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Wo ist die AfD geblieben?

Die machtlose und kleinlaute Alternative ist keine für Deutschland

(tutut) - Nach den 15,1 Prozent 2016 in Baden-Württemberg folgten zwei Stammtischbesuche bei der AfD. Viel Geschwätz und Greinen um ein knapp verpasstes Mandat, später sollte es ja in Richtung Bundestag glücken. Beim zweiten Mal wieder Geschwätz im Kreis herum. Dann meinerseits Meldung, kurze Vorstellung zur Person und die Frage: Was machen Sie nun mit den 15 Prozent?

Inzwischen wissen es wohl einige, denn die gleichstromigen Medien schneiden die AfD, Schlagzeilen gibt es nur unterm Strich und auf der nach oben offenen Hinrichtungsskala. Aus 23 Abgeordneten wurden 15 im baden-württembergischen Landtag, Alice Weidel soll inzwischen Landesvorsitzende sein, Meuthen wechselte in die politische Unbedeutung nach "Europa", ebenso MdL Berg. Letzte Umfrage die Antwort auf die 15 Prozent: 11 Prozent.

Nun zittert die zum Schmuddelkind herbeigeredete und -geschriebene AfD vor der größten Keule des Merkelblocks, dem sogenannten Verfassungsschutz, welcher offensichtlich mehr die Verfassung der AfD und anderer nicht linksgrüner Ensembles im Blick hat als das Grundgesetz. Feuerwehrtechnisch gesehen steht die Parteihütte außen und innen im Vollbrand.

Seit die AfD in allen Parlamenten eher sitzt als aufsteht, ist es ihr nicht gelungen, sich zu Wort zu melden und gehört zu werden. Wie das geht, ist spätestens seit Cäsar bekannt: mit der 1.Macht, den Medien. Am Anfang steht immer das Wort und nicht der Pfiff des Abseits.

Wer es trotz der vorhandenen finanziellen Mittel nicht schafft, eine Bühne im politischen Theater zu erobern, muss damit rechnen, bald mehr oder weniger vom Spielplan gestrichen zu werden. Versteckspiel vor der Öffentlichkeit, wie es die AfD in den Wahlkreisen ihrer Mandatsträger vorzieht, ist kein Mittel der Politik. So macht sich die AfD überflüssig und bleibt die Antwort schuldig auf die Frage: Warum die noch wählen, wenn sie verweigert, Alternative zu sein?

Die AfD hat sich aus politischer Unerfahrenheit und Naivität verhackstücken lassen von den altgedienten Platzhaltern in den Parlamenten, unter denen sich inzwischen vom Verfassungsschutz unbedrängt Systemveränderer und Deutschlandfeinde ausbreiten, nachdem sie früher strikt verboten waren.

Nach dem altbekannten Teile und herrsche, divide et impera, hat die AfD ihre Hochzeit hinter sich. Sie hat sich in eine zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufspalten lassen. Wikipedia: "Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen. Die Redewendung ist wahrscheinlich nicht antik, wenngleich die damit bezeichnete politische soziologische Strategie sehr alt und z. B. in der römischen Außenpolitik ohne Zweifel wiederzuerkennen ist. Die lateinische Formulierung wird teilweise Niccolò Machiavelli, der in seinem 1532 erschienenen Buch "Der Fürst" dem Fürsten Medici erklärt, wie er seine Herrschaft ausüben sollte, teilweise auch Ludwig XI. von Frankreich zugeschrieben.

Praktiziert wurde diese Maxime bereits in der rechtlichen Organisation des Römischen Reichs. Die einzelnen Mitgliedstaaten hatten nur Verträge mit der Zentralmacht Rom. Verträge untereinander abzuschließen war ihnen verboten. Außerdem sorgte Rom für eine deutliche Unterschiedlichkeit der einzelnen Bündnispartner. Hierbei reichte das Spektrum der Wertigkeit von den Unterworfenen, den subiecti, über Verbündete (foederati) und Bundesgenossen (socii) bis zu rechtlich gleichgestellten Freunden des römischen Volks (amici populi Romani), die mit der Zuerkennung der civitas Romana, des römischen Bürgerrechts, für ihre Bündnistreue ausgezeichnet waren. Innerhalb dieser Stufung konnten sich die Staaten durch Wohlverhalten empordienen, auch zu unterschiedlichen Graden der Selbstverwaltung...

Heinrich Heine schrieb am 12. Januar 1842 aus Paris über die aktuelle französische Politik: 'König Philipp hat die Maxime seines makedonischen Namensgenossen, das ‚Trenne und herrsche‘, bis zum schädlichsten Übermaß ausgeübt'. Der damit gemeinte Philipp II. von Makedonien (359–336 v. Chr.) hatte die Vorherrschaft über die griechischen Stadtstaaten errungen. Johann Wolfgang von Goethe formulierte die Maxime in Sprichwörtlich (1814) um und fügte einen Gegenvorschlag hinzu: 'Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort; Verein und leite! Bessrer Hort'“. Es ist zu bezweifeln, dass die AfD es noch schafft, vereint Politik zu betreiben, statt sich weiterhin auseinandertreiben zu lassen.

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