Ukraine: Unkompliziert simpel, wenn es wirklich gewollt sein sollte
Von RAINER K. KÄMPF
So am Rande der aktuellen Weltpolitik war noch was.
Versteckt zwischen Grönland, Venezuela und dem Iran gibt es da noch die Ukraine und den Krieg, der um sie tobt. Sich dessen bewußt, wollen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Trump, Jared Kushner, noch im Januar nach Moskau reisen, um Gespräche zu führen.
Es wird um nicht mehr und nicht weniger gehen als um den bunten Hund der Sicherheitsgarantien, das vorwiegende Hobby der „willigen Europäer“. Mit ihren vermeintlichern Sicherheitsgarantien vermeidet die Europäische Union bislang äußerst erfolgreich eine definitive Beendigung des Konfliktes. Zumal unter diesem Vorwand der Wunsch Vater des Gedankens ist, auf ukrainischem Territorium NATO-Soldaten zu stationieren. Mithin das genaue Gegenteil von Sicherheit für die Ukraine selbst als auch für Rußland.
Für Witkoff und Kushner darf es nicht schwer sein, die wesentlichen Bestandteile solcher Garantien zu konsolidieren. Sie müssen nichts neu erfinden und tun gut daran, sich und die europäischen Partner daran zu erinnern, daß die Mutter sämtlicher Sicherheitsgarantien im Februar 1990 definiert wurde. Der damalige US-amerikanische Außenminister James Baker brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „Not one inch“ (Nicht einen Zoll) werde sich die NATO nach Osten ausdehnen.
Dieses Versprechen zur militärpolitischen Doktrin erhoben, hätte Europa während der darauf folgenden 35 Jahre viel Streß erspart und der Krieg im Donbass wäre obsolet. „Back to the roots“ kann man den Amerikanern nur nahe legen und ihr Präsident hat schon wieder einen Krieg weniger, den er beenden will. Gerade jetzt dürfte ihm das zupaß kommen.
Die strikte und demütige Rückbesinnung auf das Wendejahr 1990, die Möglichkeiten mit den Türen, die sich damals öffneten, erwiesen sich nicht nur als Sicherheits- und Stabilitätsgarantie für die Ukraine. Ein deutliches Zeichen nach Moskau wird den willigen Europäern die Peinlichkeit ersparen, weiterhin vom kriegslüsternen Russen zu phantasieren, die Bundeswehr könnte harmlos bleiben wie seit jeher und selbst die Minirentner müßten nicht mehr frieren. Alles in allem eine win-win-Situation und so unkompliziert simpel.
(pi-news.net)
