"Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles Kontur verliert“
Von WOLFGANG PRABEL*
Es gibt zahlreiche Warnungen vor 1933 zum zweiten. Wahrscheinlicher ist seit dem Interview des Lanz mit MP Günther eher die Wiederholung von 1945. Nämlich die Einführung der sozialistischen Demokratie.
Nach dem Willen der Partei kam der sozialistischen Presse eine „Erziehungsfunktion“ zu. Partei und Staat greifen daher lenkend ein: Das Presseamt beim DDR-Ministerpräsidenten erteilt Lizenzen, regelt die Papierzuteilungen und erteilt die Zulassungen für die Journalisten.ren)
Ihm war auch die einzige Nachrichtenagentur Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst unterstellt. Richtlinien, wie in der Presse berichtet werden soll, gab die Abteilung für Agitation und Propaganda des Zentralkomitees aus.
Das alles will das ekelhafte stalinistische U-Boot wieder einführen. Ich hatte 1989/90, als ich den Westen kennenlernte, manchmal ein mulmiges Gefühl. Aber daß es so schlimm werden würde, habe ich verdrängt. Bärbel Bohley hatte allerdings 1991 gewarnt:
„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.
Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen.
Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir.
Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“
*Zuerst erschienen auf prabelsblog.de
(pi-news.net)
