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Im falschen Abteil

Der Benzinpreis ist ein politischer Preis

Von WOLFGANG HÜBNER

„Das Leben ist zu teuer“ – das hat nach der Wahl nun auch ein CDU-Politiker in Niedersachsen begriffen. Der Mann liegt nicht falsch, diese Millionen Deutschen aus ihrem Alltag bereits bekannte Erkenntnis als einen wichtigen Grund für die AfD-Erfolge in seinem Bundesland und in Sachsen-Anhalt zu vermuten. Der rapide Anstieg der Preise für Benzin, Diesel und Gas macht das Leben hierzulande wesentlich teurer.

Noch stellt sich die ohnehin bereits im Krisenmodus arbeitende Bundesregierung taub für die wachsende Not der Masse der Bürger. Und über die politischen Gründe für diese verheerende Entwicklung wollen Kanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil lieber still und stumm bleiben. Denn dann müsste über ihre Verantwortung an der misslichen Lage geredet werden. Und auch darüber, was der Krieg der USA und Israel gegen den Iran angerichtet hat.

Schauen wir erst einmal auf die Politik einer Bundesregierung, die die Konfrontation mit dem einstigen preiswerten und absolut zuverlässigen Energielieferanten Russland ebenso mutwillig wie wirtschaftlich selbstmörderisch eskaliert hat. Dass US-Präsident Donald Trump nun das Selensky-Regime in Kiew dazu aufgefordert hat, die Angriffe auf Raffinieren in Russland einzustellen, ist eine schallende Ohrfeige auch für Berlin.

Denn Kiews Hauptfinanzier Deutschland bezahlt schließlich die Drohnen, die Moskau in die Knie zwingen sollen. Was sie natürlich nicht tun, obwohl sie erhebliche Schäden anrichten. Doch den größten Schaden hat die deutsche Energieversorgung, weil sie Opfer der Russophobie der schwarzen, grünen und roten Kriegstreiber ist. In besonderer Weise schuldig sind die vielen Scharfmacher in den Medien, die konsequent den wichtigsten Grund für die ökonomische Krise zwischen Flensburg und Konstanz unterschlagen.

Auch der Blick auf das globale Geschehen ist höchst unerfreulich aus deutscher Sicht. Denn es sind ausgerechnet der engste Verbündete USA unter Trump und das großzügig unterstützte Israel, die das immer größer werdende Schlamassel im Mittleren Osten zu verantworten haben. Weder Russland noch China sind schuld an dem erneuten Desaster des Westens, das dessen hochverschuldete Staaten noch mehr schwächt. Es fehlt nicht mehr viel, um die scheiternden Eliten in Washington, London, Paris und Berlin dahin zu treiben, nur noch im Krieg einen „Ausweg“ zu suchen.

Die Auswege, die in Deutschland wegen der Explosion der Energiepreise erwägt werden, sind alle nicht überzeugend und können die Folgen für die Bürger bestenfalls temporär lindern. Deutlicher, ja brutaler als je zuvor sind die Deutschen damit konfrontiert, als Vasall der USA und selbsterklärter „ewiger Feind“ Russlands schlicht im falschen Abteil des rasenden Zugs der Weltgeschichte zu sitzen. Es hilft nur noch die Notbremse. Aber wer soll sie ziehen?
(pi-news.net)

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