Roosevelt: Nur die Furcht müssen wir fürchten

(gh) - Seneca wusste, was Jäger den Hasen wünschen; Angscht. "Doch es gibt keinen Grund, zu leben und kein Ende unserer Misere, wenn unsere Ängste überhand nehmen!" Also folgert Ryan Holiday in seinem Bestseller "Der tägliche Stoiker" daraus: "Zu Beginn jener Wirtschaftsmisere, de als die Große Depression in die Geschichtsbücher eingegangen ist, wurde ein neuer Präsident namens Franklin Delano Roosevelt eingeschworen und hielt seine erste Antrittsrede im Amt.
Er war der letzte Präsident im Amt, bevor das Twentieth Amendment , der 20. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten ratifiziert wurde, und so war es Roosevelt nicht möglich, vor März sein Amt anzutreten, ws bedeutete, dass ein Land monatelang ohne eine Führung auskommen musste. Panik lag in der Luft, die Banken steckten in der Krise,die Menschen hatten Angst (vor der Zukunft?)".
Was also sagte Roosevelt am 4. März 1933? "Also zunächst einmal lassen Sie mich meiner Überzeugung Ausdruck verleihen, dass es nur eine Sache gibt, die wir fürchten müssen, die Furcht selbst — namenlosen, unvernünftigen, unbegründeten Terror, der die nötigen Anstrengungen lähmt Rückschritt in Fortschritt zu verwandeln. In jeder dunklen Stunde unseres nationalen Lebens ist eine Führung von Aufrichtigkeit und Kraft auf das Verständnis und die Unterstützung der Bevölkerung getroffen, die wesentlich für den Sieg ist. Und ich bin überzeugt davon, dass Sie diese Unterstützung in diesen kritischen Tagen wieder dieser Führung geben werden".
Wikipedia: "Anschließend machte Roosevelt die Gier von Bankiers und Geschäftsleuten für die Weltwirtschaftskrise verantwortlich. Danach wandte er sich den Problemen der Arbeitslosigkeit von 25 Prozent und der Außenpolitik zu, wobei er die Good Neighbor Policy benannte. . Die Good Neighbor Policy (deutsch Politik der guten Nachbarschaft) war unter Franklin D. Roosevelt eine bis etwa 1937/1938 betriebene Form der Außenpolitik der USA gegenüber den lateinamerikanischen Staaten, die sich durch Respekt gegenüber diesen Staaten und einen Verzicht auf dortige militärische Interventionen auszeichnete.
Der Einfluss in Lateinamerika sollte durch andere Methoden bewahrt werden. In diesem Zusammenhang sind das US-amerikanische Engagement um den Panamerikanismus, die Unterstützung bestimmter lateinamerikanischer Regime und der verstärkte kulturelle und wirtschaftliche Kontakt zu sehen. Ferner zielte die US-amerikanische Regierung auf eine Unterstützung der südamerikanischen Regierungen ab, die ebenfalls von der 1929 ausgebrochenen Großen Depression betroffen waren. Die Streitkräfte wurden aus Haiti abgezogen, auf der 7. Internationalen Konferenz Amerikanischer Staaten wurde die Konvention von Montevideo unterzeichnet und das Platt Amendment, welches den USA als Ergänzung zum amerikanisch-kubanischen Vertrag von 1903 ein Interventionsrecht auf Kuba einräumte, wurde aufgegeben. 1936 nahm Roosevelt als erster Präsident der USA an einem inneramerikanischen Gipfel teil und 1938 erhielt Mexiko das Recht der Ölexploration im eigenen Land.
Außerdem sollte angesichts der japanischen Expansion in Ostasien und des sich abzeichnenden deutschen Expansionismus ein Ring aus loyalen Staaten um die USA geschaffen werden. Früher als in der amerikanischen Öffentlichkeit wurde im Weißen Haus Hitlers Systematik verfolgt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Good Neighbor Policy sukzessive zugunsten einer verstärkten ökonomischen Einflussnahme erodiert".
Die Stoiker wussten, so Holiday, dass man die Angst fürchten müsse, weil sie viel Schaden hervorrufe. Die Dinge, die wir fürchteten, würden verblassen im Vergleich zu dem Schaden, den wir uns und anderen zufügten, während wir gedankenlos und wie wld alles täten, um diese zu vermeiden. Eine wirtschaftliche Depression sei schlimm, doch eine Börsenpanik sei schlimmer. Eine heikle Situation werde nicht schlimmer, wenn wir Angst zuließen - Angst mache alles nur schwiriger.
