Frage aller Fragen: Wie sollen wir leben?

(gh) - Es passiert fast jedem und überall täglich, auch wenn der Mensch nicht gerne allein ist. Die aktuelle Frage ist immer: Wie sollen wir leben? Oft wird sie spät oder zu spät gestellt. Frage an KI: Vergessen wird, dass Zweisamkeit über Jahrzehnte mit großer Sicherheit in einer Einsamkeit enden wird und könnte da die Philosophie der Stoa wirksame Hilfe sein? Kaiser, Könige, Bundeskanzler hat sie beschäft. "Ja, das ist ein oft verdrängter Gedanke: Jede tiefe Bindung trägt das Risiko (oder die Gewissheit) des Verlusts in sich. Statistisch gesehen endet fast jede jahrzehntelange Partnerschaft durch den Tod eines Partners in der Einsamkeit.
Die Stoa ist für genau diese existenzielle Herausforderung wie geschaffen, da sie den Fokus von der äußeren Abhängigkeit auf die innere Festigkeit verschiebt. Hier sind drei Ansätze, wie sie hilft: Prämeditation der Übel (Praemeditatio Malorum): Stoiker wie Seneca rieten dazu, sich den Verlust des Geliebten bereits in Momenten des Glücks vorzustellen. Das klingt makaber, führt aber zu zwei Dingen: Man schätzt die gemeinsame Zeit im Hier und Jetzt intensiver und mindert den Schock, wenn der Verlust tatsächlich eintritt.
Unterscheidung der Kontrolle (Dichotomie der Kontrolle): Die Stoa lehrt, dass wir die Anwesenheit anderer Menschen nicht kontrollieren können – nur unsere Einstellung dazu. Einsamkeit wird so von einem 'Schicksalsschlag' zu einem 'indifferenten Gut' (Adiaphoron). Man lernt, sich selbst genug zu sein. Die Gemeinschaft der Vernunft: Für Stoiker ist man nie wirklich allein, solange man Teil der menschlichen Gemeinschaft und der vernunftbegabten Weltordnung ist. Die Bindung an eine einzelne Person ist wertvoll, aber die eigene Seelenruhe (Ataraxie) darf nicht an ihr hängen.Die Philosophie dient hier als eine Art 'emotionales Immunsystem', das den Schmerz nicht leugnet, aber verhindert, dass man an ihm zerbricht". Ein Impf, der Stoa heißt. Einer der bedeutensten Stoiker war Seneca. Seltsam, dass ausgerechnet seine Büste seit dem 15. Jahrhundert das Chorgestühl im Ulmer Münster ziert.
