
Gelesen 8. 9. 26

(tutut) - Natürlich war Karl Marx nicht der Erfinder des Kommunismus. In der Antike gab es praktisch nichts, was heute erst erfunden werden musste, abgesehen vielleicht vom Auto. Da wäre der griechische Philosoph Iambulos, auch Lambulos oder Jambulus geschrieben, Autor eines utopischen Reiseromans, der schätzungsweise zwischen dem 4. und 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Er wird als ein Urvater oder Erfinder des Kommunismus bezeichnet, weil er in seinem heute verlorenen Werk eine völlig klassenlose Gesellschaft mit radikalem Gemeineigentum beschrieb. Sein Buch ist im Original verloren gegangen. Seine Ideen überdauerten nur, weil der berühmte Historiker Diodor im 1. Jahrhundert v. Chr. eine ausführliche Zusammenfassung davon in seiner Weltgeschichte aufschrieb. Auch der Satiriker Lukian erwähnte ihn später scherzhaft als Erfinder fantastischer Reisegeschichten. Die Geschichte: Die Sonneninsel (Heliopolis), heute als FKK-Zentrum in Südfrankreich bekannt. Im Roman erzählt Iambulos die Geschichte aus der Ich-Perspektive: Er sei von Piraten entführt, nach Äthiopien verschleppt und dort auf einem kleinen Boot ausgesetzt worden. Nach einer langen Seefahrt erreicht er eine paradiesische Sonneninsel, vermutlich inspiriert von Sri Lanka. Auf dieser Insel lebte eine Gesellschaft, die viele Kerngedanken des späteren Kommunismus und Anarchismus vorwegnahm: Kein Privateigentum: Alles gehörte allen gemeinsam. Es gab keinen Reichtum, keine Armut und keinen Streit um Besitz.emeinsame Arbeit: Alle Inselbewohner arbeiteten abwechselnd. Sie fischten, jagten oder bauten Nahrung an und dienten einander im Rotationsprinzip. Keine Sklaverei: Im krassen Gegensatz zur damaligen griechischen und römischen Realität gab es auf der Sonneninsel keine Sklaven. Alle Menschen waren absolut gleichgestellt. Frauen- und Kindergemeinschaft: Es gab keine festen Ehen oder klassischen Kleinfamilien. Die Frauen lebten in Gemeinschaft und Kinder wurden von der gesamten Gruppe gemeinsam aufgezogen.Leben im Einklang mit der Natur: Die Natur versorgte die Bewohner im Überfluss mit Nahrung, weshalb sie ein einfaches, glückliches und langlebiges Leben ohne Luxusbedürfnisse führten. Warum gilt er als Erfinder des Kommunismus? Zwar entwarfen auch bekanntere Philosophen wie Platon in seinem Werk Der Staat Ideen von Gütergemeinschaft, allerdings galt dies bei Platon nur für die oberste Schicht der Herrscher und Wächter. Iambulos dagegen weitete diese utopische Gleichheit auf alle Mitglieder der Gesellschaft aus. Seine Vision beschrieb eine herrschaftsfreie, brüderliche Lebensweise ohne Staat und Privateigentum – also genau das, was Jahrhunderte später von Denkern wie Karl Marx im 19. Jahrhundert als Endziel des Kommunismus definiert wurde. So drückt nun ein Spätaufsteher die Notruftaste: "Die Mauer muss weg! - Ohne die Brandmauer wäre ein Wahlergebnis wie in Sachsen-Anhalt nicht möglich gewesen, meint unser Kommentator – und fordert die übrigen Parteien deshalb zu einem Kurswechsel auf".

Sorgen in BW nach AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt,
Sachsen-Anhalt: Özdemir nennt AfD-Wahlsieg "politisches Beben"
Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt könnte auch Folgen für die baden-württembergische Landespolitik haben. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) nannte den Wahlsieg der AfD ein "politisches Beben" und appellierte an die Politik: "Das muss für alle demokratischen Kräfte bedeuten, dass nichts mehr bleiben kann, wie es ist, dass wir unsere Politik und unseren Politikstil grundlegend überdenken müssen."..BW-Innenminister Manuel Hagel (CDU) betonte gestern Abend, dass die CDU weiterhin für die eigenen Überzeugungen einstehen müsse
(swr.de. Im Tal der Ahnungslosen.)

25 Jahre deutsches staatliches Bio-Siegel:
Was es zur Erfolgsgeschichte macht
Fast alle haben das deutsche Bio-Siegel schon einmal gesehen: ein weißes Sechseck mit grünem Rand, in dem groß "Bio" steht. Jetzt feiert da5 Label Geburtstag..
(swr.de.Erst 25 Jahre Leben?)

Unfall in Weinheim: Ursache bislang ungeklärt
Flugzeug stürzt bei Sommerfest ab - zwei Tote, zwei Schwerverletzte
Beim Flugfest in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) ist am Sonntagnachmittag ein Flugzeug abgestürzt. Die Maschine verunglückte im Landeanflug..
(swr.de. Herbst.)

