CDU Partei der Apparatschiks, Karrieristen und Duracell-Claqueure
Von RAINER K. KÄMPF
Baden-Württembergs CDU-Landeschef Manuel Hagel sagte am Wahlabend, der Auftrag zur Regierungsbildung liege bei den Grünen und ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir.
Aha. Was ist das jetzt? Devote Bescheidenheit, einfach strunzdämlich oder die pure Feigheit vor der eigenen Courage. Wobei es damit anfangen muß, erstmal eigene Courage zu entdecken.
Man kann zu Cem Özdemir stehen wie man eben will. Wie dieser jedoch die Kanzlerunion und deren Stuttgarter Sprengel am Nasenring durch die Manege schleift, nötigt Respekt ab.
Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel hat bei den Zweitstimmen um 5,6 Prozent zugelegt. Um die 27.000 Stimmen fehlten wohl, um einen Wahlsieg ausrufen zu können und das Patt der Sitzverteilung im künftigen Landtag spricht Bände.
Für Vollblutpolitiker mit Kampfgeist, dem unbedingten Willen zum politischen Wechsel und einer bedingungslosen Bereitschaft, den überfälligen Ruck loszutreten, wäre das eine einmalige historische Steilvorlage.
Genau da muß das Dilemma verortet werden. Vollblutpolitiker in den Reihen der CDU? Das ist wie die Suche nach dem singenden klingenden Bäumchen. In der Partei der Apparatschiks, Karrieristen und Duracell-Claqueure ein sinnloses Unterfangen.
Hagel müßte den Mut und die dazu erforderliche Haltung hervorbringen, gegen die innerparteilichen Saboteure in der Parteizentrale aufzustehen, ihnen die Stirn zu bieten und somit klarmachen, was politische, eher noch moralische Verantwortung bedeutet und einem Politiker abverlangen muß, müßte.
In Stuttgart steht das historische Fenster weit geöffnet, nicht nur das Ländle, sondern die gesamte Republik aus der Umklammerung der bräsigen Feigheit und des schleimigen Spießertums zu befreien. Die CDU nebst ihrem sedierten Personal wird weder die Fähigkeit haben, den Zipfel des Mantels der Geschichte zu ergreifen, noch ihn überhaupt wahrzunehmen.
Und genau damit führt Cem uns allen vor, wie nackt der Haufen augenscheinlich ist. Die Union wird und muß den Weg der SPD gehen und bis dahin bleibt ihr lediglich, als das zu fungieren, wozu sie bestimmt ist: Steigbügelhalter und zugleich Fußabtreter für Männer, die bereit sind, ihre Ziele unter allen Umständen zu erreichen.
Unterm Strich als regierungsuntauglich befunden und somit verdient weggekickt. Keine gute künftige Option für die AfD, sich wahrscheinlich unwillige Versager ans Bein binden zu müssen. Somit wird es für die Alternative alternativlos sein, die absolute Mehrheit als Wahlziel auszugeben, um nicht Opfer eines erweiterten Parteiensuizids zu werden!
(pi-news.net)
