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Israel ist das Schicksal des Westens

Linker Kollektiv-Mob schaufelt das Grab

Von Vera Lengsfeld

Während auf den Straßen der deutschen Hauptstadt immer lauter die Auslöschung Israels zugunsten eines Palästinensischen Staates „From the river to the sea“ gefordert wird, gerät Israel auch international immer mehr in die Isolation. Der Westen hat nicht begriffen, dass es auch um seine Existenz geht.

Israel verteidigt nicht nur sich selbst gegen seien Feinde, sondern das westliche Modell, das von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten geprägt ist.

Wie dramatisch die Lage ist, wurde mir klar, als ich anlässlich eines Besuches in der Staatsoper Berlin das israelische Camp auf dem August-Bebelplatz entdeckte, das an die von der Hamas entführten Geiseln erinnert. Von den hunderten unbesorgten Zuschauern von „Don Giovanni“ warf gerade mal ein halbes Dutzend einen Blick auf das Camp. Man plauderte, genoss seinen Wein und die Abendsonne und ließ sich von den drängenden Problemen nicht stören. Ich wollte es genau wissen, deshalb besuchte ich am Sonnabend das Camp noch einmal. Wieder waren es nur ein halbes Dutzend Mitbürger, die sich für das Schicksal der Geiseln interessierten. Dabei waren Die Linden voll von Flaneuren. Es waren auch nur ein halbes Dutzend Unterstützer da, die ziemlich deprimiert, so hatte es jedenfalls den Anschein, beieinanderhockten. Sie gingen nicht auf die Besucher zu, ich wagte es auch nicht, sie anzusprechen.

Am Tag vorher war die Humboldt-Universität von propalästinensischen Terrorunterstützern besetzt worden. Die Tagesschau berichtete am Abend aber breit über das besoffene Gegröle von ein paar Yuppies auf Sylt, da blieb diese Straftat eine Randnotiz. Während die propalästinensischen Terrorunterstützer das Hauptgebäude der Humboldt-Uni nicht nur besetzten, sondern Mobiliar zerstörten und Wände beschmierten, Schäden in beachtlicher Höhe anrichteten, was höchstens auf den hinteren Seiten gemeldet wurde und die Präsidentin die Besetzung nicht nur tagelang nicht unterband, sondern keine Anzeige gegen die Zerstörer erstatten wollte, schafften es die jungen Leute auf Sylt in die Schlagzeilen.

Nicht nur das, es ging eine Hetzkampagne gegen sie los, die nicht nur mir die Haare zu Berge stehen ließ. Politiker und Journalisten machten sich in übelster Weise über sie her. Ein SPD-Politiker postete ein Bild einer Beteiligten, die bereits ihren Job los geworden ist und riet ihr, sich als SS-Rottenführerin zu bewerben. Es hagelte Strafanzeigen, obwohl keine Straftat begangen wurde. Das Restaurant, in dem die Feier stattfand, verhängte Hausverbot, angeblich lebenslänglich. Lebenslänglich für einen Fehltritt?

Das medial-öffentliche Kesseltreiben fand statt, als die Feiern zum 75. Jahrestag des Grundgesetzes noch liefen. Dort sind Freiheiten und Rechte als zentrale Säulen der deutschen Demokratie festgeschrieben. Kollektiv-Mob-Empörung und völlig entfesselte öffentliche Treibjagden dagegen widersprechen dem Geist der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Im Gegenteil: Bestrebungen von Politikern und Medienmachern, Äußerungen „unter der Strafbarkeitsgrenze“ zu registrieren und zu verfolgen haben nicht nur für mich klar totalitäre Anklänge. Und ein staatlich bezahlter Gesinnungsschnüffler rief über X dazu auf, Vorfälle, wie der auf Sylt, die seiner Meinung nach auf jedem Dorffest vorkommen, fleißig zu melden, damit sie registriert werden. Beim Registrieren soll es dann natürlich nicht bleiben. Cancel Culture, Kontokündigungen auf Grund von Denunziationen, Jobverlust, Rufmord sind im demokratischsten Deutschland, das wir je hatten, leider auf der Tagesordnung.

Die Atmosphäre in Deutschland ist durch Doppelstandards, Einseitigkeit und pure Heuchelei vergiftet.

Das ist gefährlich. Zurück zur Situation von Israel und der Stimmungsmache in Deutschland und Europa: Aus der Geschichte wissen wir, dass der physischen Gewalt immer verbale Gewalt vorangeht. Und die Propalästinenser haben längst die Stufe der Gewalt gegen Sachen erreicht.

Den Anfängen können wir nicht mehr wehren, die haben wir bereits hinter uns gelassen. Wir müssen uns mit aller Kraft gegen die aktuelle Fehlentwicklung stemmen.

Es gehört zu den verstörenden Entwicklungen, dass die Hamas trotz ihrer Verbrechen die Propagandaschlacht zu gewinnen scheint. Norwegen, Spanien und Irland haben angekündigt, einen Palästinensischen Staat anzuerkennen. Obwohl die Hamas einen Teil dieses Palästinas unter Kontrolle hat? Auch nur Teile eines Staates werden von einer Terrororganisation kontrolliert? Klar, dass die Hamas bei solchen Aussichten jubelt.

Der Westen muss begreifen, dass er sich sein eigenes Grab schaufelt, wenn er Israel im Stich lässt.
(vera-lengsfeld.de)

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