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NACHLESE
Landtagswahl
„Unsere Demokratie“ ist abgewählt
Von Alexander Heiden
Sachsen-Anhalt bietet eine grundlegende politische Lehre jenseits von Regierungsmehrheiten und Ministerposten an: Wenn der einzige tragende Gedanke die Verhinderung der Konkurrenz ist, stirbt der Parlamentarismus..
(Tichys Einblick. Ihre irre.)
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NiUS-LIVE: Der Siegmund-Sieg
Warum schnitt die AfD besser ab, als vorausgesagt – und die CDU sogar noch schlechter?
Die AfD schnitt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag besser ab als alle Umfragen prophezeiten – und die CDU noch schlechter, als selbst Pessimisten befürchtet hatten. Während die etablierten Medien und Demoskopen die Alternative systematisch kleinrechneten, belohnen die Wähler im Osten und bundesweit jene Partei, die Migration, Energiechaos und Bürokratiewahnsinn klar benennt. Die Brandmauer, die Nazikeule und die Verfassungsschutz-Spielchen haben die AfD nicht geschwächt, sondern gestärkt: Merz wollte sie halbieren und hat sie fast verdoppelt. Die CDU hingegen verliert, weil sie ihre eigenen Positionen preisgibt und sich an die SPD klammert, statt den Bürgerwillen umzusetzen.
Neue Kategorie „Überlauf-Mandate“: Wie viele CDUler stimmen jetzt mit der AfD?
Nun taucht eine neue Kategorie auf: die „Überlauf-Mandate“. Immer mehr CDU-Abgeordnete stimmen in Sachfragen – von Grenzsicherung über Abschiebungen bis zu Energie – faktisch mit der AfD, weil die Inhalte der Alternative oft den früheren Unionspositionen entsprechen. NIUS-Analysen zeigen Überschneidungen von bis zu 70 Prozent in zentralen Punkten des Deutschland-Plans. Die Brandmauer bröckelt nicht nur rhetorisch, sondern im Abstimmungsverhalten: Inhaltlich kooperieren etliche Unionsleute bereits, während die Parteispitze weiter so tut, als sei die AfD das absolute Übel. Wie viele CDUler es genau sind, bleibt im Nebel, doch die Zahl wächst mit jedem gescheiterten Regierungsvorhaben.
Was ist bloß mit Friedrich Merz los? Der Bundeskanzler wirkt immer verwirrter – ist sein Amt zu groß für ihn?
Der Bundeskanzler wirkt zunehmend verwirrter, seine Auftritte unkonzentriert, seine Aussagen widersprüchlich. Nach dem Debakel in Sachsen-Anhalt und den Tiefstwerten in den Umfragen stellt sich die Frage, ob das Amt schlicht zu groß für ihn ist. Ein Jahr Schwarz-Rot, und die Unzufriedenheit ist höher als bei jedem Vorgänger – 83 Prozent unzufrieden, nur ein Bruchteil hält ihn für gewachsen. Statt entschlossener Führung liefert Merz Konfusion, während die AfD weiter zulegt. Die Bürger merken den Unterschied zwischen Ankündigung und Realität.
(pi-news.net)

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DAS WORT DES TAGES
Und genau diese Altparteienpolitiker und ihre Entourage aus NGOs, C-Promis, Staatsfunk und Leid/tmedien, die *keinerlei* eigenes Wahlprogramm jenseits von „die Blauen sind alles pöhse N*zis“ präsentieren werfen der AfD vor, keine politischen Inhalte zu haben. Das hat was. Zum Glück merken’s die Wähler so langsam. Leider aber zu langsam.
(Leser-Kommentar, Tichys Einblick)
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Endergebnis Sachsen-Anhalt. (bild.de)

die AfD konnte Rekordwerte erreichen. Die CDU scheint derweil den Schaden nicht ganz verarbeitet zu haben. Max Mannhart und Max Ronald analysieren die historischen Ergebnisse..
(apollo-news.net. Noch eine Magdeburger Hochzeit.)

Internationale Pressestimmen
AfD-Beben ist „persönliche Demütigung für Friedrich Merz”
(focus.de.Wo ist Tsunami Merkel?)

Alexander Räuscher (CDU)
CDU-Wahldebakel
Wir machen den Fehler, dass wir einen Koalitionspartner wie die SPD akzeptieren“ . Die AfD soll in Sachsen-Anhalt regieren, fordert der CDU-Abgeordnete Räuscher – und warnt eindringlich vor Schwarz-Rot-Grün mit Linke-Tolerierung. Sonst drohten desaströse Folgen..
(welt.de.Is nix mit C wie Communism?)

Siegmunds Sieg und die Ohnmacht der Anderen
Von Peter Grimm • Die AfD siegt und muss sich zur Ministerpräsidentenwahl noch drei zusätzliche Abgeordnetenstimmen suchen. Die CDU wird mehr als halbiert und steht vor einer kaum auflösbaren Zerreißprobe. Und all das dank der "Brandmauer"..
(achgut.com. Ein halber Merz ist die ganze CDU.)

Das Ergebnis, das niemand wollte und das keinem hilft
Selbst der Plan von CDU-Ministerpräsident Schulze, Schwarz-Rot-Grün von der Linken tolerieren zu lassen, ist gescheitert. Nicht einmal dafür reicht das Ergebnis. Es ist ein Patt. Aber auch die AfD könnte nur mit einem unwägbaren BSW regieren. Was nun?.
(Junge Freiheit. Weg miz dem Volk.)

BILD exklusiv:
Neue PISA-Studie: Deutschlands Schüler schlecht wie nie
Deutschland rutscht bei PISA noch tiefer ab. Besonders alarmierend: Die Risikogruppe der leistungsschwachen Schüler wächst. Deutschland droht ein PISA-Schock 3.0..
(bild.de. Wo kommt das wohl her?)

