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Sieger braucht das Land

Klassische Bundesjugendspiele wegen Russlandfeldzug wieder eingeführt?

Von MEINRAD MÜLLER

Die leistungsbezogenen Bundesjugendspiele kehren ab dem neuen Schuljahr in die Grundschulen zurück. Früher, seit 1951, waren das eine Art Mini-Olympische Spiele auf dem Sportplatz, erfunden von dem berühmten Sportwissenschaftler Carl Diem. Es wurde gelaufen, geworfen und gesprungen. Beim 100 m-Lauf tickte die Stoppuhr, und beim Weitsprung lag das Maßband schon im Gras.

Im Jahr 2023 wurden die bis dahin bekannten Bundesjugendspiele eingestellt und der sportliche Leistungsgedanke in den Grundschulen weichgekocht. Die Kinder sollten nicht verstört werden, wenn ein anderer schneller lief. Oder wenn ein Banknachbar weiter hüpfte. Die Kinder könnten ja Frust erleiden.

Die Jugend wurde sukzessive verweichlicht. Zur Bedienung des Handys reicht der Daumen der Hand. Beine und Arme liegen derweil gelangweilt auf dem Sofa und warten auf bessere Zeiten. Nun aber soll die Jugend wieder ran an die Laufbahn, den Wurfball und den Weitsprung. Später vielleicht auch ran ans Schießgewehr, rauf auf den Panzer und flink wie Eichhörnchen durchs Unterholz. Falls es wie zu Napoleons und anderen Zeiten wieder gen Osten geht.

Man staunt, denn jahrelang wurde jede kleine kindliche Niederlage behandelt, als würde der Nachwuchs zerbrechen. Man meinte, man müsse sofort einen Krisenstab aus Schulpsychologen und Elternbeirat einberufen. Jetzt soll das Kind wieder merken, dass 3,20 Meter weiter sind als 2,80 Meter. Physik kann ja grausam sein, besonders auf dem Sportplatz.

Nun soll die Jugend wieder lernen, dass Rückschläge zum Leben gehören. Der Drang nach Osten muss nur oft genug gesendet werden. Dann wird aus dem Kuschelkind plötzlich wieder ein flinker Feldhase für die Verteidigung UnsererDemokratie™.
(pi-news.net)

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