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Kohle zu Kraftstoff

Eine unterschätzte Option für Deutschlands Energiezukunft

Von David Cohnen

Technik, Kosten, volkswirtschaftliche Effekte und strategische Bedeutung der Kohleverflüssigung

Benzin und andere Erdölprodukte werden auch in Zukunft eine bedeutende Rolle im Energiesystem und insbesondere im Verkehrssektor spielen. Gleichzeitig ist die Versorgung mit Erdöl zunehmend von geopolitischen Unsicherheiten, Preisschwankungen und Importabhängigkeiten geprägt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob andere Herstellungsverfahren wie die Kohleverflüssigung eine wirtschaftlich und strategisch sinnvolle Ergänzung darstellen können.

Für Deutschland war die Kohleverflüssigung in den 1930er- und 1940er-Jahren nicht nur eine technische Möglichkeit, sondern eine strategische Notwendigkeit. Das Land verfügte über große heimische Kohlevorkommen, jedoch über kaum eigene Erdölreserven. Gleichzeitig war Deutschland politisch und wirtschaftlich zunehmend isoliert und konnte sich nicht auf dauerhafte Ölimporte verlassen. Die militärische und industrielle Planung beruhte jedoch auf einem hohen Bedarf an flüssigen Kraftstoffen, insbesondere für Fahrzeuge, Flugzeuge und Panzer, die nicht mit Kohle betrieben werden konnten.

In dieser Situation wurde die Kohleverflüssigung zu einem zentralen Bestandteil der Energieversorgung. Die Technologie ermöglichte es, aus heimischer Kohle synthetisches Benzin und Diesel herzustellen und damit die Abhängigkeit von ausländischen Öllieferungen zu vermindern. Obwohl die Herstellungskosten über denen von importiertem Erdöl lagen und die Anlagen technisch anspruchsvoll waren, überwog aus damaliger Sicht der Vorteil einer höheren Energieunabhängigkeit. Die Kohleverflüssigung war somit weniger eine rein wirtschaftliche als vielmehr eine durch die Weltlage veranlasste Entscheidung.

Diese geschichtliche Erfahrung zeigt, dass die Bewertung entsprechender Technologien nicht ausschließlich über kurzfristige Kosten erfolgen kann. In Phasen politischer Unsicherheit oder eingeschränkter Handelsmöglichkeiten kann die Fähigkeit zur Nutzung heimischer Vorkommen von erheblicher Bedeutung sein – selbst bei höheren Produktionskosten. Entsprechend blieb die Kohleverflüssigung in Ländern mit vergleichbarer Ausgangslage, wie etwa Südafrika, auch nach dem Zweiten Weltkrieg ein wesentlicher Bestandteil der Energiepolitik.

Nach 1945 setzten die Alliierten die deutsche Kohleverflüssigung außer Betrieb, indem sie die Hydrierwerke besetzten, abschalteten und teils demontierten – nicht durch ein ausdrückliches Verbot, sondern indem sie die gesamte Treibstoffproduktion unter alliierte Kontrolle stellten.

Die Kohleverflüssigung

Die Kohleverflüssigung, also die Umwandlung von Kohle in flüssige Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel, ist ein technisch erprobtes Verfahren, das seit den 1940er-Jahren bekannt ist und schrittweise weiterentwickelt wurde. Grundsätzlich wird zwischen direkter und indirekter Kohleverflüssigung unterschieden, wobei die indirekte Route über Synthesegas und die Fischer-Tropsch-Synthese international die größte Bedeutung besitzt.

Erläuterung der Fischer-Tropsch-Synthese (FT)

Die Fischer-Tropsch-Synthese stellt das zentrale chemische Verfahren der indirekten Kohleverflüssigung dar. Dabei wird Kohle zunächst in einem Vergaser in ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff überführt. Nach der Gasreinigung erfolgt die Umsetzung über Katalysatoren, wobei unter moderaten Temperaturen und Drücken langkettige Kohlenwasserstoffe entstehen. Diese können anschließend in Raffinerieprozessen zu Benzin, Diesel, Kerosin oder Wachsen weiterverarbeitet werden.

Die Reaktion ist stark exotherm und setzt erhebliche Mengen an Wärme frei, die technisch genutzt werden können und einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtenergiebilanz moderner Anlagen leisten.

Trotz technologischer Fortschritte bleibt das grundlegende Problem bestehen, dass die Umwandlung von Kohle in flüssige Kraftstoffe energieintensiv und damit kostenaufwendig ist. Gleichwohl kann sie unter bestimmten Rahmenbedingungen – insbesondere bei vorhandenen heimischen Ressourcen oder strategischen Zielsetzungen – volkswirtschaftlich sinnvoll sein.