In den Sonnenuntergang
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

(gh) - Nun haben sie Merz, dem Abbauer, die Rösslein ausspannt. Welcher Ochs oder Esel wird ihn weiter reiten lassen in den Sonnenuntergang? Wer reitet so spät durchNacht und Wind? KI zweifelt: "Nach dem massiven Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 steht Bundeskanzler Friedrich Merz politisch und innerparteilich schwer unter Druck. Ob er im Amt bleibt, hängt in den kommenden Wochen vor allem vom Rückhalt der Unionsspitze und dem Ausgang der nächsten Regionalwahlen ab.
Die aktuelle Lage rund um seine politische Zukunft stellt sich wie folgt dar:Das Wahlergebnis als Auslöser: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stürzte die CDU auf rund 17,2 Prozent ab (mehr als halbiert), während die AfD mit über 43 Prozent stärkste Kraft wurde. Dies hat die Debatte über die Wirksamkeit von Merz' Kurs und seiner 'Brandmauer' massiv angeheizt. Während enge Vertraute wie Kanzleramtschefin Warken eine Personaldebatte prompt ablehnten, fordern Stimmen aus den hinteren Reihen der Union – wie etwa aus der Jungen Union – bereits offen einen personellen und politischen Neuanfang sowie Merz' Rücktritt als Kanzler und Parteichef.
Die kommenden Wegweiser: Die politische Überlebensfähigkeit von Merz entscheidet sich voraussichtlich am 20. September 2026. Dann stehen die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an. Sollte die CDU dort ebenfalls historisch schlecht abschneiden, gilt eine offene Debatte über einen Kanzlertausch im Herbst als sehr wahrscheinlich. Als potenzielle Nachfolgekandidaten für Friedrich Merz in der Union gelten in der aktuellen politischen Debatte vor allem zwei Männer, die für unterschiedliche Strömungen und Generationen stehen:
Hendrik Wüst: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen wird immer wieder als moderner, liberal-konservativer Gegenentwurf zu Merz gehandelt. Angesichts schwacher Umfragewerte der Bundesregierung rückt er als Spitzenpolitiker der jüngeren Generation (rund 20 Jahre jünger als Merz) verstärkt in den Fokus für eine mögliche Kanzlerkandidatur oder Parteinachfolge. Markus Söder: Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident bleibt als omnipräsentes Schwergewicht der Union stets ein potenzieller Anwärter, wenn es um die Führungsfrage im konservativen Lager geht.
Machtverschiebungen im engeren UmfeldInnerhalb der Berliner Machtstruktur hat sich zudem Torsten Frei als extrem einflussreich etabliert. Frei, der zuvor als Kanzleramtschef agierte, wurde Ende Juli mit einem starken Ergebnis von 91,9 % zum neuen Unionsfraktionschef im Bundestag gewählt (als Nachfolger von Jens Spahn). Damit besetzt Frei die wichtigste parlamentarische Schlüsselposition der Union. Auch wenn er eng mit Merz verbunden ist, gilt er durch dieses mächtige Amt automatisch als architektonischer Pfeiler für jede künftige personelle Neuaufstellung".
AfD-Wahlsieg
Wie geht es jetzt weiter in Sachsen-Anhalt?
Von MANFRED ROUHS
43,8 Prozent der Wählerstimmen sind ein großartiger Erfolg für Ulrich Siegmund und für die AfD. Nur wenige Stimmen im Landtag fehlen für die blaue Regierungsbildung. Die können vom BSW oder von Abweichlern aus der CDU kommen.
Die CDU bröckelt. Bundeskanzler Friedrich Merz ist es gelungen, seine Partei zu halbieren und die AfD zu verdoppeln. Jeder seiner Wahlkampfauftritte war eine Belastung für die CDU. Der untergehenden Union fehlt jegliche Integrationskraft – und vor allem fehlen ihr realistische politische Ziele.
Die AfD dagegen kann in Sachsen-Anhalt das Problem des Islamismus mit einer neuen deutschen Härte eindämmen. Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt besteht hierfür breite Zustimmung in der Bevölkerung. Sie kann landespolitische Spielräume in der Asylpolitik nutzen und bessere Abschiebe-Quoten erreichen als andere Bundesländer.
Und sie kann insgesamt in der Innenpolitik neue Akzente setzen, beispielsweise in der Auseinandersetzung mit dem Linksextremismus. Für den Kampf gegen religiös oder politisch motivierte Verbrecher bestehen ganz neue technische Möglichkeiten, die bislang in Deutschland noch nicht zum Einsatz gekommen sind. Sachsen-Anhalt kann das sicherste Bundesland Deutschlands werden!
Demokratie lebt von der Veränderung. Im Osten verändern sich die Verhältnisse gerade zum Besseren hin!
(pi-news.net)
Gefragt
Gibt es einen Zeitungstag ohne Wolfgang Grupp?
Gelesen 7. 9. 26

(tutut) - Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht, sagt der Pole Lec. Welche Geschichtsschreibung hätten wir denn gern, mit Auslassungen, die oft mehr sagen als ein ganzes Sammelsurium, was ist wichtig bei Geschichtsschreibung, was kann vernachlässigt werden? "Der polnische Satiriker Stanisław Jerzy Lec traf mit seinem Zitat einen wunden Punkt: Geschichtsschreibung ist selten ein neutrales Foto der Vergangenheit, sondern oft ein gemaltes Bild", erklärt KI. So wird mancher Nachkriegspolitiker zum Superdemokrat, lässt man seine Vorgeschichte weg. "Gute Geschichtsschreibung sucht nach der Wahrheit, auch wenn sie diese nie ganz erreicht. Folgende drei Säulen sind dabei entscheidend: Vielfalt der Quellen: Historiker müssen Briefe, Akten, Tagebücher und Funde prüfen. Sie dürfen sich nicht nur auf Berichte der Gewinner verlassen. Der historische Kontext: Ereignisse müssen aus ihrer eigenen Zeit heraus verstanden werden, nicht mit den moralischen Vorstellungen von heute. Transparenz der Methode: Ein Historiker muss offenlegen, woher seine Informationen stammen und warum er bestimmte Schlüsse zieht. Was kann vernachlässigt werden? Geschichte kann nicht jedes Detail bewahren, da die Datenflut zu groß wäre. Folgende Dinge treten in den Hintergrund: Zufällige Alltagsdetails: Die Farbe der Socken

eines Königs ist egal, es sei denn, sie hatte eine politische Bedeutung. Sackgassen ohne Wirkung: Ereignisse oder Ideen, die keinerlei Einfluss auf die Folgezeit hatten, werden oft aussortiert. Reine Gerüchte: Behauptungen ohne Beweise oder zweite Quellen fallen aus der seriösen Geschichtsschreibung heraus. Die Macht der Auslassung: Wie Lec richtig andeutet, ist das Weglassen oft das mächtigste Werkzeug der Manipulation. Durch das bewusste Verschweigen von Ereignissen – wie etwa Verbrechen der eigenen Nation – entsteht ein völlig verzerrtes Bild. Ein 'Sammelsurium' an unwichtigen Fakten wird manchmal sogar genutzt, um die wirklich entscheidenden Lücken in einer Erzählung zu tarnen". Einer der Geschichte studiert hatte, war Bundeskanzler Helmut Kohl. Er war überzeugt, dass man ohne den Bezug zur Geschichte nicht politisch tätig sein kann.Jede Generation mache zwar ihre eigenen Fehler, doch man könne und müsse aus der Geschichte lernen. Er betonte wiederholt, dass die Deutschen die Lektionen der Geschichte verstanden hätten und von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen dürfe. Da hat er sich wohl getäuscht. Deshalb findet offenbar sein Grab in Speyer nicht die verdiente Ruhe. Was würde er wohl sagen, wenn er dies lesen müsste von frau in einer "Zeitung für christliche Kultur und Politik" über Sachsen-Anhalt mit seinen nur 2,1 Millionen Einwohnern bei abnehmender Tendenz: "Die Lage ist in der Tat verfahren. Einerseits zeichnet sich diese klare Mehrheit für eine rechtsextreme Partei ab, die kein Demokrat in einer Machtposition haben will. Andererseits fühlt es sich dennoch wie eine Missachtung des Wählerwillens an, wenn die Zustimmung zu einer Partei so eindeutig ist, wie es im Falle der AfD zu sein scheint. Für die CDU könnten die Wahlen im Osten auch parteiintern zur Zerreißprobe werden. 2018 hat sie in einem Parteitagsbeschluss jede Zusammenarbeit mit der AfD und der Linken ausgeschlossen, aber das scheint in der politischen Praxis zunehmend weniger für den linken Rand zu gelten". Lieber C wie Communism statt Christlich? Was versteht sie denn unter Demokratie? Etwa DDR?

