Urlaubsflüge bald gestrichen?
Von MEINRAD MÜLLER
Vorbei mit „schnell mal kurz“ nach Malle, Ibiza, London oder Mallorca. Der Treibstoff für die Flugzeuge geht zur Neige. Der vorerst letzte Kerosintanker aus dem Persischen Golf erreichte am 9. April Rotterdam. Danach reichen die bestehenden Reserven in Europa voraussichtlich nur noch drei bis vier Wochen.
– SAS: Die skandinavische Airline hat für April bereits rund 1000 Flüge gestrichen – vor allem kürzere und weniger rentable Verbindungen.
– Lufthansa: Die Lufthansa prüft die Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen, besonders ältere, treibstoffintensive Maschinen, und bereitet sich auf deutliche Einschnitte im Sommer vor.
– EasyJet: Die günstigen Treibstoffverträge laufen Ende Sommer 2026 aus. Danach drohen spürbar höhere Ticketpreise, vor allem auf Mittelmeer-Routen. Die Nachfrage ins östliche Mittelmeer ist bereits gedämpft.
– Ryanair: Ryanair-Chef Michael O’Leary warnt: Bei anhaltendem Konflikt drohen ab Mai/Juni Versorgungsprobleme. Im schlimmsten Fall müssten zehn bis 25 Prozent der Flüge im Sommer gestrichen oder die Kapazität stark reduziert werden. Besonders Großbritannien ist gefährdet.
Andere Billigflieger wie „Wizz Air“ verschieben bereits Kapazitäten und prüfen Kürzungen.
Die Zeit der 29,80-Euro-Flüge gehört wohl bald der Vergangenheit an. Dieser Luxus ist vorbei. Länder, die stark vom Tourismus abhängig sind (wie Spanien, Griechenland, Portugal oder Zypern), werden leiden. Hotels, Restaurants und ganze Regionen spüren die Auswirkungen zuerst. Am Ende beißen den Letzten die Hunde.
Und im Bayerischen Wald, an der Ostsee oder an den über 2000 mecklenburgischen Seen soll es ja auch schön sein. Diese Ziele erreicht man ganz entspannt mit dem Deutschlandticket für umgerechnet zwei Euro pro Tag. Da sage doch einer, der Vater Staat sorge sich nicht um seine Schäfchen…
(pi-news.net)
