Jung wird gegen Alt ausgespielt
Von Albrecht Künstle
- Das hat Tradition – Corona-Hype - „Klimakatastrophe“ …
- Keine Aufbaulasten mehr, Geld für die Altersvorsorge übrig
- Was wird mit der Demographie-Angst bezweckt?
Welches perfide Spiel wird mit der Jugend getrieben?
Welcher Teufel reitet eigentlich unsere Medien und herrschende Kreise der Wirtschaft und Politik? Es war vor fünf Jahren im Jahr 2020, als eine Corona-Hysterie inszeniert wurde. Kinder wur-
den ihren Großeltern entfremdet, die Enkel würden sie im Fall des Kontakts mit ihnen evtl. auf dem Gewissen haben, weil die Alten im Fall einer Corona-Infektion als Todgeweihte galten. Wir Alten haben das Coronajahr leidlich überstanden; erst die beiden Folgejahre 2021 und 22 forderten mit den Impforgien ihren Tribut. Doch viele Jugendliche trugen von der umfänglichen Isolation von Schule und Freunden bleibende Schäden davon, sagen namhafte Psychologen, Lehrer und betroffene Eltern.
Als der Corona-Spuk vorbei war, wurde die alte Leier wieder aufgefrischt, die Lebensweise der älteren Generation würde den Nachkommen steigende Meeresspiegel und vielerlei Katastro-
phen bescheren. Auch wenn sich die Prognosen der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts als falsch herausstellten, wird der Jugend weiterhin vermittelt, dass die Prophezeiungen trotzdem zutreffend wären, wenn wir weiterhin CO2 emittieren würden – was wir mit jeden Atemzug tun. Das Schüren von Angst geht so weit, dass sich einige Spezies als „letzte Generation“ betrachten.
Es ist nicht so, wie wir denken sollen
Nun sind unsere Renten an der Reihe, welche die junge Generation einmal finanziell strangulieren würden. Tagein tagaus müssen wir uns anhören, dass immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner aushalten müssten. Unser Rentensystem sei faktisch ein finanzielles Todesurteil für die Jugend. In einem meiner letzten Artikel widerlegte ich die Fließband-Behauptungen anhand der erhaltenen statistischen Kurzfassung der Deutsche Rentenversicherung. Dabei hob ich der besseren Vergleichbarkeit wegen auf das Bezugsjahr nach der Wiedervereinigung ab.
Nachdem nun die 300seitige Langfassung https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/statistikpublikationen/rv_in_zeit-
reihen.pdf eingetroffen ist, beschränke ich mich nachfolgend auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre, gegenüber den neuesten Zahlen. Eins vorweg: „Immer weniger Beitragszahler“ ist
eine beharrliche Lüge. Und der Zuwachs an Rentnern liegt unter dem Zuwachs der Beitragszahler!
Im Einzelnen:
Die Anzahl der Beitragszahler wächst schneller als die Anzahl der Rentner
Von 2013 zu 2023 stieg die Zahl der aktiv Versicherten Beitragszahler von 36.193.892 auf 40.114.022, was 10,8 Prozent (!) ausmacht – nix „immer weniger“. Im letzten Jahr betrug der
Zuwachs nur noch ein halbes Prozent, was der schwächeren Nachfrage nach Arbeitskräften geschuldet ist. An dieser Stelle auch zum Anteil der ausländischen aktiv Versicherten. Im gleichen
Zeitraum von zehn Jahren stieg ihr Anteil von 11,1 auf 21,2 (!) Prozent. War dies dem Lockruf von Merkel zu verdanken? Mitnichten, denn nach Staatsangehörigkeiten werden die arbeitenden Ausländer von 1.107.078 Türken angeführt, gefolgt von 865.497 aus den Balkanländer, 629.911 Polen, 344.660 Italiener, 197.001 Griechen und 101.749 Spaniern angeführt. Syrer, Afghanen, Afrikaner usw. tauchen in der Auflistung der Seite 27 nicht auf.