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Merz ist vorbei
Wahl Sachsen-Anhalt (Hochrechnung)

(bild.de)
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Bundesregierung plant "Cyberdome"
Özdemir fordert "Hochdruck" beim Schutz sicherheitsrelevanter Infrastruktur
In vier Bundesländern waren Umspannwerke das Ziel von Brandstiftung. BW-Ministerpräsident Özdemir ruft zu schnellem Handeln auf. Die Bundesregierung kündigt Maßnahmen an..
(swr.de. Wann ruft er grüne Kommunisten zur Vernunft?)

Weinbau in BW im Wandel
Immer mehr Weinberge ohne Reben: Warum viele Winzer aufgeben
Steigende Kosten und der Klimawandel machen den Winzerinnen und Winzern zu schaffen. Manche geben auf, andere suchen nach Lösungen, um ihre Reben widerstandsfähiger zu machen..
(swr.de. Wie die grünen Propheten befehlen.)

Verhütet Grundgesetz Scharia?
(gh) - Eine Prognose geht von muslimischer Mehrheit in Deutschland ab 2050 aus. Die Geschichte des muslimisch beherrschten Spaniens (Al-Andalus) zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert lässt sich nicht als Blaupause auf moderne Staaten übertragen, mrint Ki.In der mittelalterlichen islamischen Rechtsordnung gab es den sogenannten Schutzstatus (Dhimma) für Christen und Juden. Diese mussten eine Sondersteuer (Dschizya) entrichten, erhielten im Gegenzug Schutz für Leib und Leben sowie das Recht auf eigene Religionsausübung, waren jedoch rechtlich mindergestellt.Historiker betonen jedoch, dass diese mittelalterlichen, imperialen Strukturen nicht mit den Mechanismen moderner demokratischer Gesellschaften vergleichbar sind.Deutschland sei ein säkularer Verfassungsstaat. Das Grundgesetz verankere unveräußerliche Grundrechte, darunter:Die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Das deutsche Rechtssystem basiere auf demokratischen Prinzipien und dem Selbstbestimmungsrecht, nicht auf religiösen Gesetzen. Die Einführung religiöser Abgaben wie einer mittelalterlichen Minderheitensteuer für Nicht-Muslime sei im Rahmen des Grundgesetzes rechtlich ausgeschlossen. Ist KI so naiv, anzunehmen, dass das Grundgesetz nicht zu ändern wäre? Geschieht doch selbst nach Belieben alle paar Momente. Wozu sollten Moslems das Grundgesetz brauchen, wenn sie die Scharia haben.
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DAS WORT DES TAGES
Er war Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand.
(Ludwig Thoma)
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Alle Zeichen stehen auf schwarzrotrotgrün
Söder bestätigt indirekt: wer CDU in Sachsen-Anhalt wählt, wählt Linke
Von Klaus-Rüdiger Mai
Markus Söder sagt vor der Wahl in Sachsen-Anhalt offen, wohin die Reise der Union geht: lieber mit der SED-Linken als mit der AfD. Die Brandmauer wird damit endgültig zum Machtkartell gegen den ausdrücklichen Wählerwillen. CDU und CSU betreiben unbeirrt und mit Volldampf ihre politische Selbstzerstörung..
/Tichys Einblick. 1990 hatte der Sozialismus gewonnen, als des Teufels Großmutter kam.)

DER PODCAST AM MORGEN
Sachsen-Anhalt rechnet ab, und Merz redet über die Brandmauer – TE-Wecker am 6. September 2026
Von Holger Douglas
Politiker, sogenannte Prominente und Aktivisten reisten nach Sachsen-Anhalt, um vor der AfD zu warnen. Über hohe Energiepreise und die Sorgen der Pendler sprachen sie nicht. Die einen brachten Stars und Moralappelle – AfD-Spitzenkandidat Siegmund brachte eine Tankquittung. Denn eine Brandmauer füllt keinen Tank. Warum Sachsen-Anhalt anders wählen könnte..
(Tichys Einblick. Das Volk aber hat keine Wahl. Was wieder mal zu beweisen war.)

Nur ein Wahltag, aber ein Tag der Wahl:
Die verlorene Leichtigkeit des Seins
Von Klaus-Rüdiger Mai
Wenn die Leichtigkeit des Seins endet, beginnen Diktaturen. Es scheint so zu sein, dass am Anfang des besten Deutschlands, das wir je hatten, eine Demonstration stand, wie am Ende des besten Deutschlands, das wir je hatten, ein Aufmarsch steht..
(Tichys Einblick. Im Land der Frühaufsteher schlafen die Spätmerker.)

Historiker gegen die AfD
Tagtäglich ist es kurz vor 1933
Wie sich die Hysterie über heutige Parallelen zur Weimarer Republik unter Historikern ausbreitet, ist erschütternd. Das Geraune vom „neuen 1933“ offenbart nicht nur NS-Verharmlosung..
(Junge Freihet.Hysteriker.)
Blick zurück - nach vorn
Blackbox KW 36 – Wissen Demente, was sie wählen? Und wie oft?
Von Stephan Paetow
Diese Frage muss offenbleiben, auch wenn die Staatsanwaltschaft Dessau meint, bei der Stimmabgabe für eine Demente liege kein Vergehen vor..
(Tichys Einblick. Müssen die es wissen?)

