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Vom Abgesang der Hofpoeten

Reinkarnation des journalistischen Standards in ureigensten Form

Von RAINER K. KÄMPF

„Das ist kein Wahlkampf, das ist eine Wahlbewegung“, ruft Ulrich Siegmund in ein Mikrofon. Es ist das Mikrofon Gerrit Seebalds, der den AfD-Politiker während seines Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt für die WELT begleitet. Oder eben durch die Wahlbewegung, die in eine Volksbewegung übergehen wird.

Diese Bewegung, die Welle der Erneuerung, hat sich verselbstständigt. Autark und befreit von der Abhängigkeit der systemrelevanten und -konformen Medienwelt, hat die Wahlbewegung den Kokon der medialen Fesseln durchbrochen und bewegt sich ungehindert im wiedereroberten Raum der freien Berichterstattung. Lange schien diese verschollen. Das System des Lenkens und kontrollierten Denkens hat sich seine eigenen Totengräber geschaffen.

Livestreamer wie „Utopia TV“ oder „Weichreite TV“ sind am Puls der Zeit und berichten ungefiltert über den Wandel, der das Land aus der Lethargie reißt. Und sie reißen die Menschen mit.

Keine ideologisch eingenordeten Redaktionsleitungen, keine Apparatschiks als Chefredakteure und keine Redaktionssitzungen, in denen der intendiert politische Inhalt vorgegeben wird.

Es ist die tatsächliche Reinkarnation des journalistischen Standards in seiner ureigensten Form: Freiheit von jeglichen „Selbst“verpflichtungen und als Credo der Wahrheit verbunden.

Gerrit Seebald hat richtig festgestellt, daß das Geschehen bereits abseits der Mainstreammedien an denen vorbeigeht und sie in puncto Aktualität auf der Strecke bleiben. Zaunkönige, die vom Rand des Geschehens, wohin sie sich selbst manövriert haben, lediglich noch Sequenzen aufklauben, die keinesfalls ausreichen, um wirklich glaubwürdig zu scheinen.

Noch vor einem Wahlergebnis am 6. September ist der Hauptfeind der Blauen Bewegung angeschlagen und angezählt. Ihm bleibt nur eines, sich mit der Rolle abzufinden, künftig weiterhin zu spät zu kommen.

Die Volkspartei AfD wird sehr gut, und besser ist das, ohne die Medien auskommen, die Partei und die Bürger über Jahre verunglimpft, herabgewürdigt, entehrt und beschimpft haben. Die bedingungslose Symbiose mit dem zum Scheitern verurteilten Kartell wird das eine oder andere regierungsergebene Medium mit in die Bedeutungslosigkeit nehmen.

Die WELT hat das erfreulicherweise erkannt. In letzter Zeit berichtet das Blatt erstaunlich offen über die Mißstände in Politik und Gesellschaft und, das ist wichtig, benennt die Ursachen. Die richtigen Fragen werden gestellt und die zunehmende Offenheit in den Leserkommentaren geben Anlaß zur Hoffnung, daß bei Springer der marktorientierte Riecher die staatlich verordnete Konformität verdrängt hat.
(pi-news.net)

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