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Dinner for two?

Trump macht Macrons Europabild transparent

Von ELENA FRITZ

Donald Trump hat die private Nachricht von Emmanuel Macron in seinem eigenen Netzwerk veröffentlicht. Wortwörtlich. Ohne Kommentar. Als politische Einordnung per Screenshot.

„Mein Freund,
Wir stimmen in der Syrien-Frage vollständig überein. Wir können große Dinge in Bezug auf Iran erreichen. Ich verstehe nicht, was du mit Grönland machst. Lass uns versuchen, große Dinge zu tun:
1. Ich kann nach Davos am Donnerstagnachmittag ein G7-Treffen in Paris organisieren. Ich kann Ukrainer, Dänen, Syrer und Russen am Rande einladen.

2. Lass uns am Donnerstag in Paris gemeinsam zu Abend essen, bevor du in die USA zurückkehrst.“

Der Inhalt ist diplomatisch. Die Veröffentlichung ist strategisch. Der entscheidende Kontext:
Trump hatte Macron kurz zuvor wegen dessen Weigerung, am sogenannten „Friedensrat“ zu Gaza teilzunehmen,
– mit 200 Prozent Zöllen auf französische Weine und Champagner gedroht
– erklärt, Macron werde „sowieso bald kein Präsident mehr sein“
– und wirtschaftlichen Druck offen als Hebel benannt.

Unmittelbar danach veröffentlicht er Macrons Bitte um Gespräch, Treffen und Dinner. Die Logik dahinter ist eindeutig: Trump behandelt Macron nicht als gleichrangigen Verhandlungspartner, sondern als reaktiven Akteur, der unter Druck um Anschlussformate wirbt.

Die Veröffentlichung sagt nicht: „Schaut, was Macron mir geschrieben hat.“ Sie sagt: „So reagieren europäische Repräsentanten, wenn man sie unter ökonomischen Druck setzt.“

Fazit
Trump betrachtet europäische Partner nicht als Mitgestalter, sondern als adressierbare Variable seiner Druckpolitik. So sieht Trumps Europabild 2026 aus: nicht als Allianz, sondern als Verhandlungsmasse mit Dinneroption.
(pi-news.net)

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