Schockierende Zahlen
Mehr Moslems als Christen besuchen Wiens Grundschulen
..Montag beginnt in Wien das neue Schuljahr. Kurz zuvor lassen neue Zahlen aufhorchen: In den Grundschulen sind 39 Prozent der Kinder muslimisch. In den weiterführenden Mittelschulen sogar fast die Hälfte..
(Junge Freiheit. Einst vor Wien, nun drin.)
Wenn weg, dann weg?
Kaliningrad und die Geister Preußens
Von Gastautor Shoumojit Banerjee
Von den Festungen des Deutschen Ordens bis hin zu modernen Raketengarnisonen – die umkämpfte Geografie des Baltikums hat Königsberg, das heutige Kaliningrad, zu einem immer wiederkehrenden europäischen Krisenherd gemacht.
Im Jahr 1736 machte sich der Schweizer Universalgelehrte und Mathematiker Leonhard Euler daran, ein skurriles Rätsel zu lösen, für das Königsberg bekannt war: Wie kann man alle sieben Brücken der historischen Hauptstadt der ostpreußischen Stadt genau einmal überqueren? Sein Beweis für die Unmöglichkeit dieser Aufgabe führte versehentlich zur Entstehung der modernen Topologie und Netzwerkanalyse. Heute, fast drei Jahrhunderte später, steht Europa vor einer weitaus folgenschwereren Version desselben Rätsels: Wie lassen sich die strategischen Brücken rund um Kaliningrad (das heutige Königsberg) überqueren, ohne eine unsichtbare Schwelle zu überschreiten und in einen Krieg zu geraten, aus dem es kein Zurück mehr gibt?
Es gibt nur wenige Orte auf der Erde, an denen der gewaltsame Zusammenbruch vergangener Reiche auf einer modernen Militärkarte noch so deutlich ablesbar ist. Kaliningrad ist einer davon.
Letzte Woche führte die NATO eine groß angelegte Luftmanöver-Übung über Nordostpolen durch, nur einen Steinwurf von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt. Amerikanische und norwegische F-35 flogen zusammen mit einem E-3A Sentry AWACS-Überwachungsflugzeug, Luftbetankungsflugzeugen und einer EA-37B-Plattform für elektronische Kriegsführung – einem Mittel, das speziell dafür entwickelt wurde, komplexe integrierte Luftabwehrnetze auszuschalten. Die polnischen Behörden stellten die Operation als Routineübung unter Verbündeten dar. Sie bestritten ausdrücklich jeglichen Zusammenhang mit jüngsten russischen Startbefehlen. Tatsächlich erfolgte das Manöver auf durchgesickerte Berichte in der deutschen Presse über ein NATO-Landkriegsführungskonzept, das darlegt, wie in einer Anfangsphase eines Krieges im Baltikum russische Flugzeuge, Marschflugkörper, Drohnen und Radaranlagen mit Stützpunkt in Kaliningrad rasch ausgeschaltet werden müssen.
Eulers Königsberger Rätsel
Das hochbrisante Luftmanöver fiel mit hinter den Kulissen stattfindenden Manövern zusammen. Ein unauffälliger Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau inmitten des Zermürbungskriegs in der Ukraine, der Munitionsengpässe im Westen und der eskalierenden Schattenkriege wird als „Warnung“ an den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor einer weiteren Eskalation der Konfrontation mit dem Westen interpretiert. Was auch immer die stille Botschaft sein mag: Die ungewöhnliche Reise unterstreicht das Paradox des Augenblicks – während die NATO und Russland ihre militärischen Signale rund um Kaliningrad verschärfen, versucht Washington gleichzeitig, einen Kanal zum Kreml offen zu halten, um zu verhindern, dass diese Signale zu einer katastrophalen Fehleinschätzung führen.
Eingeklemmt zwischen Polen und Litauen ist Kaliningrad durch mehr als 100 Meilen NATO-Gebiet vom russischen Festland getrennt. Im Südosten liegt Weißrussland, Moskaus Satellitenstaat. Zwischen Weißrussland und Kaliningrad erstreckt sich der Suwałki-Korridor – eine 40 Meilen lange Landbrücke, die die baltischen Republiken mit dem Rest des Bündnisses verbindet. Im Falle eines offenen Konflikts wäre Kaliningrad der Amboss, auf dem die Verteidigung der baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland gebrochen oder geschmiedet wird.
Der imperiale Keim
Diese militärische Anomalie ist das Ergebnis territorialer Neuordnungen des 20. Jahrhunderts, doch die strategische Rolle Kaliningrads reicht weit über die NATO-Erweiterung, den aktuellen Krieg in der Ukraine oder Wladimir Putins revanchistische Doktrin hinaus.
Die schwer bewaffnete russische Bastion, die heute die Ostflanke der NATO bedroht, war einst der Ort, an dem das Königreich Preußen ins Leben gerufen wurde. Am 18. Januar 1701 unternahm Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, die lange Reise nach Osten nach Königsberg (wie Kaliningrad damals hieß), um sich selbst zum Friedrich I., „König in Preußen“, zu krönen. Die sorgfältig gewählten Präpositionen spiegelten einen feinen juristischen Schachzug wider – Preußen lag außerhalb des Heiligen Römischen Reiches, was es den Hohenzollern ermöglichte, königliche Souveränität zu beanspruchen, ohne den Habsburger Kaiser zu provozieren. Wie der Historiker Christopher Clark in Iron Kingdom: the Rise and Downfall of Prussia (2006) zeigt, war Preußen nie eine natürliche geografische Einheit, sondern eine Ansammlung nicht zusammenhängender Gebiete, die über die nordeuropäische Ebene verstreut waren, denen natürliche Verteidigungsgrenzen fehlten und die ständig der Gefahr einer Einkreisung an mehreren Fronten ausgesetzt waren.
Von Anfang an war Ostpreußen eine exponierte Insel, die durch polnisches Gebiet von Brandenburg getrennt war. Clark zeigt, dass diese ständige geografische Prekarität eine unverwechselbare preußische politische Kultur prägte, in der eine hyperrationalisierte Bürokratie mit einer vorwärts gerichteten, militarisierten Staatsführung verbunden war und präventive Verteidigung zu einer existenziellen Notwendigkeit wurde.
Dennoch entwickelte sich Königsberg am Schnittpunkt deutscher, polnischer, litauischer und russischer Kulturwelten zu einer kulturell reichen Stadt. Es wurde zu einem Zentrum der Aufklärung, verewigt durch den Philosophen Immanuel Kant, der sein gesamtes Leben innerhalb der von rotem Backstein geprägten Mauern verbrachte und dort seine Theorien zum ewigen Frieden formulierte.