Deutschland verfügt über umfangreiche Kohlereserven, insbesondere im Bereich der Braunkohle, deren Vorräte zu den größten weltweit zählen. Auch Steinkohle ist in großen Mengen vorhanden, wenngleich ihre Förderung aus wirtschaftlichen Gründen weitgehend eingestellt wurde. Auf dieser Rohstoffgrundlage beruht, dass die Verflüssigung der Kohle in Deutschland sowohl nach der geschichtlichen Erfahrung als auch für die Zukunft eine wichtige staatliche Maßnahme sein kann

Die Rolle der Abwärme – ein zentraler Faktor moderner Anlagen

Während Abwärme in frühen Anlagen kaum genutzt wurde, stellt sie heute einen integralen Bestandteil der Gesamtenergiebilanz dar. Sowohl die Fischer-Tropsch-Synthese als auch die Vergasung und Gasaufbereitung erzeugen kontinuierlich erhebliche Wärmemengen.

Moderne Anlagen können etwa 30 bis 45 % der eingesetzten Energie als nutzbare Wärme auskoppeln. Bei Integration in Fernwärmesysteme lässt sich diese Energie zur Versorgung von Wohn- und Industriegebieten einsetzen. Kohleverflüssigungsanlagen übernehmen damit eine Doppelfunktion als Kraftstoffproduzent und Wärmequelle.

  1. Einleitung: Aktuelle Relevanz der Kohleverflüssigung

Deutschland steht vor tiefgreifenden Schwierigkeiten: Einerseits ist beabsichtigt, die Energieversorgung und die Industrie von der Abhängigkeit vom Kohlenstoff zu lösen und ihre Widerstandskraft zu stärken, andererseits besteht im Verkehrssektor weiterhin ein hoher Bedarf an flüssigen Kraftstoffen.

Gleichzeitig unterliegen die weltweiten Ölmärkte erheblichen Schwankungen. Weltpolitische Konflikte, Handelsbeschränkungen und Störungen von Lieferketten führen regelmäßig zu Preissprüngen mit direkten Auswirkungen auf Wirtschaft und Verbraucher. Deutschland ist dabei nahezu vollständig auf Erdölimporte angewiesen, was eine strukturelle Abhängigkeit darstellt.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine erneute Bewertung der Kohleverflüssigung sinnvoll. Die Technologie ermöglicht die Herstellung synthetischer Kraftstoffe auf Basis heimischer Rohstoffe und kann somit zur Diversifizierung der Energieversorgung beitragen.

Was früher als Notlösung galt, könnte heute ein strategischer Stabilitätsanker sein. Und die Zahlen zeigen: Die Technologie ist weder exotisch noch unbezahlbar. Im Gegenteil — sie ist überraschend konkurrenzfähig.

  1. Technische Grundlagen: Wie aus Kohle Benzin wird

Die moderne Kohleverflüssigung basiert auf zwei etablierten Schritten:

  • Vergasung der Kohle

Kohle wird unter hohem Druck und hoher Temperatur in ein Synthesegas (CO + H₂) umgewandelt. Dieser Schritt ist technisch ausgereift und wird weltweit in der Chemieindustrie genutzt.

  • Fischer‑Tropsch‑Synthese

Das Synthesegas wird zu flüssigen Kohlenwasserstoffen polymerisiert — Benzin, Diesel, Kerosin. Dieser Prozess ist seit den 1920er‑Jahren bekannt und wurde über Jahrzehnte perfektioniert.

Wirkungsgrade

Für unsere Berechnungen nutzen wir realistische Werte:

  • 45 % der Kohleenergie → Benzin/Diesel
  • 30 % → nutzbare Wärme
  • 25 % → Verluste

Damit ergibt sich ein Gesamtwirkungsgrad von 75 % nutzbarer Energie.

Diese Werte sind konservativ und entsprechen modernen CTL‑Anlagen.

  1. Kostenrechnung: Von der Kohle zum Liter Benzin

3.1 Ausgangsdaten

Wir verwenden folgende realistische Marktpreise:

  • Steinkohle: 6 ct/kWh
  • Braunkohle: 2 ct/kWh

Der CTL‑Prozess ist energieintensiv. Wir setzen einen Prozessfaktor von 2,0 an — die Gesamtkosten pro kWh Kohle verdoppeln sich durch Vergasung, Synthese, Reinigung und Betrieb.

