Wenn die Regierung Reformen nicht kann und das Volk sie nicht will, was folgt?
Von PROF. EBERHARD HAMER (Teil 2 von 2)
Die von den drei letzten Regierungen gemachten Fehler haben Entwicklungen eingeleitet, die jetzt an ihre Grenzen stoßen und zu Kipppunkten treiben. Die Wirtschaft, die Politik und die Gesellschaft haben eben eigene Gesetze, die systemgerechtes Handeln fordern und sogar erzwingen. Wer im privaten Leben mehr ausgibt als er einnimmt, wird im Konkurs enden. Und ein Staat, der ebenfalls mehr ausgibt als er einnehmen kann, endet im Staatsbankrott. Man kann zwar vorübergehend Fehler machen, nicht aber auf Dauer. Und wenn man die Fehler nicht korrigiert, führt die Fehlentwicklung immer zum Ende, zum Crash.
Viele Länder sind schon mit mehr als 100 Prozent ihres BIP überschuldet. Die Südeuropäer konnten nur durch EU-Hilfen in den letzten Jahren vor dem Bankrott bewahrt werden, was allerdings die EU selbst in den Bankrott treibt. Das üble Spiel ging nur gut, solange die Zentralbanken entgegen ihrer Pflicht und Satzung die Geldmenge erhöhten (Geld „druckten“) und damit eine Inflation in Gang setzten, die das Vertrauen ins Geld und an das Geld selbst zerstören wird. Die EU und ihre Zentralbanken haben bereits jetzt angekündigt, dass sie 2029 zur „digitalen Währung“ übergehen wollen. Das ist nichts anderes als die Ankündigung einer Währungsreform mit Abwertung der monetären Werte. Die Staaten und die EU wollen für ihre unverantwortliche Schuldenpolitik nicht selbst haften, sondern die Bürger dafür enteignen.
Bis dahin soll auch ein europäisches Vermögensregister (ALMA) geschaffen sein, um die Sachvermögen der Bürger am wirtschaftlichen Zusammenbruch Europas zu beteiligen. Die Folgen der Schuldenpolitik von Merz und den anderen Regierungen (auch den USA) holen uns also ein. Die Strafe folgt auf dem Fuße. Wie üblich sind nicht die Täter, sondern die Wähler wiederum die Opfer.
Auch Sozialsysteme sind zerstört worden
Wir hatten Sozialsysteme, die ein menschenwürdiges Leben sicherten. Auch diese Sozialsysteme sind durch politische Fehlanreize und Fehler zerstört worden: Als das Rentensystem begründet wurde, haben sechs Erwerbstätige einen Rentner miternährt – heute müssen dies zwei Erwerbstätige machen, 2050 sind es eineinhalb. Es müssen also entweder die Beiträge dramatisch erhöht werden („jeder seinen eigenen Rentner“) oder die Rentenleistungen müssen reduziert werden, um das System zu retten.
Das Rentensystem beruht nicht nur auf Beiträgen, sondern auch auf konstanter Regeneration. Die grün-linken Regierungen haben aber Elternschaft diskriminiert. Singles (ohne Kinder) bekommen die gleiche Rente wie der Elternteil, der für die Gesamtfamilie arbeiten muss. Und die ca. sechs Millionen Bürgergeldberechtigten und anerkannten Asylanten bekommen Rentenansprüche auch ohne, dass sie überhaupt je etwas dafür tun und zahlen. Dazu werden weitere Millionen in der ganzen Welt nach den Fremdrentengesetzen aus politischen Gründen mit deutschen Renten beglückt, auch alle Ukrainer, denen Deutschland für fünf Jahre die Renten zahlt, weil dortige Rentenversicherung pleite ist.
Dass diese Zusatzanforderungen neben der demographischen Entwicklung zum Konkurs des Systems führen, hat Merz den Gewerkschaftlern vorgerechnet, ist dafür ausgepfiffen worden. Also muss der Markt hart richten, was die Politik nicht mehr vernünftig richten kann. Der Zusammenbruch des Rentensystems wird im Crash die Rentenlüge und reale Armut aller Rentner offenbaren, die sich nicht im Leben zusätzliche Einnahmequellen geschaffen haben (Immobilien, Aktien, Gold).
