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Zwei „cdu“-Fraktionen

Getrennt jagen, vereint schlagen im Spaichinger Gemeinderat

Harald Niemann:  "cdu"-Kreisrat, "Pro Spaichingen-Gemeinderat.

(tutut) - Die Zeiten der "Spaichinger Partei" sind vorbei. Die CDU ist ihre absolute Mehrheit im Gemeinderat im Laufe der Tobias-Schumacher-Jahre weggeschmolzen, bis auch der große Vorsitzende in Stadt und Kreis die Lust an Parteiämtern verlor. Geblieben ist nur ein Kreistagsmandat im Bunde mit Harald Niemann. Der ist zwar "Pro Spaichingen" und dessen Erfinder, trägt aber noch eine Tarnkappe, unter der er "cdu"-Kreisrat und mutmaßlich "cdu"-Mitglied ist.

So sind also nun zwei "cdu"-Fraktionen im Spaichinger Gemeinderat: "cdu" I mit fünf Sitzen und "cdu" II mit drei. Wer nun I und II ist, lässt sich schlecht erkennen. Ist Harald Niemann der Nachfolger des langjährigen CDU-Chefs in Stadt und Gemeinderat Franz Schuhmacher? Dies zu behaupten, wäre vermessen. Eher macht er den Eindruck von Überforderung. Nicht nur, was seine verbalen Auftritte im Gemeinderat betrifft, sondern auch die unverbalen und manche eigentümlichen in der Öffentlichkeit.

Gerade jetzt, da es für Spaichingen auf seine kommunalpolitischen Vertreter ankommt, wo Kompetenz, Fachkenntnisse und Beredsamkeit gefragt sind,  - wozu sind sie denn gewählt worden? - wirkt Niemann politisch wie ein schweigendes Lamm. Fehlbesetzung? Grenzwertig. Ist sein Name Hase?

Anders die andere Hälfte des "cdu"-Duos. Tobias Schumacher hat eine politische Karriere hinter sich, bevor sie beginnen konnte. Abgesehen von den Jahren im Spaichinger Gemeinderat neben misslungenen Sprungversuchen in Rathäuser und einer wenig überzeugenden, aber noch anhaltenden Führungstätigkeit im Sportverein, ist er plötzlich wieder da, aber anders, als sich Spaichingen von einem Spaichinger und Juristen denken konnte. Er ist, um mit dem früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel zu sprechen, dem Landrat blindlings unumkehrbar in eine "Sackkasse" gefolgt, an deren Ende die Umwandlung des Spaichinger Krankenhauses in einen Trümmerberg stehen könnte.

Denn als Kreisrat mit im Aufsichtsrat des Tuttlinger Klinikums sitzend, hat er einer Zukunftsplanung zugestimmt zu Lasten Spaichingens, welche alles über den Haufen zu werfen droht, was für die Gesundheitspolitik der Kreisbevölkerung vorteilhaft sein könnte. Augen zu und durch heißt zur Zeit das Motto, mit dem ein Landrat einem grünen Großkrankenhauswahn folgt, welcher landauf und landab in Baden-Württemberg zu beobachten ist. Medizinfabriken für Menschen wie Maschinen.

Was aber die zerfledderten Reste der Spaichinger "cdu" betrifft, so ist die Glaubwürdigeit einer Partei gefragt, welche auf dem Weg in politische Beliebigkeit weiter abzudriften droht. Natürlich kann sie sagen, sie ist pro Spaichingen, welche Fraktion im Gemeinderat ist es nicht - bei den Grünen kann man da nicht so sicher sein -, aber wann und wie erklärt sie der Öffentlichkeit, dass da zwei Schwänze wedeln, ohne dass in diesem Fall ein zugehöriger Hund zu sehen ist? Harald Niemann ist nun "cdu"-Kommunalpolitiker, seit er die "FDP-Fraktion im Gemeinderat verlassen und eine neue Gruppierung aufgemacht hat.

Was aber ist die "cdu"-Gemeinderatsfraktion? Gehört sie zu Harald Niemanns "Pro Spaichingen" oder diese zur "cdu", oder ist denen egal, wofür sie stehen, Hauptsache Wählerstimmen? Dann aber sollten ein Harald Niemann und die Spaichinger "cdu" den Spaichinger Bürgern erklären, woran diese mit ihnen sind. Das mit der Tarnkappe ist schon den Niebelungen zum Verhängnis geworden. All zu viele Sitze hat die "cdu" nicht mehr zu verlieren. Von den fünf, sind bereits vor Ende der Wahlperiode vier ausgetauscht worden. Nicht nur das Spaichinger Krankenhaus wird ohne Grund zum Notfall erklärt. Auch wenn die "cdu" auf zwei Herzen setzen sollte, steht sie vor finalem Herzschlag. Dabei  ist zuletzt der Eindruck entstanden, da rappelt wieder was. Getrennt jagen, vereint schlagen im Spaichinger Gemeinderat, das kommt nicht mehr an. Oder soll damit von der rechtskonservativen CDU bis zur linksradikalen "cdu"  das ganze politische Spektrum abgedeckt werden?  Raffiniert!

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