Damit ergeben sich:

  • Steinkohle: 6 ct × 2 = 12 ct/kWh
  • Braunkohle: 2 ct × 2 = 4 ct/kWh

3.2 Kosten pro kWh Benzinenergie

Da 0,75 kWh nutzbare Energie aus 1 kWh Kohle entstehen, gilt:

k=Kgesamt * 0,75

  • Steinkohle: 12 ct / 0,75 = 16 ct/kWh
  • Braunkohle: 4 ct / 0,75 = 5,33 ct/kWh

3.3 Kosten pro Liter Benzin

1 Liter Benzin enthält ca. 8,6 kWh.

  • Steinkohle‑CTL:
    0,16 €/kWh × 8,6 kWh = 1,38 €/L
  • Braunkohle‑CTL:
    0,0533 €/kWh × 8,6 kWh = 0,46 €/L

Das sind die Netto‑Herstellungskosten — ohne Steuern, ohne Margen.

  1. Endverbraucherpreise inkl. Steuern und Margen

4.1 Staatliche Abgaben (heutiges System)

  • Energiesteuer: 65,45 ct/L
  • CO₂‑Preis: ca. 13 ct/L
  • Erdölbevorratungsabgabe: 0,46 ct/L
  • Mehrwertsteuer: 19 %

Summe vor MwSt: ≈ 0,79 €/L

4.2 Endpreise

Steinkohle‑CTL

  • Netto: 1,38 €
    • Abgaben: 0,79 €
    • MwSt: 0,41 €
      2,58 €/L
  • realistische Margen (Hersteller + Logistik + Tankstelle): ca. 0,25 €
    ≈ 2,83 €/L

Braunkohle‑CTL

  • Netto: 0,46 €
    • Abgaben: 0,79 €
    • MwSt: 0,24 €
      1,49 €/L
  • Margen: 0,25 €
    ≈ 1,74 €/L
  1. Vergleich mit aktuellen Benzinpreisen

Aktuelle Preise in Deutschland (2026):

👉 2,00–2,30 €/L

Damit ergibt sich:

Variante Preis €/L
Heutiges Benzin    2,25
CTL aus Steinkohle ≈ 2,83
CTL aus Braunkohle ≈ 1,74

Interpretation

  • Steinkohle‑CTL ist etwas teurer als heutiges Benzin.
  • Braunkohle‑CTL ist deutlich günstiger — trotz voller heutiger Steuerlast.
  • Die Differenz ist nicht dramatisch, insbesondere angesichts der Ölpreisvolatilität.
  1. Ölpreisschwankungen und weltpolitische Risiken

Die letzten Jahrzehnte zeigen extreme Schwankungen:

  • 30 $/Barrel
  • 150 $/Barrel
  • 40 $/Barrel
  • 120 $/Barrel

Diese Schwankungen wirken sich direkt auf den Benzinpreis aus.

CTL dagegen:

  • hängt fast ausschließlich vom Kohlepreis ab
  • und der ist stabil, planbar und wenig geopolitisch beeinflusst

Das macht CTL zu einer preislich stabilen Alternative.

  1. Volkswirtschaftliche Vorteile von CTL

Hier beginnt der Teil, der die Preisdifferenz praktisch auf null schrumpfen lässt.

7.1 Wertschöpfung im Inland

Statt Milliarden für Ölimporte auszugeben, bleibt das Geld:

  • im Bergbau
  • in der Chemieindustrie
  • im Anlagenbau
  • in der Logistik
  • in der Wartung
  • in den Regionen

7.2 Steuereinnahmen im Inland

Jeder Liter CTL erzeugt:

  • Unternehmenssteuern
  • Lohnsteuern
  • Sozialabgaben
  • Gewerbesteuern

7.3 Unabhängigkeit von Krisen

CTL macht Deutschland unabhängiger von:

  • OPEC‑Entscheidungen
  • Kriegen im Nahen Osten
  • Embargos
  • Tankerwegen
  • Währungsschwankungen

7.4 Stabilität für Industrie und Verbraucher

Planbare Preise sind ein enormer Vorteil für:

  • Speditionen
  • Landwirtschaft
  • Logistik
  • Industrie
  • private Haushalte

7.5 Handelsbilanz

Deutschland importiert jährlich Energie im Wert von 60–80 Mrd. €.
Jeder Liter CTL reduziert diese Abhängigkeit.

  1. Strategische Bedeutung für Deutschland

CTL wäre:

  • eine nationale Reserveoption,
  • eine Preisstabilisierungsoption,
  • eine Versorgungssicherheitsoption,
  • eine industriepolitische Option,
  • eine geopolitische Entlastung.

Selbst wenn CTL leicht teurer wäre, könnte es sich volkswirtschaftlich trotzdem lohnen — weil die strategischen Vorteile enorm sind.

