Ansichtssache: Ist 1,0 manchmal nur 0,0?
Von RAINER K. KÄMPF
Als die Deutschen 1918 ein halbwegs funktionierendes und über die Jahrhunderte bewährtes staatliches System abschafften und das Wagnis eingingen, sich in Demokratie zu versuchen, erwies sich dieses Unterfangen als Flop.
Bis heute. Gut 100 Jahre später allerdings besteht die berechtigte Hoffnung, der Feldversuch könne, wenn auch reichlich verspätet, doch noch zum Erfolg führen. Das allerdings wird nicht einfach und der Weg dahin ist mit Hindernissen gespickt.
Und mit Widerstand. Von denjenigen nämlich, die die demokratische Idee für sich vereinnahmt haben und die von ihnen geschaffene kreuzgefährliche Mutation bis heute ziemlich erfolgreich als Waffe gegen den ursprünglichen Volkswillen mißbrauchen.
Da wird mit allen möglichen Tricks und Winkelzügen gearbeitet und dem Erfindungsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Oder, besser gesagt: wir erweisen uns als zu träge, Grenzen zu setzen. Man könnte nun rätseln, ob wir entweder über die Maßen leidensfähig sind oder schlicht nur zu phlegmatisch, richtig auf den Putz zu hauen.
Aus marxistischer Sicht, also aus linker, eben der politischen Richtung, die das Land zugrunde richtet, befinden wir uns im letzten Stadium der kapitalistischen Entwicklungsphase, die sich dadurch auszeichnet, daß ihr der Gestank der Verwesung vorauseilt. Und siehe da, das stimmt sogar. Zu 100 Prozent.
Da werden Gesetze geändert mit abgewählten Mehrheiten und das altehrwürdige Grundgesetz wird vergewaltigt, um grüne Untergangsphantasien für die Zukunft zur Staatsräson zu erheben.
In Bezug auf Sachsen-Anhalt, da wo sich die Bürger anschicken, einem Machtwechsel den Boden zu bereiten, wird jetzt vollkommen freigedreht: Es wird erwogen, bei einer Regierungsbeteiligung der AfD Schul- und Bildungsabschlüsse innerhalb der Rumpf-BRD nicht mehr anzuerkennen.
Der Gedanke an sich hat was dringend Erforderliches. Nur halt in die andere Richtung. In Berlin zum Beispiel, in dem das Einser-Abitur so selbstverständlich ist wie die Currywurst bei Konnopke, rennt so ziemlich jeder damit rum. Wenn aber einige Abiturienten zur Polizeischule möchten, müssen die Intelligenzbestien erst mal Deutsch schreiben lernen. Soviel zur Wertigkeit des sogenannten Bildungssystems. Eben darum kann es durchaus so werden, daß später gerade Abschlüsse aus dem Blauen Deutschland hoch im Ranking stehen.
Das ist das Ding mit den zwei Seiten. Wie auch bei den Gesetzesänderungen, die derzeit, einer wirklichen Demokratie widersinnig, auf den Weg gebracht werden.
Die kommen dann als Bumerang zurück und die Auswirkung bringt Euch restlos zur Strecke. Gut Ding braucht halt Weile.
(pi-news.net)
