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Will Frittlingen die Drachme einführen?

Austritt aus Verwaltungsgemeinschaft ein Phantasiemärchen

(tutut). Bevor im Spaichinger Umland irgendwo die Phantasie durchgeht, sollte vielleicht die Diskussion wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt werden. Wenn in Frittlingen laut einem anonymen Bericht im Lokalblatt über einen Seniorennachmittag mit Bürgermeisteranwesenheit schon der Vergleich mit Griechenland gezogen wird, - ist Frittlingen auch so hoch verschuldet? - indem ein Raus aus dem Euro und Rein in die Drachme mit einem Raus aus der Verwaltungsgemeinschaft gleichgesetzt wird, sollte vielleicht auch von Bürgermeistern vermieden werden, Spiritus in den Grill zu schütten, auf dem ein Thema hochgebrutzelt wird, das gar keins ist.
Ob und wie eine Verwaltungsgemeinschaft aufgelöst werden kann und ob einzelne Gemeinden ausscheiden können, ist für jeden, der sich dafür interessiert, in der Gemeindeordnung nachlesbar. Dies dürfte nicht zu schwierig sein, bevor vielleicht neben Seniorengruppen auch noch Kindergärten meinen, auf die Barrikaden gehen zu müssen.

Die Bedienungsanleitung zur VG steht in der Gemeindeordnung unter § 62. Dort heißt es:
§ 62
Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft und Ausscheiden beteiligter Gemeinden
(1) Verwaltungsgemeinschaften können aus Gründen des öffentlichen Wohls aufgelöst werden. Die Auflösung bedarf einer Rechtsverordnung des Innenministeriums, wenn alle beteiligten Gemeinden, bei einem Gemeindeverwaltungsverband auch dieser, zustimmen. Gegen den Willen eines der Beteiligten kann die Auflösung nur durch Gesetz nach Anhörung der Beteiligten erfolgen. Das gleiche gilt für das Ausscheiden von Gemeinden aus einer Verwaltungsgemeinschaft.
(2) Im Falle der Auflösung einer Verwaltungsgemeinschaft oder des Ausscheidens einer beteiligten Gemeinde regeln die Beteiligten die dadurch erforderliche Auseinandersetzung durch Vereinbarung. Diese bedarf der Genehmigung der Rechtsaufsichtsbehörde. Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, trifft die Rechtsaufsichtsbehörde auf Antrag eines Beteiligten nach Anhörung der Beteiligten die im Interesse des öffentlichen Wohls erforderlichen Bestimmungen.
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