Die Stadt beherrschte zudem die Seewege der südöstlichen Ostsee. Als Otto von Bismarck 1871 Deutschland unter preußischer Führung vereinte, wurde Ostpreußen zu einem imperialen Vorposten, zu einer deutschen Speerspitze, die tief in den slawischen Osten vordrang.
Wie A.J.P. Taylor in seinem Klassiker The Struggle for Mastery in Europe (1954) feststellte, waren die imperialen Grenzgebiete zwischen dem deutschen Hohenzollern- und dem russischen Romanow-Reich von Natur aus destabilisierend. Im Jahr 1914 wurde Ostpreußen zum Hauptschauplatz der Ostfront. Der deutsche Sieg bei Tannenberg bewies, dass die Kontrolle über die Zugänge zur Ostsee eine Voraussetzung für die Vorherrschaft in Mitteleuropa war. Der Erste Weltkrieg verwandelte diese geografische Kuriosität in einen explosiven revanchistischen Streitpunkt. Im Rahmen des Versailler Vertrags von 1919 wurde dem wiederhergestellten polnischen Staat über den „Polnischen Korridor“ Zugang zum Meer gewährt, wodurch Ostpreußen vom Rest der Weimarer Republik abgeschnitten wurde. Danzig wurde als Freie Stadt unter der Verwaltung des Völkerbundes ausgegliedert.
Zwei Jahrzehnte lang waren die Transitrechte durch den Polnischen Korridor eine ständige Quelle diplomatischer Spannungen zwischen Berlin und Warschau – ein historischer Präzedenzfall, der die heutigen angespannten Verhandlungen über den litauischen Schienentransit nach Kaliningrad widerspiegelt. Durch die Abtrennung Ostpreußens schuf Versailles eine isolierte Exklave, deren strategische Verwundbarkeit die Nazi-Propaganda direkt befeuerte. Als Deutschland im September 1939 in Polen einmarschierte, geschah dies unter anderem unter dem Vorwand, die ununterbrochene territoriale Kontinuität Ostpreußens wiederherzustellen.
Der darauf folgende katastrophale Krieg zerstörte die 700-jährige historische Geografie der Region. Als die sowjetische Rote Armee Anfang 1945 nach brutalen Bombardements und einer blutigen Belagerung schließlich in Ostpreußen einmarschierte, ging das einher mit einer ethnischen Säuberung von gigantischem Ausmaß. Millionen deutscher Zivilisten flohen nach Westen flohen oder wurden im Rahmen des Potsdamer Abkommens vertrieben. Um seinen Militarismus zu bannen, tilgten die Alliierten Preußen per Dekret von der Landkarte. Die westlichen Gebiete wurden in neue deutsche Länder eingegliedert, die südlichen Gebiete an Polen abgetreten und das nördliche Drittel Ostpreußens, einschließlich Königsbergs, direkt der Sowjetunion angegliedert. 1946 wurde die Stadt nach dem bolschewistischen Funktionär Michail Kalinin in Kaliningrad umbenannt. Deutsche Straßennamen wurden getilgt, lutherische Kirchen abgerissen und die Ruine des Königlichen Schlosses gesprengt, um Platz für das brutalistische „Haus der Sowjets“ zu schaffen.
Joseph Stalins Gebietsannektierung kehrte die geopolitische Polarität des Baltikums um. Jahrhundertelang war Königsberg eine deutsche Bastion gewesen, die nach Osten in Richtung Russland blickte. Über Nacht wurde Kaliningrad zu einem schwer befestigten sowjetischen Vorposten, der nach Westen Richtung Europa blickte – und in Baltiysk das eisfreie Hauptquartier der Baltischen Flotte beherbergte.
Solange der Warschauer Pakt bestand, verdeckte die weitläufige Geografie des Sowjetblocks Kaliningrads Isolation. Der Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1991 zerschlug diese Konstellation. Als Polen und die baltischen Republiken zwischen 1999 und 2004 der NATO beitraten, sah sich Kaliningrad vollständig von einem vorrückenden westlichen Bündnis umzingelt. Für Moskau führte diese Isolation zu akuter strategischer Paranoia. Über die vergangenen zwei Jahrzehnte hat der Kreml die Exklave in eine beeindruckende „Anti-Access/Area-Denial“-Festung (A2/AD) verwandelt, in der S-400-Boden-Luft-Raketen, ballistische Raketen vom Typ Iskander-M mit doppeltem Einsatzzweck sowie Küstenabwehrbatterien stationiert sind. Von diesem winzigen Gebiet aus können russische Waffen NATO-Flugzeuge über Polen ins Visier nehmen und den Schiffsverkehr über die Ostsee unterbinden.
Doch genau jene Waffen, die Kaliningrad zu einem tödlichen Vorposten machen, machen es auch zu einem extrem verwundbaren Ziel. Umgeben von einem Gebiet, das sich durch den Beitritt Schwedens und Finnlands faktisch in einen „NATO-See“ verwandelt hat, kann die NATO in einem offenen Konflikt das russische Raketenarsenal in ihrem Rücken operativ nicht dulden.
Das Paradoxon von Kaliningrad besteht darin, dass defensive Schritte der einen Seite bei der anderen Seite offensive Verdächtigungen auslösen. In gewisser Weise bleibt das Europa des 21. Jahrhunderts in Eulers altem mathematischen Rätsel gefangen. Und bis die Sicherheitsarchitektur des Kontinents ein neues Gleichgewicht findet, scheint Europa dazu bestimmt zu sein, im Königsberger Dilemma gefangen zu bleiben – im Versuch, die strategischen Brücken der Ostsee zu überqueren, ohne in einen Krieg zu geraten, aus dem es kein Zurück gibt.
Der Plan des Deutschen Ordens
Jahrhunderte bevor Kaliningrad zu einer schwer bewaffneten russischen Enklave wurde, die vom östlichen Rand der NATO bedroht ist, entstand Königsberg als eine Bastion des Deutschen Ordens. Der Orden war ein mittelalterlicher deutscher militärisch-monastischer Kreuzfahrerstaat, im Wesentlichen eine souveräne Körperschaft von Kriegermönchen, die, unterstützt vom Papst und dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Staatsbildung mit der schwertspitzenbegleiteten Ausbreitung des Christentums verbanden, um fremde Gebiete zu erobern, zu bekehren und zu beherrschen.
Königsberg war eine solche vorgerückte Klosterfestung, errichtet an einer der unerbittlichsten Grenzen des mittelalterlichen Europas. Als die Deutschen Ritter im 13. Jahrhundert unter dem gemeinsamen Banner von Schwert und Kreuz an der Ostseeküste eintrafen, unterwarfen sie die heidnischen preußischen Stämme und errichteten eine beeindruckende Kette befestigter Festungen, die sich über das heutige Nordpolen und die Ostseeküste erstreckte. Königsberg, 1255 gegründet und zu Ehren von König Ottokar II. von Böhmen benannt, war das Juwel dieses kriegerischen Unterfangens. Es lag genau an der Schnittstelle, wo die deutschsprachigen Gebiete des Ordens im Süden auf das polnische Reich und im Osten auf das weite, heidnische Hinterland Litauens trafen.