Allerdings stieg auch die Zahl der Rentner, wobei die Rentenzugänge im Jahr 2024 um rund 24.000 abnahmen. Die „Passiv Versicherten“, also die Rentner, nahmen im Zeitraum 2013 – 2023 von 16.777.990 auf 18.374.343 zu, was einem Zuwachs von 9,5 Prozent entspricht. Das ist zwar nicht wenig, aber dieser Zuwachs liegt 1,3 Prozentpunkte unter dem Zuwachs der Beitragszahler.
Falls der Zuwachs hauptsächlich im Niedriglohnbereich stattfindet, belastet das die Rentenversicherung nicht, weil kleinere Beiträge auch niedrigere Renten entsprechen. Übrigens werden auch
für geringfügig Beschäftigte volle Beiträge abgeführt. Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern beträgt aktuell rund 2,18 zu 1, vor zehn Jahren 2,16 zu 1. Anlass zur Panik? Aber künftig solle ein Rentner von nur noch einem Beitragszahler unterhalten werden? Vielleicht, wenn sich die Jugend von den vielen Weltuntergangspropheten verunsichern lässt und sich dem Babystreik anschließen – aus Protest gegen wen und was, oder aus echt verinnerlichter Angst vor der Zukunft?
Wie lauten seriöse Prognosen der weiteren Lebenserwartung?
Die Zahl der Rentner hängt auch vom Rentenzugangsalter und der Bezugsdauer ab. Ersteres hat sich durch die Heraufsetzung der Rentenaltersgrenze deutlich erhöht und die Rentenbezugsdauer stagniert seit 2021 bei 20,5 Jahre. Es ist nicht mehr so, dass die Menschen jedes Jahr um fast einen Monat älter werden. Das Sterbealter stagniert fast, über die Gründe darf spekuliert
werden. Und wie sieht das Lebensende perspektivisch aus? Darüber gibt die „fernere Lebenserwartung“ Auskunft. Diese wird statistisch in 5jahres-Kohorten angegeben, maßgebend ist das Alter 65, etwa bei Rentenbeginn. Den Zenit der weiteren Lebenserwartung wurde gemäß der „Sterbetafel im Jahr
2018/20“ mit 17,78 Jahren bei Männern erreicht. Sie fiel 2021/23 aus bekannten Gründen auf 17,41 weitere Lebensjahr zurück und lag 2022/24 mit 17,56 Restjahren immer noch unter dem
Wert von vor fünf Jahren. Bei Frauen ist derselbe Trend festzustellen, allerdings etwa drei Jahre später. Also liebe Junge, habt keine Angst, euere Alten sterben früh genug. Ihr müsst nur aufpassen, dass euch ein Krieg nicht wieder zurückwirft.
Von der südbadischen Regionalzeitung wird meine folgende Zuschrift ignoriert „Es reißt immer mehr ein, dass amtierende Regierungen auch Angelegenheiten vorweg beschließen wollen, die eigentlich Sache der Nachfolgeregierung wären. So auch jetzt wieder, obwohl die Amtszeit des 21. Bundestags im Jahr 2029 endet, aber diese vorschreiben will, welches Rentenniveau auch 2031 ff. in der Amtszeit des 22. Bundestags gelten solle.
Für ein Rentenniveau von nur 48 Prozent müssen wir uns eigentlich im internationalen Vergleich schämen. Auch andere Länder haben demographische Probleme und zahlen trotzdem höhere Renten. Die Rückkehr auf ein Rentenniveau von 50 Prozent wäre angemessen und finanzierbar.
Dazu bedarf es zwar einer Beitragserhöhung von jetzt 18,6 auf über 20 Prozent – was es schon gab. Im Moment beträgt die Belastung für die Beschäftigten 13,3 Prozent, nämlich 9,3 Prozent in
die Gesetzliche Rentenversicherung und 4 Prozent für Riesterverträge (seit 2010 zwischen 10 und 11 Mio.). Letztere entwickelten sich zu einem Milliardengeschäft (https://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/das-milliardengeschaeft-mit-der-riester-rente-154506.php?vc=nl&vk=154506) für die Versicherungswirtschaft und Fondsanbieter (jährlich werden rund 2,6 Mrd. Zulagen vom Fiskus an sie überwiesen), für die Riester-Sparer nicht mehr un-
bedingt. Die Riesterrente konnte sich bei der Rendite bis 2005 sehen lassen, jetzt nicht mehr.
