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Zwischen 22 und 24 Grad optimal

Zu niedrige Raumtemperatur ist gesundheitsgefährdend

Von WOLFGANG HÜBNER

Erinnern Sie sich noch an die dringende Empfehlung während der akuten Corona-Zeit, geschlossene Räume regelmäßig für einige Minuten zu lüften, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 über Aerosole zu verringern? Der Leser einer Frankfurter Zeitung hat sich kürzlich an deren Redaktion mit der Frage gewandt, wie sich das vertrage mit den von der Bundesregierung propagierten Einsparmaßnamen bei der Raumheizung. Die Antwort: Es reiche auch regelmäßiges „Stoßlüften“. Was auch immer unter „Stoßlüften“ zu verstehen sein mag, viel schlauer sind weder der Leserbriefschreiber noch unsereins von dieser Auskunft geworden.

Klüger hat mich hingegen jetzt die Zusammenfassung einer Studie gemacht, die unter dem Titel „Health, work performance, and risk of infection in office-like evironments“ im Wissenschaftsverlag Elesevier erschienen ist. Demnach ist für geistige Arbeit und Bürotätigkeit in kühleren und kalten Weltregionen eine Raumtemperatur zwischen 22 und 24 Grad optimal: „Sowohl höhere als auch niedrigere Temperaturen können die Leistungen und die Lerndifferenz verschlechtern.“

Der Lufthygieniker und Direktor beim Umweltbundesamt, Heinz-Jörn Moriske, befindet ergänzend: „In Innenräumen sind 20 bis 22 Grad für das Wohlbefinden und letztlich auch das gesundheitliche Befinden optimal“. Unterhalb von 19 Grad Celsius, so heißt es in einem Bericht der „Jungen Freiheit“ vom 16. September 2022, werde es speziell für ältere Menschen kritisch.

Wer denkt, nur Hitze sei gefährlich für die Gesundheit, liegt nämlich nicht ganz richtig. „Denn bei Kälte ziehen sich die Blut- und Herzkranzgefäße zusammen, das Herz muss gegen einen höheren Widerstand pumpen – der Bluthochdruck verursacht Herzinfarkt und Schlaganfall.“ Das aber hat sehr unschöne Folgen: „In diesem Winter dürfte das Sterberisiko steigen, wenn sich Risikopatienten an die von Ampel- und Unionspolitikern verlangten Heizempfehlungen halten – oder halten müssen.“

Doch um Putin zu ruinieren und die Ukraine zu retten, ist kein Preis zu hoch. In Robert Habecks „Kurzfristenenergieversicherungsmaßnahmenverordnung“ (EnSikuMaV) sind in Arbeitsräumen für „mittelschwere und überwiegend sitzende Tätigkeit“ maximal 18 Grad erlaubt. Und für Millionen Rentner, Gering- und Normalverdiener, die unbedingt sparen müssen und deshalb die Heizung herunterdrehen, ist das mit sehr erhöhter Erkältungsgefahr verbunden. Aber für was haben wir unseren Minister Lauterbach – der wird bei steigenden Todes- und Krankheitszahlen gewiss behaupten, er habe schon immer vor der Wiederkehr des tödlichen Virus gewarnt.
(pi-news.net)

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