Der große strategische Albtraum des Ordens war ein Problem der räumlichen Kontinuität. Ganz im Norden lag sein Schwestergebiet Livland; im Südwesten lag Preußen. Dazwischen lag Samogitien – eine raue, bewaldete litauische Region, die sich bis zur Ostseeküste erstreckte und die nördlichen und südlichen Besitztümer der Ritter physisch voneinander trennte. Über ein Jahrhundert lang führte der Orden unerbittliche saisonale Feldzüge, um Samogitien zu unterwerfen, im verzweifelten Bestreben, seine zersplitterten Gebiete zu einem zusammenhängenden strategischen Raum zu vereinen.
Die Parallele zum heutigen Suwałki-Korridor ist überdeutlich. So wie der Deutsche Orden einst Samogitien als die Landbrücke, die er zur Vereinigung seines baltischen Reiches benötigte, mit besessenem Blick ins Visier nahm, richten moderne strategische Planer denselben besorgten Blick auf das schmale polnisch-litauische Grenzgebiet, das Kaliningrad von Weißrussland trennt. Der mittelalterliche Schmelztiegel schmiedete ein beständiges politisches Dilemma. Indem der Orden seine Grenzen nach außen verschob, provozierte er genau jene Bündelung von Feinden, die er am meisten fürchtete. Die dynastische Union von Polen und Litauen im Jahr 1386 schuf eine gewaltige Koalition gegen ihn. Die Krise gipfelte am 15. Juli 1410 in der blutigen ersten Schlacht von Tannenberg, auch bekannt als die Schlacht von Grunwald. In einem brutalen Zusammenstoß zerschlug die vereinte polnisch-litauische Armee das Heer des Ordens, tötete den Großmeister und vernichtete dessen militärische Elite.
Doch wie der Historiker Sebastian Haffner in Aufstieg und Fall Preußens feststellte, legte der Niedergang des mittelalterlichen Staates lediglich den Grundstein für den entstehenden preußischen Staat, der zwar geografisch zersplittert, ressourcenarm und ohne natürliche Barrieren war, aber nicht mit Panik, sondern mit obsessiver Organisation reagierte. Der preußische Verwaltungsstaat entstand direkt aus dieser Grenzangst heraus, und sein Finanzapparat, seine bürokratische Aufsicht sowie seine stehenden Heere wurden zu einem einzigen Apparat verschmolzen, um die geografische Verwundbarkeit zu überstehen. Die Grenze brachte den Staat hervor, und der Staat wiederum schuf die militärische Disziplin, die notwendig war, um die Grenze neu zu gestalten.
Dies ist der tiefe, zugrunde liegende Faden, der die mittelalterlichen Ritter von Königsberg mit den modernen Raketengarnisonen von Kaliningrad verbindet.
Der Deutsche Orden suchte Sicherheit durch steinerne Ordensburgen und den verzweifelten Versuch, die Lücken zwischen seinen Festungen zu schließen. Heute versucht Moskau, seine baltische Exklave durch S-400-Batterien, Iskander-Raketen und „Anti-Access“-Zonen zu sichern. So wie der mittelalterliche Orden den Raum zwischen seinen Ländereien als tödliche Barriere betrachtete, so sehen auch die NATO und Russland die Suwałki-Lücke als Zündschnur eines kontinentalen Pulverfasses an.
Der ausgelöschte Staat
Am 25. Februar 1947 kamen Vertreter der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion unter der Schirmherrschaft des Alliierten Kontrollrats in Berlin zusammen, um das Kontrollratsgesetz Nr. 46 zu unterzeichnen. In einem lakonischen und historisch beispiellosen Dekret, das darauf abzielte, die Medusa des preußischen Militarismus zu dezimieren, überwachten die Alliierten die rechtliche Auflösung eines Staates, der über zwei Jahrhunderte lang das Kräftegleichgewicht in Europa beherrscht hatte.
Die Auflösung Preußens war als absolut konzipiert. Auf der Potsdamer Konferenz von 1945 sicherte sich Josef Stalin das nördliche Drittel Ostpreußens für die Sowjetunion und stellte diese Gebietsannektierung als rechtmäßige Vergeltung für die deutsche Aggression während des Krieges dar. Was folgte, war eine demografische und kulturelle Säuberung von erstaunlichem Tempo.
Wie der Historiker R. M. Douglas in Orderly and Humane: the Expulsion of the Germans after the Second World War (2012) dokumentiert, wurden über zwei Millionen deutsche Zivilisten systematisch vertrieben oder zur Flucht nach Westen gezwungen – eine der größten Zwangsumsiedlungen der Menschheitsgeschichte. Königsbergs jahrhundertealte lutherische Kirchen, preußische Archive und Hohenzollern-Denkmäler wurden ausgelöscht. Die Stadt, 1946 in Kaliningrad umbenannt, wurde mit sowjetischen Siedlern neu besiedelt und in eine streng kontrollierte Garnisonsstadt an der Ostsee verwandelt.
Die feine Ironie dabei: Zwar gelang es den Alliierten, die verfassungsrechtlichen Strukturen Preußens zu zerschlagen, doch konnten sie die grundlegende Geografie, die das preußische Handeln geprägt hatte, nicht beseitigen. Stalins territoriale Neugestaltungen basierten auf der Annahme eines dauerhaften sowjetischen Einflussbereichs, der sich bis nach Mitteleuropa erstreckte. Als die UdSSR 1991 zerbrach, führte das Gesetz Nr. 46 zu einer unbeabsichtigten geopolitischen Volte. Nachdem Polen und die baltischen Republiken ihre Souveränität zurückerlangt und sich in die NATO integriert hatten, sah sich Moskau mit genau jener Verwundbarkeit konfrontiert, die bereits drei Jahrhunderte zuvor die preußischen Kurfürsten heimgesucht hatte: ein isolierter, ungeschützter Außenposten, umgeben von potenziellen Gegnern.
Insofern ist die intensive Militarisierung Kaliningrads, die sich in der Stationierung von Iskander-Raketen, S-400-Luftabwehrkomplexen und Anlagen zur elektronischen Kriegsführung zeigt, in gewisser Weise das direkte Erbe des Jahres 1947. Denn Moskau agiert heute im Baltikum nach denselben strategischen Imperativen, die einst die Hohenzollern bestimmten. Kaliningrad ist der Beweis dafür, dass politische Regime vergehen mögen, aber strategische Brennpunkte immer ihre eigene Dynamik entfalten.
(vera-lengsfeld. de)
Ganz stark?
Menschsein zwischen Sturm und Drang

