Wahl oder nicht Wahl – ist das wirklich die Frage?
Von RAINER K. KÄMPF
Na ja, eines muß man ihnen ja lassen: Sie verharren nicht in der Karnickelnummer und stieren paralysiert den unabwendbaren Ereignissen entgegen. Mag dahingestellt sein, wie wir es werten. Sicher weniger gesunder Kampfgeist als das erbärmliche Zappeln am Rande des verdienten Abgangs.
Sven Schulze (CDU), Noch-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, verkündete am Dienstag bei Markus Lanz, er gehe davon aus, daß es nach den Wahlen zum Landtag keine anschließende Wahl eines neuen Regierungschefs geben werde.
„Ich bin sicher, es wird erst mal gar keine Wahl geben“, verkündete er das Credo UnsererDemokraten™ vorerst. Zugegeben, das hätte einen gewissen Charme und müßte nicht zur Folge haben, daß sich der Kanzler genötigt sähe, eine nicht gefällige Wahl rückgängig zu machen.
Ob er zu dieserm Zeitpunkt in Afrika weilen würde, konnte noch nicht eruiert werden.
Sven Schulze, mit dem Prädikat so unbedeutend, daß er bisher vollkommen skandalbefreit durch die politische Landschaft geisterte, ließe also die Würde des Amtes mit ihm in der Bedeutungslosigkeit versinken. Ob sich diese vom Größenwahn geschwängerte Vision in der Realität bestätigen wird, steht bisher in den Sternen. Die Tatsache allerdings, daß solche Phantasten höchste Ämter im Land einnehmen und von einem großen Teil des Wahlvolkes immer wieder bestätigt und getragen, läßt die begründete Befürchtung zu, daß unser Land unter eben keinem guten Stern steht.
In Meck-Pom geht man die Sache offenbar ganz anders an. Verschwörungstheoretisch bestens vorbelastet, kann angenommen werden, die Nordlichter sollen auf eine knappe rot-rot-grüne Chaosregierung vorbereitet werden. Wundersamerweise wird ein prognostizierter Stmmenzuwachs für SPD und Grüne herbeigeschrieben. Könnte schon sein, so nach 22 Uhr und erfolgter Auszählung der Briefwahlstimmen.
Gut zwei Monate müssen wir noch warten, um zu erleben, wie Deutschland in einem Herbst der Entscheidungen sein Gesicht ändern wird. Im besten anzunehmenden Fall zum Guten in eine verdiente Zukunft um im gegenteiligen zur dann wohlverdienten Neuauflage des Untergangs. Oder aber es stellt sich die Frage, ob sich der resilienzprogrammierte Mitteldeutsche ins Bockshorn jagen lassen wird.
(pi-news.net)
