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Weiterer Diener des Heiligen Zeitgeistes?

Priester fordert Trauergottesdienst für verbrannte Affen

Von SELBERDENKER

Bei dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo sind über den Jahreswechsel bekanntlich viele Affen gestorben. Das ist sehr traurig, keine Frage. Es steht auch außer Frage, dass es ein Beleg von Zivilisiertheit einer Gesellschaft ist, wenn sie respektvoll mit Tieren umgeht. In den meisten Teilen der Welt wird dem Tierschutz wesentlich weniger Bedeutung zugemessen als in Deutschland. In islamischen Staaten sieht es auch hier besonders schlecht aus. In vielen Teilen der Welt, bei sehr vielen Menschen, fehlt der Tierschutzgedanke völlig.

Überschrittene Grenzen der Tierliebe
Doch auch Tierschutz hat Grenzen. Meiner Ansicht nach ist die Grenze da überschritten, wo Vermenschlichung von Tieren anfängt. Das bringt auch einem Tier nichts, kann, bei lebenden Tieren, sogar zu ihrem Nachteil sein. Man denke an vermenschlichte, verhätschelte Haustiere, mit denen einige Menschen ihre sozialen Defizite im Umgang mit anderen Menschen zu kompensieren versuchen. Nun hat ein katholischer Theologe, Rainer Hagencord, einen Trauergottesdienst für die Affen gefordert. Der geweihte Priester hält das „für total angemessen“.

Gott wurde Mensch!
Nun wird Jesus der „Menschensohn“ genannt. Er ist auf einem Esel geritten und hat Fische verzehrt. Berufsfischer gehören zu denen, die ihm zuerst nachfolgten. Jesus bescherte ihnen sogar einen reichen Fang. Gott schuf den Menschen als „Krone der Schöpfung“ (übrigens als Mann und Frau – von „Pangender, FzM, Trans*Mensch, Inter* und Co. wusste selbst Er damals noch nichts).Ein Affe, selbst ein relativ intelligenter, wird niemals den Gedanken einer übergeordneten Entität als kantsche letzte Rechtfertigung für moralisches Handeln nachvollziehen oder gar entwickeln können. Anselm von Canterburys philosophische Gottesdefinition als IQM (Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann), wird einem Affen ewig fremd bleiben.Es ist überhaupt anzuzweifeln, dass Affen moralisch handeln. Selbst Einsatz für die Affengruppe oder Aufzucht der Jungen sind nicht automatisch moralisches Handeln aus freiem Willen, sondern Instinkt. Jesus starb für die Menschen, nicht für die Affen.

Relativierung der Besonderheit des Menschen
Wenn ein solcher Gottesdienst also einem Affen nicht dient, wem dient er dann? Wer das Tier auf die Stufe des Menschen stellt, wertet nicht nur das Tier auf, sondern auch den Menschen ab.Gott wurde Mensch, nicht Tier. Als Christen nehmen wir, im Gedächtnis des letzten Abendmahls, das Göttliche physisch in uns auf. Es ist dann Jesu Leib, der Teil unseres Leibes wird. Das ist kein symbolischer Kanibalismus, das ist eine enorme Aufwertung des Menschen – und nur des Menschen, dessen weltlicher Leib zum Tempel Gottes wird.Gottesdienste dürfen nicht zu beliebigen Showveranstaltungen werden und die Grenzen zwischen Mensch und Tier dürfen nicht verwischen!

„Essen ist keine Privatsache mehr“
Auf dem Katholikentag 2018 gab Hagencord ein aufschlußreiches Interview. Er sieht seine Aufgabe darin, „angehende Religionslehrer und Religionslehrerinnen in eine Spur zu bringen“. Er ist als kämpferischer Vegetarier der Meinung, dass „Frieden auch auf dem Teller beginnt“ und dass „Essen keine Privatsache ist“. Er will „die Religionen“ dazu nutzen, Schüler zum Umweltschutz zu ermutigen. Welche „Religionen“ scheint dabei egal zu sein. Dass Umweltfragen nicht im „Zentrum des Katholikentages“ stünden, verwirrt den katholischen Priester.Er möchte, dass an christlichen Festen weniger Fleisch gegessen wird und äußert sich dazu so: „Wir befeuern mit dem Fest des Friedens den Krieg gegen die Tiere, gegen die Armen und gegen das Klima“. Is klar…Wer Jesus nachfolgt, kann zwar Frieden bringen, an Weihnachten feiern wir aber erst mal die Geburt Christi, meine ich.

Der „Heilige Zeitgeist“?
Wie gesagt, ist es eine legitime Entscheidung, kein oder wenig Fleisch zu essen. Ein gewisser Respekt vor Tieren ist eine gute Sache.Doch auch im geschilderten Fall stellt sich mir erneut die provokante Frage, wem in den deutschen Kirchen heute zuerst gedient wird – Gott, den Menschen oder dem Zeitgeist?
(pi-news.net)

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