Der DAX steigt, die Arbeitslosigkeit auch
Von WOLFGANG HÜBNER
Für einige hunderttausend vermögende Deutsche ist der tägliche Blick auf die Börsenentwicklung des DAX stets von Interesse. Derzeit können die Besitzer von Aktien sehr zufrieden sein mit ihrer Geldanlage, denn der DAX erreicht gerade mal wieder ein neues Rekordhoch. Für die vielen Millionen noch arbeitenden Landsleute gibt es weniger gute Nachrichten. Denn die Arbeitslosigkeit in Deutschland nimmt zu, das Angebot an freien Stellen hingegen deutlich ab. Und selbst ein akademischer Abschluss ist keine Garantie mehr für eine Anstellung. Diese spezielle Entwicklung lohnt einen näheren Blick.
Bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2025 am Mittwoch in Berlin hat die Chefin der Bundesarbeitsagentur Zahlen vorgelegt, wonach die Arbeitslosigkeit in der Gruppe der Akademiker 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 16 Prozent gestiegen ist. Konkret handelt es sich dabei um rund 335.000 junge Menschen, die sich nach abgeschlossenem Studium arbeitslos gemeldet haben. Allerdings ist die Quote der stellungslosen Akademiker mit 3,3 Prozent unter allen Arbeitslosen noch die geringste. Mit 21,3 Prozent ist sie bei Menschen ohne Berufsausbildung deutlich höher.
Trotzdem stellt sich die Frage: Warum ist die Zahl arbeitsloser Akademiker so stark angestiegen? Dazu gibt es einige Vermutungen. Zum Beispiel die, dass zu viele junge Menschen mit dem Massenabitur eine Studienfähigkeit erlangen, die zu Studienabschlüssen führt, die dann am Arbeitsmarkt nicht gebraucht werden oder für die es an diesem keine freien Stellen gibt. Selbst die staatlichen Spitzelorganisationen wie „HateAid“ oder die unzähligen sogenannten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vermögen es nicht, so viele unbrauchbare Akademiker mit fragwürdigen Jobs zu versorgen.
Bildungspolitiker und Universitäten müssen sich endlich mit dem Problem beschäftigen, ob es weiterhin sinnvoll ist, Studienplätze bereit zu stellen, deren berufliche Verwendung nicht bzw. nicht mehr gesellschaftlich erforderlich ist. Das ist umso wichtiger, weil zum Beispiel qualifizierte Handwerker nicht nur verzweifelt gesucht werden, sondern auch sehr gute Verdienstchancen haben. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt signalisiert: Schluss mit dem Akademisierungswahn!
(pi-news.net)
