Die Zeitläufte spielen nicht deutsch
Von RAINER K. KÄMPF
Donald Trump dealt also mit Putin. Soweit sehr gut. Vermutet zumindest der durchschnittlich normal denkende Mensch.
Wäre das tatsächlich so mit dem Denken, hätte Alice Weidel im Kanzleramt ein Problem: Was tun mit dem Vorgänger? Von dieser Krux jedoch bleibt sie verschont. Vorerst.
Allem Anschein nach ist die deutsche Gesellschaft doch noch nicht ganz so weit, daß normales Denken den Durchschnitt auszeichnet. Bei der SPD und deren Anhang schon mal gar nicht.
Anstatt froh zu sein, daß ihr Altkanzler aus der Norm läuft und bei Putin ankommt, um nach Möglichkeit nicht noch mehr Porzellan zu zerschlagen, wollen die Genossen Gerhard Schröder aus der Partei entfernen.
Man könnte glauben, deren Rauswurftick ist so eine Art Obsession. Wenn das wirklich so sein sollte, dann wäre es vorteilhaft, die Kandidatenauswahl zu optimieren. Schon bei Thilo Sarrazin war das ein Griff ins Klo. Dazu kommt der eklatante Mangel an brauchbarem Personal schlechthin.
Wobei nicht zu verhehlen ist, daß die Zeitläufte den zunehmend linksextrem gekippten und affinen hintergründigen Strippenziehern des Kanzlers in die Hand spielen.
Nehmen wir deren Spielwiese des Bundesverteidigungsministeriums. In der jüngeren Vergangenheit mußte Peter Struck, ungedienter Bundesminister für Verteidigung, der wahrscheinlich keine einzige Nacht im Feldbett verbrachte, den Deutschen klarmachen, deren Freiheit würde am Hindukusch verteidigt. Das war damals ein Ritt, nein, nicht auf der Kanonenkugel, aber auf der Rasierklinge schon.
Heute dagegen hat es sein Nachfolger, der Obergefreite Boris Pistorius, ungleich leichter. Der muß dem Volk lediglich den Bären, hoffen wir, es sei kein sibirischer, aufbinden, die Landesverteidigung bringt in den weiten Steppen jenseits des Dnepr ihre Helden hervor.
Das wiederum versetzt ihn in die komfortable Lage Zeit zu haben, auf dem Berliner Bebelplatz gegen beträchtliche Teile seines Volkes zu demonstrieren und in diesem Zug das Lied der Deutschen zu mißbrauchen.
Ein Ausdruck dessen, daß offensichtlich der historische Kompaß verrückt spielt. Was allerdings die Russophobie betrifft, ist alles d’accord und wir sind froh, daß diesmal schon ein Obergefreiter mit Barbarossa sympathisiert.
(pi-news.net)
