung einfach nicht erlebt habe und sie es offenbar als anmaßend empfanden, wie ich über die Geschichte der Studentenbewegung, über ihre Geschichte urteilte. Wer über Lebenswege anderer redet, braucht Einfühlungsvermögen, und er muss den geschichtlichen Zusammenhang verstehen. Ich erlebe da heute insgesamt aber viel tolerantere Diskussionen als noch vor ein paar Jahren.

Stern: "Jegliches hat seine Zeit", sangen die Puhdys in Ihrem Lieblingsfilm "Die Legende von Paul und Paula"

Merkel: Als einzelner Vers natürlich ziemlich banal, aber ein sehr schönes Lied.

Stern: Geht die Gesellschaft heute mit ihren Vorbildern zu gnadenlos um? Joschka Fischer, Daniel Cohn-Bendit, Uli Hoeneß, jetzt Angela Merkel mit ihrer FDJ-Vergangenheit..

Merkel: Aktive Politiker sind nach meiner Auffassung nicht unbedingt die Richtigen, um über den Seelenzustand der Gesellschaft zu urteilen. Sie haben auch ganz andere Aufgaben. Ich bemühe mich, meinem Amtseid gemäß für das Wohl des deutschen Volkes zu arbeiten und die richtigen Entscheidungen für die Zukunft unseres Landes zu fällen. Da bleiben mir weder die Zeit noch die Neigung, den Zeitgeist zu erforschen.

Stern: In der aktuellen Forsa-Umfrage für den Stern, in der nach der sogenannten Kanzlerpräferenz gefragt wird, entscheiden sich 59 Prozent für Sie als Kanzlerin, nur 20 Prozent für Peer Steinbrück. Vertrauen Sie solchen Umfragen?

Merkel: Ich habe schon so viel Auf und Ab erlebt. Über das Ergebnis der Bundestagswahl im September sagen solche Umfragen noch nicht alles aus. In unserem Wahlsystem sind Kanzlerpräferenzen durchaus wichtig, aber weniger wichtig als zum Beispiel die Präsidentenfrage in den USA.

Stern: Der Ausgang der Bundestagswahl ist also noch offen?

Merkel: Selbstverständlich, obwohl die christlich-liberale Koalition beste Chancen hat, bestätigt zu werden.

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Quelle: bundeskanzlerin. de

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