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Wird das Gewerbemuseum aus seinem Dornröschenschlaf geweckt?

Mit Modernisierung könnte auch Spaichinger Raumprobleme gelöst werden

An der Rückseite des Gewerbemuseums wäre Platz für Fahrstuhl und einen repräsentativen Anbau.
(tutut). In Spaichingen muss nicht nur alle paar Jahre eine schlafende Jungfrau unterm Dreifaltigkeitsberg geweckt werden. Auch so manche Einrichtung hat dringend einen Prinzen nötig, der sie aus dem Dornröschenschlaf reißt. Zum Beispiel das Gewerbemuseum. Ab und an eine Ausstellung oder eine Hochzeit im Festsaal, drei Stunden sonntägliche Öffnung für ein Museum, das mit der Zeit gehen müsste, um attraktiv zu sein: Das ist zu wenig für das schönste und repräsentativste Gebäude der Stadt. Nicht erst während des Bürgermeisterwahlkampfs kamen schon recht konkrete Gedanken über den zukünftigen Status des Hauses auf. Dass die Stadt für repräsentative Zwecke unbedingt einen Raum braucht, haben zuletzt auch mehrere offizielle Veranstaltungen im (privaten) "Kreuz"-Saal gezeigt.
Im Zusammenhang mit der Herbergssuche der Volkshochschule war angeregt worden, bei der notwendigen und genehmigten Erweiterung des Gymnasiums gleich für die VHS mitzubauen. Sowohl der Standort wie auch die Verbindung mit der Schulen sprechen eigentlich wenig für diese Idee, denn die VHS braucht vor allem Verwaltungsräume. Schulbetrieb findet schon lange in Spaichinger Schulen statt. Deshalb ist die Anregung aufgekommen, endlich beim Gewerbemuseum etwas zu tun.
Einmal müsste die Stadt hier sowieso etwas tun, beispielsweise durch einen Fahrstuhlanbau, denn das Haus ist nicht behindertengerecht, auch der Transport von Ausstellungstücken u.a. über Treppen ist sehr unbequem. Über einen Anbau zum Stadtgarten hin könnte die Stadt nicht nur dringend benötigte repräsentative Räume gewinnen,sondern auch Unterkunftsprobleme der VHS lösen. Gleichzeitig würde sich anbieten, das Museumskonzept zu überdenken. Mit der Einbeziehung des Stadtgartens, der spielte auch mal eine Hauptrolle im Zusammenhang mit dem Gewerbemuseum, könnte Spaichingen hier ein kulturelles Zentrum gewinnen, welches dem Haus und seiner Umgebung angemessen wäre.
Der Gemeinderat wird sich demnächst mit dieser Frage beschäftigen, zumal endlich etwas beim Gymnasium passieren muss. Bürgermeister Schuhmacher hat das Thema wieder aufgegriffen und dabei im Zusammenhang mit der Unterbringung der VHS die Frage aufgeworfen, "ob sich Spaichingen eine Aufwertung des Stadtgartens und einen Anbau an das Gewerbemuseum leisten soll oder nicht.Wir haben keine repräsentativen Räume in Spaichingen, in denen wir Gruppen empfangen, kleinere Konzerte oder Ausstellungen ausrichten können. Wir brauchen für die Zukunft eine Begegnungsstätte, die uns auch den Stadtgarten erschließt, damit auch während des Sommers im Freien Veranstaltungen stattfinden können".
Es gebe Bauschäden im Gewerbemuseum, und um das Haus für Veranstaltungen im Stadtpark aufzurüsten, seien "veranstaltungsgerechte Sanitärräume und eine größere Küche" notwendig. Die Stadt werde in den nächsten beiden Wochen die Vorzüge der beiden Modelle, also eines Anbaus am Gewerbemuseum oder einer Aufstockung am Gymnasium, vorstellen. Alle Mitglieder des Gemeinderates hätten sich bereits zur Wichtigkeit der Bahnhofstrasse für die Entwicklung einer Ortsmitte in Spaichingen ausgesprochen. Die Bahnhofsumgebung, das Gewerbemuseum und der Stadtgarten sollten aufgewertet werden.