  1. Quantitative volkswirtschaftliche Vorteile von CTL

Die bisherigen Betrachtungen haben gezeigt, dass CTL technisch machbar, preislich konkurrenzfähig und strategisch bedeutsam ist. Doch der entscheidende Punkt fehlt noch: Welche volkswirtschaftlichen Vorteile entstehen, wenn Deutschland seinen Kraftstoffbedarf nicht mehr importiert, sondern im Inland produziert?

Um diese Frage zu beantworten, betrachten wir drei zentrale Effekte:

  1. Ersparte Ölimporte
  2. Inlandswertschöpfung
  3. Zusätzliche Steuereinnahmen

Aus diesen Größen lässt sich anschließend ein volkswirtschaftlich korrigierter Benzinpreis ableiten, der zeigt, wie günstig CTL für Deutschland tatsächlich wäre.

9.1 Ersparnis durch wegfallende Ölimporte

Deutschland importiert jährlich Rohöl im Wert von rund:

👉 40–50 Milliarden Euro

Dieser Betrag fließt vollständig ins Ausland ab. Würde Deutschland seinen Kraftstoffbedarf durch CTL decken, entfiele dieser Abfluss nahezu vollständig.

Selbst konservativ gerechnet:

  • Importwert pro Liter Rohöl: 0,80–1,00 €
  • Kraftstoffbedarf: ≈ 50 Milliarden Liter

Ergibt:

👉 40–50 Milliarden Euro Importersparnis pro Jahr

9.2 Inlandswertschöpfung

CTL erzeugt Wertschöpfung im Inland — in Bergbau, Chemie, Anlagenbau, Logistik, Wartung und Dienstleistungen.

Pro Liter entstehen realistisch:

  • 0,10–0,20 € Löhne
  • 0,05–0,10 € Unternehmensgewinne
  • 0,05–0,10 € regionale Wertschöpfung

Summe:

👉 0,20–0,40 € Inlandswertschöpfung pro Liter

Bei 50 Milliarden Litern:

👉 10–20 Milliarden Euro pro Jahr

9,3 Zusätzliche Steuereinnahmen

Da die Wertschöpfung im Inland stattfindet, entstehen zusätzliche:

  • Lohnsteuern
  • Sozialabgaben
  • Unternehmenssteuern
  • Gewerbesteuern

Konservativ:

👉 0,05–0,10 € pro Liter

Bei 50 Milliarden Litern:

👉 2,5–5 Milliarden Euro pro Jahr

9,4 Gesamtvolkswirtschaftlicher Vorteil pro Liter

Wir kombinieren:

  • 0,80–1,00 € Importersparnis
  • 0,20–0,40 € Inlandswertschöpfung
  • 0,05–0,10 € zusätzliche Steuern

Damit ergibt sich:

👉 1,05–1,50 € volkswirtschaftlicher Vorteil pro Liter CTL

Dieser Vorteil entsteht automatisch, sobald die Kraftstoffproduktion ins Inland verlagert wird.

9,5 Wie der Staat diesen Vorteil in reale Benzinpreise übersetzen kann

Da die Wertschöpfung bei CTL im Inland entsteht, fließen dem Staat zusätzliche Steuereinnahmen zu. Diese Mehreinnahmen könnten — wenn politisch gewollt — genutzt werden, um die Endverbraucherpreise für CTL‑Benzin so zu gestalten, dass sie die volkswirtschaftlich optimalen Werte widerspiegeln.

Das bedeutet:

Der Staat könnte die zusätzlichen Steuereinnahmen aus CTL gezielt einsetzen, um die Endpreise für CTL‑Benzin zu senken — ohne Einnahmeverluste.

Damit wird der volkswirtschaftliche Vorteil direkt in niedrigere Benzinpreise übersetzbar.

9,6 Volkswirtschaftlich korrigierte Benzinpreise

Wir ziehen den volkswirtschaftlichen Vorteil vom realen Endverbraucherpreis ab.

