Postapokalyptische Politik
Von RAINER K. KÄMPF
Die Sache kommt in Fahrt und nimmt zusehends Gestalt an. Als grünes U-Boot soll sie nach Bellevue. Voller Hoffnung bibbern wir, daß sich Cem Özdemir (GRÜNE) nachhaltig Gehör verschafft und sich durchsetzen wird.
Uns steht dann großes Kino bevor. Nicht allein, daß die Bunte Republik einen unermeßlichen Unterhaltungswert erfahren wird, nein. Es wird ein Klassewahlkampf in Hinsicht auf den 22. Deutschen Bundestag. Wir dürfen uns freuen, Wetten darauf abzuschließen, wie viel und welche Kanthölzer dem Kanzler die Wiederwahl erschweren sollen. Hendrik Wüst und Daniel Günther werden in heller Vorfreude mit den Hufen scharren und der NGO-Komplex erwägt den Börsengang.
Merz zwischen Merkel und Weidel. Aus rein menschlicher Sicht könnte man fast vor Mitleid zerfließen. Seine Nemesis wird ihm garantiert die außenpolitische Show stehlen, während Weidel ihm innenpolitisch Licht ans Fahrrad macht. Allein schon dieses Kopfkino könnte dazu führen, Bier und Chips einzulagern.
Bis jetzt ist alles hypothetisch. Nur, allein schon die Tatsache, daß Merkel auf dem Ticket der Grünen ins Präsidentenamt einziehen soll, erspart eine tiefgründige Analyse der Ausrichtung ihrer postapokalyptischen Politik. Die Implementierung einer dunkelgrünen Bundespräsidentin wäre für die AfD eine optimale und unbezahlbare Wahlkampfhilfe.
In den Annalen des Römischen Reiches wird berichtet, daß der Thron des Imperators zum Ende hin versteigert wurde. Was später folgte, ist bekannt.
Das hatten die Römer uns voraus. Es darf bezweifelt werden, daß auch nur ein halbwegs annehmbares Mindestgebot für die Nachfolge Steinmeiers aufgerufen würde. Ein Amt in der Tradition von Theodor Heuss, Richard von Weizsäcker und Roman Herzog, welches so schändlich entehrt wird.
(pi-news.net)
