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Abgetankt

Dem Wasserstoff geht die Luft aus

Von PETER WÜRDIG

Dem Wasserstoff geht die Luft aus, schon wieder! Dabei ist der Wasserstoff doch das ersehnte Wundermittel der Wendehälse, also für die von der Energiewende. Nicht umsonst wird Wasserstoff als der „Champagner der Energiewende“ bezeichnet. Nun, man kann in Champagner baden, man muss es sich nur leisten können, und das macht wohl einen Teil des Problems aus. Denn die Kosten sind am Ende dann doch so hoch, dass die Projekte nicht wirklich gelingen. Das war schon 2004 damals auf der Insel Utsira so. Dies ist die kleinste Insel von Norwegen, und Enercon, die bekannte Firma für Windmühlen aus Niedersachsen, hatte dort ein Projekt gestartet, um immerhin zehn(!) Haushalte komplett mit grünem Strom zu versorgen.

Der Wasserstoff wurde dabei als Speichermedium verwendet, um die Lücken der Versorgung auszugleichen, wenn der Wind nur so weht, wie er will und nicht wie er soll. Die Anlagen mussten dann aber schon nach zwei Jahren wieder komplett abgebaut werden, denn die Kosten waren aus dem Rahmen gelaufen. Und technische Probleme gab es auch noch, denn der Wasserstoff ist eben doch nicht so friedlich und geduldig, wie man sich das vorgestellt hatte.

Was ist also geschehen? „Das Münsterland verliert seine einzige Wasserstoff-Tankstelle.“ Darüber berichtet jetzt der WDR. Die Westfalen AG hat den Standort in Münster-Amelsbüren zehn Jahre lang betrieben, aber nie ausreichend Kundschaft erreicht. Da das Geschäft dauernd im Minus-Bereich verblieb, musste man nun aufgeben. Zuletzt tankten nur noch eine Handvoll Privatkunden regelmäßig in Münster. Bei den LKW-Fahrern sei der Zuspruch noch geringer gewesen. In Deutschland fahren derzeit etwa 250 Lastwagen mit Wasserstoff, im Pkw-Bereich gibt es immerhin noch 1800 Wasserstoff-Autos. Im Münsterland muss man sich jetzt nach einer Tankstelle in weiter Entfernung umsehen, oder man muss dann doch auf ein richtiges Auto umsteigen, also eines mit Benzin oder Diesel; die werden dort noch gut versorgt.
(pi-news.net)

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