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Kjartan

Bei den Zwergen hinter sieben Bergen
Kjartan, der Schamane vom Heuberg, besuchte die Zwerge hinter den sieben Bergen und erzählte ihnen ein Märchen, das manchen Menchen heute noch Rätsel aufgibt. 
Es  war tief im Heuberg-Wald, da klopfte es an der winzigen Tür des Zwergenhauses. Der Schamane trat ein, schüttelte den Regen aus seinem Gewand und setzte sich zu den sieben Zwergen an den Kamin. Er blickte in die Runde und begann, mit tiefer Stimme eine Geschichte zu erzählen.
Das Märchen vom ewigen Atem der Erde
Vor langer, langer Zeit – fast drei Milliarden Jahre ist es her – war unsere Erde ein wilder, ungezähmter Ort. Damals gab es noch keine Wälder, keine Tiere und auch keine Zwerge. Die Luft war voller giftiger Gase, und der Himmel war ständig wolkenverhangen. Doch schon damals atmete die Erde. Diesen Atem nennen wir heute das Klima.
Das Klima war wie ein mächtiger Zauberer, der das Gesicht der Welt immer wieder veränderte. Manchmal war ihm kalt, und er überzog die gesamte Erde mit einer dicken Schicht aus Eis. Die Meere froren zu, und riesige Gletscher schoben sich über das Land. In diesen Zeiten zitterte die Welt vor Kälte.
Dann wieder wurde dem Zauberer warm. Er schickte die Sonne aus, um das Eis zu schmelzen. Die Täler füllten sich mit Wasser, und dichte, tropische Urwälder begannen zu wachsen. Riesige Farne und seltsame Urzeittiere bevölkerten das Land. Es war eine Zeit des Überflusses, in der die Erde glühte und schwitzte.
Dieser Wechsel von Eis und Hitze geschah über Jahrmillionen hinweg in einem ganz langsamen, stetigen Rhythmus. Die Erde passte sich immer wieder an, fand ihr Gleichgewicht und schuf neuen Raum für das Leben. Es war ein ewiges Lied von Werden und Vergehen.
Der Schamane hielt inne und sah die Zwerge an, die ihn mit großen Augen anstarrten.  „Ihr seht also“, sprach der Schamane leise, „das Klima ist kein Zustand, der für immer bleibt. Es ist eine lebendige Kraft, die älter ist als die ältesten Berge. Wir alle sind nur Gäste in diesem großen Märchen der Zeit.“
Die sieben Zwerge nickten nachdenklich, rückten näher an das warme Kaminfeuer und lauschten dem Wind, der draußen durch die Bäume des Heubergs flüsterte.

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