Künftige Finanzierung der Rentenversicherung
Effektiver wäre es, bei Verzicht auf das Riester-Sparen die Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung auf 12 Prozent festzusetzen und die Arbeitgeberbeiträge bei 10 Prozent zu deckeln. Mit 22 Prozent Beiträgen von den Bruttoverdiensten wäre die Gesetzliche Rentenversicherung auf viele Jahre hinaus ausfinanziert und würde auf gesunden Beinen stehen.
Ist der heranwachsenden Generation eigentlich bewusst, welche Belastung die Nachkriegsgenerationen auf sich nehmen mussten? Die Familien unterhielten mehr Kinder als heute, mit kaum
einer Unterstützung, außer Kindergeld. Wir sparten uns das letzte vom Mund ab, um einmal in eigenen Wänden wohnen zu können. Diese Belastung muss die heutige Generation nicht mehr
aufbringen, weil ihnen unser sauer abgestottertes Wohneigentum vererbt wird. Wenn sie sich in keinen Krieg hineinziehen lassen, brauchen sie nicht wieder Aufbaulasten wie nach dem 2. Welt-
krieg tragen, und haben genügend für die eigene Altersvorsorge übrig. Aber Kinder haben sie nur noch die Hälfte, weil sie lieber „leben wollen“. Die jetzt arbeitende und künftige Generation haben
es leichter als früher und können problemlos höhere Beiträge zur Altersversorgung (und Pflegeversicherung) aufbringen. Was soll das Gejammere von der „Generationengerechtigkeit“?
Kapitalgeckte Renten statt solche der Gesetzlichen Rentenversicherung?
Wenn die junge Generation aber glaubt, „kapitalgedeckte“ Renten seien nachhaltiger, kann sie nach unserem Ableben, wenn sie in Berlin alleine den Ton angeben, gerne ihr Glück versuchen.
Ihren Volkswirtschaftsstudenten sei aber zuvor empfohlen, einmal die Entwicklung der Entstehung des Volkseinkommens anzuschauen. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkom-
men, die Basis für die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung und die Größe des zu verteilenden Kuchens nimmt zu. Die übrigen Einkommen, darunter die aus Kapitalvermögen, die Basis zur
Finanzierung „kapitalgedeckter“ Altersvorsorge, nimmt dagegen ab. Eine Aktienhausse hält nicht ewig an, lehrten uns die Jahre 2008/09. Aber Nachrechnen scheint in unseren Universitäten nicht
mehr großgeschrieben zu werden.
Anmerkung für die BZ-Redaktion: Ich war einige Zeit freier Mitarbeiter für das Thema Altersversorgung im Wirtschaftsteil und war ein ausgewiesener Fachmann für Betriebliche Altersversor-
gung.“ Soweit der Wortlaut meines verschmähten Statements an die Badische Zeitung. Doch die Kampagne der Medien, sei es im Rundfunkt oder durch die Presse, fruchtet offensichtlich. Das vom HDI-Versicherer erhobene „Vertrauensranking“ kommt zum Ergebnis, dass sich das Vertrauen in die Alterssicherung seit 2021 ins Gegenteil verkehrt hat. Ohne eigene Wertung: 28 Prozent vertrauen Wertpapieren, privaten Lebens- und Rentenversicherungen 21 Prozent, Betriebsrenten immerhin 19 Prozent, der Gesetzlichen Rentenversicherung aber nur noch 17 (!) Prozent. Das ist das Ergebnis der jahrelang betriebenen Delegitimierung des Hauptstandbeines der Alterssicherung. Dahinter kann eigentlich nur die Macht des Finanzkapitals stecken, wozu nicht nur Black-Rock gehört. Es liegt an der Jugend, ob sie deren Politik mehr Vertrauen schenkt als „Alten Hasen“ im Metier Altersversorgung.
Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophy-
laktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.
Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz erstellt; zuerst erschienen bei https://ansage.org