Massenmigration Mutter aller Probleme
Wer Gästen anbietet, auf ewig frei auf Kosten des Gastgebers zu wohnen und zu leben, zieht damit immer mehr Gäste an, bis er selbst zu Hause keinen Platz mehr hat, kein Geld mehr für die Gäste hat und die Gäste ihn aus dem Hause jagen, weil er seine Versprechen nicht mehr einhalten konnte. So kommt es auch mit der Massenimmigration. Wer allen Unzufriedenen und Gescheiterten der Welt Gastrecht anbietet mit Wohnung, Unterhalt, Kleidung, Einrichtung, freier Gesundheit und freier Altersrente, der wird sich irgendwann des Zustroms nicht mehr erwehren können.
Das Großkapital und die Sozialorganisationen verdienen an diesem Geschäft. Bei manchen Politikern reicht die Intelligenz nicht, um die Folgen zu sehen (Bas: „Wir haben keine Einwanderung in die Sozialsysteme!“) oder sind zu feige, das heikle Thema noch anzupacken. Und wenn eine Partei wie die AfD dieses Thema bringt, wird sie deswegen als rechtsradikal und nationalistisch diffamiert.
Wir werden also aus Vernunft das Thema weiterer Massenimmigration vom herrschenden Parteiensystem nicht gelöst bekommen. Also müssen die Folgen der weiteren Massenimmigration das falsche System sprengen: Die Kosten (40-50 Milliarden Euro jährlich) hindern den Wohlstand der Leistungsträger, die diese Zusatzlast irgendwann nicht mehr bezahlen können.
Aufstand der Habenichtse
Wenn dann den Immigranten das Ende der Sozialleistungen und eigene Arbeit zugemutet würde, würde dies zum Aufstand der Habenichtse führen, zum Bürgerkrieg und bei erreichter Mehrheit der Immigranten nach 2050 demokratisch (one man, one vote) zur Machtübernahme der Migrantenparteien über die Einheimischen und zum Integrationszwang der Einheimischen an die Zuwanderer führen, wie dies in anderen Ländern im Laufe der Geschichte immer wieder geschehen ist (z. B. Indien sieben mal, USA, Normannen in England). Jedes Volk, das fremde Invasion nicht rechtzeitig stoppen konnte, ist immer an den neuen Mehrheiten zugrunde gegangen.
Der Hauptfehler aller letzten Regierungen war aber wohl die geistige und moralische Zerstörung unseres Volkes. Wir sind nach dem letzten Weltkrieg aus Armut und Verzweiflung wieder aufgestiegen, weil wir die Preußischen Tugenden der Sparsamkeit, des Fleißes, der Aufrichtigkeit und der Verantwortung füreinander noch hatten und unseren christlichen Glauben, der uns auch Verantwortlichkeit vor Gott lehrte.
Alle diese Preußischen Tugenden und sogar der christliche Glaube gelten heute nichts mehr. Die Lehrer haben unserer Jugend beigebracht, dass nur Lust und Spaß im Leben zählten, dass jeder seine Lüste selbst befriedigen sollte, Familie und andere Leidenschaften Lustverzicht seien und Arbeit lebenseinschränkender Zwang. Kein Wunder, dass die degenerierte Generation nach Versorgung ohne Arbeit und ein Leben ohne Verantwortung strebt.
Reformverweigerungshaltung moralisch verwerflich
Hinzu kommt noch der Verlust unseres Glaubens wie es an den Massenaustritten aus den christlichen Kirchen statistisch zu sehen ist. Die Toleranz der Christen bei der Aufnahme der Moslems wird nicht mehr erwidert werden, wenn diese in der Mehrheit sind, hat überall in den arabischen Staaten zum Untergang des Christentums geführt und damit auch der christlichen Werte.
Wir haben uns ethisch-moralisch selbst zerstört und werden deshalb kaum bereit sein, mit etwa doppelter Arbeitsleistung und sparsamerem Gehalt die deutschen Produktionskosten international wieder wettbewerbsfähig zu machen und damit einen neuen Aufschwung wie nach dem zweiten Weltkrieg zu erreichen. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie Völker, die im Überfluss lebten, in Degeneration und Armut zerfielen (Rom). Ohne Reformen wird dies auch in Deutschland sein, wo es kein Volk mehr geben darf, sondern nur noch eine „hier lebende Bevölkerung“ und wo gemeinsame Werte und Leistungsanforderungen abgelehnt werden.
Reformen sind nötig, aber bitter. Wenn unsere Generation keine Reformen mehr schafft, werden die Marktkräfte und der internationale Überlebenskampf noch bitterere Lösungen bringen – allerdings zumeist für die nächste Generation. Denkt man an unsere Kinder und Kindeskinder, wird unsere derzeitige Reformverweigerungshaltung sogar moralisch verwerflich.
(pi-news.net)