  1. A) Steinkohle‑CTL

Endpreis: 2,83 €/L Volkswirtschaftlicher Vorteil: 1,05–1,50 €/L

Effektiver Preis: 1,33–1,78 €/L

  1. B) Braunkohle‑CTL

Endpreis: 1,74 €/L Volkswirtschaftlicher Vorteil: 1,05–1,50 €/L

Effektiver Preis: 0,24–0,69 €/L

  1. C) Vergleich mit aktuellem Benzinpreis

Aktueller Marktpreis: ≈ 2,25 €/L

Kraftstoffart Marktpreis Effektiver volkswirtschaftlicher Preis
Heutiges Benzin 2,25 €/L 2,25 €/L
Steinkohle‑CTL 2,83 €/L 1,33–1,78 €/L
Braunkohle‑CTL 1,74 €/L 0,24–0,69 €/L

9,7 Ergebnis

Die Zahlen zeigen:

  • Steinkohle‑CTL wird volkswirtschaftlich günstiger als heutiges Benzin.
  • Braunkohle‑CTL wird volkswirtschaftlich dramatisch günstiger als jeder historische Benzinpreis.
  • Der Staat könnte die zusätzlichen Steuereinnahmen nutzen, um die Endpreise aktiv zu stabilisieren oder zu senken.
  • CTL wird damit gesamtwirtschaftlich zur günstigsten Kraftstoffoption, die Deutschland realistisch zur Verfügung steht.

CTL ist nicht nur konkurrenzfähig — es ist volkswirtschaftlich überlegen, und der Staat könnte diesen Vorteil direkt in niedrigere Endverbraucherpreise übersetzen.

  1. Schlussfolgerung

Klimapolitische, CO₂-bezogene und regulatorische Rahmenbedingungen werden in dieser Analyse ausgeklammert, da deren aktuelle politische Ausgestaltung selbst stark umstritten ist und keine stabile Bewertungsbasis bietet.

Die Kohleverflüssigung erweist sich insgesamt als technisch ausgereifte Möglichkeit zur Gewinnung flüssiger Brennstoffe aus heimischen Rohstoffen. Sie verbindet bewährte chemische Verfahren mit der Möglichkeit, neben Kraftstoffen auch nutzbare Wärme bereitzustellen.

Von besonderer Bedeutung ist ihre gesamtwirtschaftliche Wirkung: Die Verlagerung der Kraftstoffproduktion ins Inland kann Importabhängigkeiten vermindern, zusätzlichen wirtschaftlichen Ertrag schaffen und staatliche Einnahmen bewirken. Unter Einbeziehung dieser Umstände mindern sich die höheren unmittelbaren Herstellungskosten deutlich in ihrer Bedeutung.

Vor dem Hintergrund zunehmender weltpolitischer Unsicherheiten und schwankender Energiemärkte kann die Kohleverflüssigung eine bedeutsame Ergänzung im Energiesystem darstellen. Sie kann insbesondere im Zusammenhang mit Versorgungssicherheit, Preisstabilität und der Widerstandsfähigkeit der Industrie eine wichtige Rolle spielen.

Die Kohleverflüssigung erweist sich insgesamt als technisch ausgereifte Möglichkeit zur Gewinnung flüssiger Brennstoffe aus heimischen Rohstoffen. Sie verbindet bewährte chemische Verfahren mit der Möglichkeit, neben Kraftstoffen auch nutzbare Wärme bereitzustellen.Von besonderer Bedeutung ist ihre gesamtwirtschaftliche Wirkung: Die Verlagerung der Kraftstoffproduktion ins Inland kann Importabhängigkeiten vermindern, zusätzlichen wirtschaftlichen Ertrag schaffen und staatliche Einnahmen bewirken. Unter Einbeziehung dieser Umstände mindern sich die höheren unmittelbaren Herstellungskosten deutlich in ihrer Bedeutung.

Vor dem Hintergrund zunehmender weltpolitischer Unsicherheiten und schwankender Energiemärkte – wie derzeit durch die anhaltenden Spannungen in der Straße von Hormus und die daraus resultierende Volatilität der Ölpreise – kann die Kohleverflüssigung eine bedeutsame Ergänzung im Energiesystem darstellen.

Der Verfasser hält die in Deutschland dominierende CO₂-Bepreisung sowie die weitreichenden Energietransformationsmaßnahmen für weder klimapolitisch wirksam noch wirtschaftlich durchhaltbar.

Deutschland trägt nur etwa 1,3–1,5 % zu den globalen CO₂-Emissionen bei, während unilaterale Belastungen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erheblich mindern und zu einer Niedergangsschleife aus Deindustrialisierung, hohen Energiepreisen und Abhängigkeit führen.

Wenn die Bundesrepublik langfristig wirtschaftlich bestehen will, muss sie aus dieser einseitigen Ausrichtung herauskommen und pragmatische Optionen wie die heimische Kohleverflüssigung als Beitrag zu Versorgungssicherheit und Preisstabilität ernsthaft prüfen. Dieses Papier versteht sich als Diskussionsvorschlag, dessen Einzelheiten – einschließlich der genauen Ausgestaltung und möglicher Kombination mit CCS – durchaus variieren können

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