Springe zum Inhalt

Chatelaine fragt…

Jörg Bohn.

Der Heimatverein Spaichingen präsentierte mit großem Erfolg mehrere Wochen lang eine Sonderausstellung mit dem Titel "Im Kinderzimmer wird´s orange! – Spielzeug der 1960er und -70er-Jahre" und stieß damit bei den zahlreichen Besuchern auf viel positive Resonanz. Die Exponate stammten aus der Sammlung von Jörg Bohn aus Rheinberg in Nordrhein-Westfalen, der sich mit verschiedenen Aspekten wirtschaftlicher und kultureller Art deutscher Nachkriegsgeschichte beschäftigt.

Aber es ist nicht nur Kinderspielzeug, das Jörg Bohn sammelt, sondern auch viele andere Objekte zum Thema "Alltagskultur", wie zum Beispiel historische Werbung, Kochbücher, Versandhauskataloge oder Fotos aus Familienalben. Gemeinsam ist allem, dass es höchst anschaulich die Wirtschaftswunderzeit widerspiegelt.

Was wollten Sie mit dieser Ausstellung den Besuchern mitteilen?

Jörg Bohn: Historisches Spielzeug hat eine hohe Aussagekraft bezüglich des Lebens in dieser spannenden Epoche deutscher Geschichte, es repräsentiert den Zeitgeist und ist damit ein Abbild der damaligen Welt.

Aber für die Besucher ging es nicht nur darum, in Erinnerungen zu schwelgen – auch dem musealen Anspruch wurde die Ausstellung gerecht. Jede Vitrine enthielt eine kurze Zusammenfassung und ein Resümee der gezeigten Exponate, aufbereitet mit Herz, Witz und Expertise.

Was konnten die Besucher mitnehmen?

Jörg Bohn: Das bleibt dem Besucher selbst überlassen: Ich zeige verschiedene Aspekte und Hintergründe auf, damit sich jeder selbst ein Bild über diese Zeit machen kann. Ich will jedoch weder belehren noch beeinflussen. – Übrigens sind alle meine Ausstellungen individuell auf die jeweiligen Ausstellungsorte und die Vorstellungen der Museumsleitungen abgestimmt.

Was Sie machen, ist Kulturarbeit. Finden Sie hierfür Anerkennung außer von Besuchern solcher Ausstellungen?

Jörg Bohn: Ja, durchaus. Ich bekomme sehr viel Lob für meine Arbeit, Finanziell zahlt sich der Aufwand, der hinter meinen Ausstellungen steckt, aber leider selten in angemessenem Maße aus. Einen gewissen Ausgleich erfahre ich jedoch durch die Begegnung mit neuen Orten, Museen und Menschen. In Spaichingen haben mich zum Beispiel die private Unterbringung im sehenswerten Bahnhofsgebäude und der Kontakt mit Axel Kästner, dem ambitionierten Vorsitzenden des Heimatvereins, begeistert. Und nicht zuletzt der inspirierende Austausch mit Chatelaine. Außerdem baue nicht einfach nur eine Ausstellung auf, es interessierte mich hier auch die Geschichte des Gebäudes. Zudem habe ich die Umgebung erkundet. Sofern machbar, begleitet mich meine Familie bei meinen Ausstellungen. Meine Triebfeder: Das, was ich tue, erfüllt mich und macht mir Spaß!

Ich danke für das Gespräch. 

2 Gedanken zu „Chatelaine fragt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert