Der anhaltinische Teufelskreis
Von RAINER K. KÄMPF
Wenn das Wasser Oberkante Unterlippe steht, wird offensichtlich das Denkvermögen motiviert, bisher ungeahnte Erkenntnisprozesse in Gang zu setzen. So jedenfalls scheint das bei Juli Zeh zu sein, Schriftstellerin und ehrenamtliche Richterin am Verfassungsgericht im Land Brandenburg. Pfingsten, Fest des Heiligen Geistes, wirft seinen erhellenden Geist voraus.
Demzufolge nun prophezeit Juli Zeh einen „schrecklichen Teufelskreis“, der nach den Landtagswahlen im Herbst über das Land hereinbrechen wird. Was Frau Zeh allerdings als Teufelskreis befürchtet, ist nichts weiter als die Realität des Faktischen und somit Hoffnung und Ziel der Menschen im Land, die an dessen Zukunft glauben wollen. Sich für diese Zukunft einsetzen und mitunter die eigene Existenz riskieren.
Zeh ist wohl klar geworden, daß die AfD, jetzt schon bei 42 Prozent in den Wählerumfragen, die besten Chancen auf eine absolute Mehrheit hat und wohl ohnehin Sachsen-Anhalt regieren wird. Um dem entgegenzuwirken, orakelt Zeh, müßten die anderen tatsächlich so etwas wie UnsereAbwehrfront™ organisieren, um der Scheindemokratie damit schlußendlich den letzten Rest zu geben. Daß damit der jetzt schon real existierenden Dysfunktionalität die gerade noch funktionierenden Rudimente der Gesellschaft geopfert würden, hat Zeh realisiert.
Genau das gäbe der Blauen Partei wiederum den Auftrieb, den das Establishment wie der Teufel das Weihwasser fürchtet. Ergo, wie man es auch wendet, am Erstarken der AfD führt kein Weg vorbei, es sei denn, so Zeh, die leider noch an den Schaltstellen hockenden Politamateure befleißigten sich, für’s eigene Volk zu arbeiten.
Das, liebe Frau Zeh, wird niemals geschehen. Es wäre die Einsicht in die Notwendigkeit. Dazu sind sie nicht mehr fähig. Die einzige Einsicht, die nach Ihrer absolut zutreffenden Lagebeurteilung erfolgen müßte, wäre die bedingungslose Kapitulation vorm Volk und somit vor der deutschen Geschichte.
(pi-news.net)
