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Esel oder Ochs?

Den schlechten Lauf hält niemand auf

Von RAINER K. KÄMPF

Der Bundeskanzler kommt nicht zur Ruhe. Kein Wunder, daß er zuweilen dünnhäutig wird. Wenn ständig an ihm herumgezottelt wird, nervt das irgendwann bis zur Anspannung.

Seit dem großen Regierungsumbau und der Luftnummer mit dem Verkehrsminister raunt es durch die Sphären des deutschen Mediengefüges. Kommunikationsinkompetenz wird ihm vorgeworfen.
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Na ja, sein Händchen diesbezüglich ist mehr als unglücklich.

Aktuell wird darüber gemeckert, daß er sich kurz nach der schrecklichen Amoktat anläßlich des Berliner CSD an die Öffentlichkeit wandte. Natürlich, wie wir es nicht anders erwarteten, zu einem Problem, das vehement unter den Nägeln brennt. Zumindest den Franzosen:

Die ausufernden Waldbrände. Wenn Kritiker dies als taktlos bezeichnen wollen, irren sie sich. Es ist brandaktuelle Außenpolitik am Puls der Zeit. Schön zu wissen, daß Prioritäten gesetzt werden.

Und gemach mit den jungen Pferden. Zu Berlin kam ja auch was auf X am Sonntagmorgen. Wahrscheinlich dachte sich der Kanzler, es pressiere nicht so doll, weil ja Kommunikationsspezialist Kai Wegner sich schon am Ort des Geschehens produzierte.

Merz zeigte sich pflichtgemäß und routiniert betroffen. Eine Übung, die von den Repräsentanten UnsererDemokratie™ auf das Vortrefflichste beherrscht wird.

Dumm ist dann nur, wenn die so eifrig euphorisierte Toleranz den Auswüchsen eben dieser geopfert wird und es nicht mehr zu verleugnen ist. Ein Paradebeispiel der Kategorie Dumm gelaufen.

„Wir sind offen und freiheitsliebend – und das werden wir auch bewahren und verteidigen“, salbadert Merz und scheint nicht zu realisieren, daß die an Perversität grenzende Offenheit die Freiheit killt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Eine Verteidigung der Freiheitsliebe, geschweige denn der ernsthafte Wille dazu, sind nirgends zu erkennen. Im Gegenteil, es wird alles getan, um die, die genau solche Taten unmöglich machen wollen, zu bekämpfen. Bewahrt werden soll der zerstörerische Status quo, um die fragile Macht der Tatbegünstiger zu sichern. Dafür wird das indigene Volk geopfert.

Es waren und sind die Schergen des Merz’schen Kanzlerwahlvereins, die uns Deutschen Freiheitsliebe, Offenheit und das Vertrauen in die Bürgergesellschaft konsequent austreiben.

Vielleicht ist die desaströse Kommunikation gar nicht so unglücklich, sondern die unterbewußte Distanz bis zur Beantwortung der Schuldfrage.
(pi-news.net)

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