Feindbild fest verankert
Von Vera Lengsfeld
Da die tieferen Treiber bei Linken wie Islamisten Selbstmitleid und Neid sind, drängt es sich auf, ihren Ressentiments ein vertrautes Objekt zu bieten. Kulturhistorisch ist das Feindbild fest verankert. Jetzt verbreiten Juden eben nicht mehr die Pest, sie vergiften palästinensische Brunnen und backen ihre Mazze mit dem Blut unschuldiger Araberkinder.
Jahrzehnte postkolonialer Studien und Genderforschung haben erfolgreich Sinn und Verstand beerdigt. Der Boden ist bereitet und das intellektuelle Lumpenproletariat groß genug, um als kritische Masse den gesellschaftlichen Diskurs zu bestimmen. Außerdem hat es nicht nur für schuldgebeutelten Deutsche erheblichen Sex-Appeal, wenn sie die Juden nun nicht mehr bloß nur leise und schüchtern ‚trotz‘ Auschwitz kritisieren dürfen, sondern sie selbstgerecht eben ‚deswegen‘ angreifen können. Das macht den Genozid-Vorwurf ungemein reizvoll.
Psychopathologisch schafft es genau die Mischung, die Klickbeute generiert. Moralisch überdrehte Politpornografie verkauft sich besser als differenzierte Analyse. Das gilt übrigens auch für die ‚politisch erweckte‘ Rechte: Tucker Carlson macht den Hitler-Apologeten Nick Fuentes hoffähig, Candice Owens erschließt ihrer Hörerschaft die Weisheiten des Holocaust-Leugners Darryl Cooper. Das toxische Gebräu knallt wie Heroin und verkauft sich hervorragend. „Juden und Radfahrer (2)“ weiterlesen.
(vera-lengsfeld.de)