
Interview mit Christine Schumacher: Aus welcher Richtung weht es?
(gh) - Kommunen sind mit lästigen Pflichtübungen dabei, wenn THE LÄND planlos linksgrün weitermacht mit Openend auf dem Holzweg zur Weltrettung, während die Karawane des Planeten ums Eck ist, denn Wahn frisst Verstand. Christine Schumacher war am Donnerstag im Kurhaus Titisee auf einer "Informationsveranstaltung Windenergie" der Stadt. Stichwort: "Verpassen Sie nicht diese wichtige Gelegenheit, sich über die Zukunft der Windenergie in unserer Region zu informieren und Ihre Fragen direkt an die Verantwortlichen zu richten! #Windenergie #ErneuerbareEnergien #ZukunftGestalten #Nachhaltigkeit #Bürgerbeteiligung #Energiewende #SüdlicherOberrhein #KurhausTitisee #Informationsveranstaltung". Pardon, das ganze grüne Gewäsch mit der üblichen Begriffsverwirrung, denn schließlich rettet Deutschland weiter die Welt mit amtlichem Anstrich, der da heißt "Regionalplan-Teilfortschreibung 'Win denergie'“.
Wurde im Kurhaus eigentlich ein Gesundheitstrunk kredenzt, welcher in den Köpfen der betroffenen Bürgern für Klarheit über Für und Wider einer von Fachleuten als gescheitrt angesehenen Energiewende sorgte, denn Deutschlandleistet sich mitden teuersten Strom der Welt und muss ihn sogar von Akw im Ausland exportieren?
Christine Schumacher: Eigentlich möchte ich mich freundlich bei Ihnen bedanken - für das Interview, für die Möglichkeit, Antworten zu geben zu einem Thema, das mich sehr bewegt. Gleichzeitig machen Sie mich unglaublich wütend. Sie geben in der Frage schon die Antwort vor, sie möchten das Gespräch in eine bestimmte Richtung lenken. Ich mag diesen rhetorischen Stil nicht. Wenn ich darüber nachdenke, passt er aber genau zu diesem Abend im Kurhaus am Titisee. Die Informationsveranstaltung für alle Bürger war wirklich ein Paradebeispiel gelebter Demokratie – gut versteckt auf der Homepage, zu einer Uhrzeit, die man ohne Detektivarbeit kaum findet. So stellt man sicher, dass wirklich nur die kommen, die ohnehin schon fest im Thema stehen. Besonders überzeugend war übrigens der wiederholte Hinweis, dass es keine Werbeveranstaltung ist – spätestens nach der dritten Betonung war dann auch dem Letzten klar, wie unabhängig hier informiert wird. Besonders beruhigend ist, dass der Bürgermeister und große Teile des Gemeinderats das Vorhaben unterstützen – und gleichzeitig sehr überzeugend erklären, warum sie leider nichts dafür tun können, man denke nur an die bevorstehende Superprivilegierung.
Worin liegt der Sinn solcher Veranstaltungen - sorgen sie für Aufklärung oder soll nur lästige Pflicht erfüllt werden im Sinne von "Muss demokratisch aussehen"?
Christine Schumacher: Wie bereits erwähnt, ich mag diese Art zu fragen nicht. Meine konkrete Antwort ist JA, diese Art der Veranstaltung dient weniger dem Inhalt als Information als der Tatsache, dass man hinterher sagen kann: "Wir haben informiert." Meine Vorstellung einer guten Information der Bevölkerung: Diese hätte schon vor Jahren beginnen müssen. Man hätte alle beiden Seiten Pro und Contra darstellen müssen, viele Aspekte wurden und werden schlichtweg ignoriert und der Bevölkerung vorenthalten. Vielleicht machen sich die Bürger es hier zu einfach, sie haben ihre Vertreter in den Gemeinderat gewählt und bauen auf sie, glauben daran, dass sie ihre Arbeit ordentlich durchführen, sich durch Papierberge durchfressen, alles verstehen und dann nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Ist das so? Können sie, die Hobby-Politiker, das tatsächlich leisten? Oder haben die Profis auch mit ihnen leichtes Spiel?
Wenn ich Sie richtig deute, geht es dabei also weniger um ergebnisoffene Aufklärung als vielmehr darum, politische Ziele entsprechend zu begleiten?
Christine Schumacher: Absolut korrekt erfasst, das Schlimme daran ist, wie ein einzelnes Thema es schafft, Nachbarn, die jahrelang friedlich – manchmal sogar freundschaftlich – miteinander gelebt haben, plötzlich zu entzweien. Gespräche verstummen, Fronten entstehen. Fast hat man den Eindruck, die Spaltung geht noch tiefer als damals zu Zeiten von COVID-19.