(gh) - Es gab mal den Begriff der Halbstarken, sogar einen Film, heute scheint es, dass ganz Deutschland im Halbstarken verweilt, und die Scheu groß ist, unter den Menschen, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen, für sich und das Land. KI erinnert: "Der Begriff der 'Halbstarken' prägte vor allem die 1950er-Jahre und beschrieb Jugendliche, die durch rebellisches Verhalten, Lederjacken und Protest gegen die Elterngeneration auffielen.
Ihr gesellschaftlicher Befund berührt eine aktuelle Debatte, die in der Soziologie und Psychologie unter Begriffen wie 'Peter-Pan-Syndrom' oder 'Infantisierung der Gesellschaft' intensiv diskutiert wird.Während die Halbstarken damals eine temporäre Phase des Übergangs markierten, sehen Kritiker heute oft strukturelle Gründe für ein verzögertes Erwachsenwerden.
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Faktoren für das veränderte Erwachsenwerden: Verlängerte Übergangsphasen: Ausbildung, Studium und die Phase der beruflichen Orientierung dauern heute oft viel länger als in den 1950er- und 1960er-Jahren. Der Eintritt ins 'echte' Berufsleben verschiebt sich nach hinten.Wirtschaftliche Hürden: Hohe Mieten, Immobilienpreise und unsichere Arbeitsverhältnisse erschweren es jungen Generationen, klassische Symbole des Erwachsenseins (wie eine eigene Familie oder Wohneigentum) zu realisieren.
Optionen-Überfluss: Die Fülle an Lebensentwürfen und Wahlmöglichkeiten führt häufig zu Entscheidungsunfähigkeit. Sich festzulegen bedeutet heute auch, viele andere Optionen aufzugeben.Gewandelter Verantwortungsbegriff: Viele Menschen engagieren sich heute anders – etwa in sozialen Bewegungen oder im Kleinen –, scheuen jedoch traditionelle, starre Strukturen wie Parteien oder klassische Vereinsarbeit.
Die Wahrnehmung, dass nachfolgende Generationen unreifer wirken oder sich vor Verantwortung drücken, ist historisch allerdings kein neues Phänomen. Schon in der Antike beklagten Denker den Sittenverfall und die mangelnde Disziplin der Jugend. Heute verschwimmen die Grenzen zwischen den Lebensphasen fließender als früher, was sowohl als Gewinn an individueller Freiheit als auch als Verlust von Orientierung gedeutet werden kann".
Generationen im Laufe sich verändernder Zeiten zu vergleichen, ist wie Äpfel für Birnen zu halten. Wer die Halbstarken von damals heute wieder zu erkennen glaubt, versteht die Menschen nicht. Nein, heute soll die Jugend erwachsen sein, stark, und hat es in Wirklichkeit schwer, halbstark zu beginnen. Dies schafft Unsicherheit, Brandmauern, woran auch ein 70-jähriger Kanzler zu scheitern scheint.
Der stoische Philosoph Seneca sah das Problem beim Übergang von der Jugend zum Erwachsenwerden vor allem in der mangelnden emotionalen und geistigen Reife, gepaart mit einer Fehleinschätzung der Lebenszeit. In seinen Epistulae morales ad Lucilium beschreibt er diesen Konflikt anhand mehrerer Kernprobleme: Jugendliche neigen dazu, das Leben als unendlich und selbstverständlich anzusehen. Sie verschwenden Zeit und schieben das eigentliche 'Leben' und die persönliche Weiterentwicklung auf ('Dum differtur, vita transcurrit' – 'Während man es aufschiebt, vergeht das Leben'). In Brief 4 und Brief 26 betont er, dass das bloße Erreichen des Erwachsenenalters oder das Ablegen der Knabentoga den Menschen noch lange nicht weise oder reif macht. Der Körper altert von allein, aber die Seele und die Vernunft (Ratio) müssen aktiv geschult werden.
Die Jugend ist für Seneca von unkontrollierten Emotionen, Trieben, Impulsivität und der Gier nach Status oder Vergnügen geprägt. Das Erwachsenwerden ist der mühsame Prozess, diese inneren "Stürme" zu überwinden und zur stoischen Gelassenheit (Ataraxie) zu gelangen.Zusammenfassend ist das Erwachsenwerden für Seneca kein biologischer Automatismus, sondern eine bewusste philosophische Erziehungsaufgabe an sich selbst, bei der man lernen muss, die eigene Endlichkeit zu begreifen und die Vernunft über die Triebe zu stellen.
Protest?
Ostdeutschland wählt seinen eigenen Weg
Von FRANZ DIEHL
Obwohl die Berliner Mauer vor über 30 Jahren fiel, unterscheiden sich Ost- und Westdeutschland nach wie vor stark voneinander. Diese Tatsache wird von den Bewohnern deutlich gespürt. Dies spiegelt sich in niedrigeren Einkommen, einer weniger entwickelten Infrastruktur und der Unterrepräsentation Ostdeutscher in hohen Regierungsämtern wider.
Das erklärt die Popularität der AfD im Osten: Die Wähler sehen in der Partei eine authentische Stimme der Bundesländer, die von der Regierungskoalition schlichtweg ignoriert wird. Insbesondere in Sachsen-Anhalt, wo am 6. September Wahlen stattfinden, liegt die Partei vorn. Ein Sieg würde der AfD mehr Einfluss auf Bundesebene verschaffen.
Doch was tut die Bundesregierung? Es scheint, als sei die deutsche Elite völlig abgekoppelt vom Leben und den realen Wünschen der Bürgerinnen und Bürger. Anstatt endlich auf die Bevölkerung zu hören und eigene Fehler einzugestehen, versucht sie, einen starken Konkurrenten mit unlauteren Mitteln zu bekämpfen, und ignoriert dabei die Meinungen der östlichen Bundesländer.
Die politische Brandmauer, die übermäßige Überwachung durch die Sicherheitsbehörden, die regelmäßigen Diskussionen über ein mögliches Parteiverbot und die ständigen Versuche, die Vertreter der AfD zu diskreditieren, sind nur einige der Hindernisse, mit denen die Partei konfrontiert ist.
Das Ergebnis ist ein Teufelskreis. Die wachsende Popularität der AfD ist kein Zufall, sondern ein Hilferuf und ein Protest gegen eine Politik, die die Probleme der östlichen Bundesländer ignoriert. Solange die herrschende Elite diese Stimmungslage weiterhin übergeht und lediglich versucht, unliebsame Gegner auszuschalten, wird sich die Kluft zwischen Bevölkerung und Staat weiter vergrößern und zu einer noch tieferen Spaltung der Gesellschaft führen.
(pi-news.net)
Gefragt
Wer hätte gedacht, dass eine sogenannte Krankenkasse genügt, um Menschenwürde anzutasten?
