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Was nun, Herr Landrat?

Prognos-Gutachten stellt Gesundheitspolitik des Kreises TUT ein vernichtendes Urteil aus

Nun müssen alle Osterglocken Sturm läuten, um den Kreis TUT zur Vernunft zu rufen, damit er den Weg  für eine Politik der bestmöglichen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung einschlägt. 

(tutut) - Schlechter geht Politik nicht mehr als im Kreis Tuttlingen. Verwaltung und Kreistag hatten es besonders eilig, das "Aus" für das Spaichinger Krankenhaus zu beschließen. Sie konnten das Gutachten gar nicht mehr abwarten, mit dem die Prognos AG beauftragt war. Nun liegt es vor und war am gestrigen Mittwoch dem Verwaltungs- und Finanzausschuss  des Kreistags in der Vorlage praktisch zum Durchwinken empfohlen worden. Wohlweislich fasste der Landrat die Bombe mit gewaltiger Sprengkraft nicht an, welche es enthält.

Anscheinend  in der Hoffnung, sie werde vom Kreistag übersehen, denn schließlich ist dieser mehrheitlich Landrat  Stefan Bär auf einem Irrweg gefolgt, was die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Bürger im Kreis Tuttlingen betrifft. Nimmt der Kreis das Prognos-Gutachten aber ernst, dann muss er sofort stoppen, was er fälschlicherweise in der Gesundheitspolitik mit der Schließung des Spaichinger Krankenhauses eingeleitet hat. Denn der Kreis Tuttlingen hat nach diesem Gutachten "Prognos Regionalmonitoring 2019" nicht nur zu wenige Ärzte im Vergleich mit der Region, sondern auch zu wenige Krankenhausbetten!

Da dem Kreis TUT stets seine Wirtschaftsstärke und damit verbunden Wohlstand bescheinigt wird, will die aktuelle Gesundheitspolitik gar nicht dazu passen. Politisch läuft einiges schief zwischen Heuberg und Donau. Die Bürgervertreter haben den Kontakt zu den Bürgern verloren. Dies war schon während Touren festzustellen, mit denen der Landrat für eine  alternativlose Schließung des Spaichinger Krankenhauses warb.  Er wollte den Beschluss ja schon im März und nicht erst im Oktober, aber die aktuelle Kommunalwahl im Mai machte einen Strich durch die Schnellrechnung, während ein Gutachten dann das von Verwaltung und Kreistagsmehrheit Erwartete bestätigte.

Nun aber sagt Prognos, was wirklich los ist im Kreis Tuttlingen, weshalb Verwaltung und Politik der Bevölkerung diese Frage beantworten müssen:

Wie kann ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, um dann gesundheitspolitische Entscheidungen vorweg zu fällen?

Das Gutachten sagt:

„Unterdurchschnittliche ärztliche Versorgung bzw. Ärztedichte, erhebliche Nachfolgeproblematik bei Hausärzten, geringere Versorgung mit Krankenhausbetten  im regionalen und überregionalen Vergleich“.

Weiter stellt es fest: "schlechtere Erreichbarkeit des nächsten Krankenhauses" aus "Gemeinden im östlichen Teil des Landkreises".

Nun hat der Kreis mit der Schließung des Spaichinger Krankenhauses dafür gesorgt, dass auch vom nordwestlichen Teil des Kreises eine schlechtere Erreichbarkeit zum nächsten Krankenhaus gegeben ist.

Um eine skandalöse Gesundheitspolitik des Kreises TUT zu vervollständigen, klingt es wie Hohn, nachdem der Bevölkerung praktisch große Armut mit Mangel an Fachpersonal und Ärzten vorgerechnet worden war, wenn dann nach dem Kreistagsbeschluss der Geschäftsführer, nun plötzlich schon am Gehen, sozusagen "April, April!" dazu rief.

Und das bei einer Bevölkerung, die nach dem Prognos-Gutachten mit Wohlergehen rechnen kann und dazu entsprechende Gesundheitsversorgung erwartet:

"Positive Bevölkerungsentwicklung mit deutlichem Zuzug sowie hoher Fertilitätsrate, leichter Zuwanderungsgewinn bei jungen Erwachsenen/relativ junge Bevölkerung, hoher Wohlstand, überdurchschnittliche Kaufkraft der privaten Haushalte sowie geringer Anteil an Bedarfsgemeinschaften".

Was nun, Herr Landrat?

Was nun, Kreistag?

Schaffen Sie es noch, als  Landkreis Tuttlingen die ihr  angemessene bestmögliche Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu bieten?

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