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Wieder moralische Abrechnung

Die Verteidigung des deutschen Kolonialismus

Das Kolonialismusthema ist seit einigen Jahren wieder in aller Munde. Die ewige Leier: Afrika geht es nur deshalb so schlecht, weil es vor Jahrzehnten kolonialisiert wurde.

Verteidigung des deutschen Kolonialismus – es gibt ganz im Ernst ein aktuelles Buch dieses Titels. Es mußte soeben nachgedruckt werden, weil es läuft wie das sprichwörtliche „geschnitten Brot“.

Das Kolonialismusthema ist seit einigen Jahren wieder in aller Munde. Es geht um Rückgaben von Kulturgütern („Benin-Bronzen“), um Bußgelder (Deutschland ist soeben vor den Herero niedergekniet und hat 1,1 Milliarden „Wiedergutmachung“ spendiert – Namibia aber fordert, kein Tippfehler, 477 Milliarden) und allgemein um eine große, übrigens erneute moralische Abrechnung mit der (winzigkleinen) Kolonialmacht Deutschland.

Die ewige Leier: Afrika geht es nur deshalb so schlecht, weil es vor Jahrzehnten kolonialisiert wurde. Diese Fremdherrschaft habe nur Unheil angerichtet, das leider über Generationen fortwirke.

Zu einer gewissen Prominenz in Deutschland hat es posthum der Kameruner Martin Quane a Dibobe gebracht (PI-NEWS berichtete). Deutschland feiert diesen „ersten schwarzen Eisenbahnführer in Berlin“ seit Jahren mit Plaketten, Beiträgen und viel Tamtam.

Warum? Weil er 1919 zwei scharfe Briefe gegen die kolonialen Gewohnheiten an die Weimarer Nationalversammlung richtete. Er – und afrikanische Mitunterzeichner – erklärte „schärfsten Protest“ gegen die „kolonialen Vergewaltigungen.“

Beide (kurze) Briefe von Dibobe sind leicht im Netz zu finden. Allerdings radikal gekürzt! Der Schwarze nahm nämlich die deutschen Kolonialherren von dieser harschen Schelte nicht nur aus – nein, er klammerte sich, „mit aller Energie und fester Überzeugung an Deutschland“. Der einzige Wunsch der kamerunischen Eingeborenen sei, deutsch zu bleiben! Martin Dibobe endete wörtlich: Ich bitte, in den Zeitungen dieses Schreiben zu veröff., damit die Regierung weiß, wir sind reichstreu. Mit vorzügl. Hochachtung, ergebenst, Martin Dibobe, Zugführer der Hoch- u Untergrundbahn Berlin.“

Diese beiden Briefe haben sich in der akademischen Forschung verlogenerweise als „kolonialer Protest“ festgesetzt – dabei waren sie nichts als ein Appell an Deutschland, die koloniale Herrschaft fortzusetzen.

In zehn kompakten Kapitel – übrigens auch für Einsteiger in die Thematik gut geschrieben – nimmt sich Autor Bruce Gilley, immerhin Professor der Politikwissenschaft an der Portland State University, sämtliche Länder vor, die während der knappen deutschen Kolonialgeschichte unter ebendieser Verwaltung standen.

Er geht dabei redlich vor. Er erwähnt das tatsächlich grausame Massaker an den Herero und Nama, verschweigt aber eben auch nicht die äußerst verzwickte Vor- u die Nachgeschichte.

Er legt uns die deutsche Erfolgsgeschichte in Ostafrika dar (Stichwort dt. Kolonialeisenbahn), wo sich die einheimischen Küstenbewohnermit den Deutschen gegen die Schwarzen Sklaventreiber verbündeten.

Auch das westafrikanische Togo beschreibt Gilley als Musterkolonie und weiß dabei hübsch die gängige linke Kolonialkritik auszubooten. Es heißt von links etwa, bei der Errichtung der Baumwollplantagen hätten die Weißen den Grundstein für die „schwarze Selbstausbeutung“ gelegt. Umgekehrt wird ein Schuh draus – Baumwollexporte haben sich dadurch 1902- 1908 versechsfacht, die grassierende Arbeitslosigkeit ging stark zurück.

Kolonialkritiker ätzen auch: Die Gesundheitsfürsorge für die Togolesen sei ein perfider kapitalistischer Trick gewesen sei, um die Arbeiter bei Laune und das Land gefügig zu halten – tatsächlich haben die Deutschen in Togo nicht nur hunderte Brunnen, Toiletten, Friedhöfe und Krankenhäuser gebaut, sie nahmen auch den Kampf gegen Pocken und die Schlafkrankheit auf. Ein Gesundheitssystem wurde errichtet, in dem Verdienende für wenig Geld, Arme umsonst behandelt wurden.

Ähnliche deutsche koloniale Erfolgsgeschichten berichtet Gilley auch aus den südseeischen Gebieten und aus Tsingtau.

Mit diesem hervorragenden Buch können klaffende Bildungslücken geschlossen werden. Ideal auch zum Verschenken an die oft ahnungslose jüngere Generation!

» Bruce Gilley. Verteidigung des dt. Kolonialismus, 200 S.
(pi-news.net)

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