Der Kampf um die Freiheit im deutschen Südwesten während der Badischen Revolte (1848/1849) und den Unruhen in Württemberg scheiterte an einer Kombination aus militärischer Übermacht der Gegner, innerer Zersplitterung der Aufmüpfigen und der Überforderung durch zu komplexe politische Ziele.
Während der Aufstand im Königreich Württemberg durch rechtzeitige Zugeständnisse des Königs und die spätere gewaltsame Auflösung des Stuttgarter Rumpfparlaments relativ unblutig beendet wurde, gipfelte die Bewegung im Großherzogtum Baden in einem echten Bürgerkrieg, der im Juli 1849 mit dem Fall der Festung Rastatt endgültig niedergeschlagen wurde.
Der entscheidende militärische Faktor war das Eingreifen auswärtiger Truppen. Die Aufständischen in Baden – obwohl durch meuternde badische Soldaten unterstützt – hatten den hochprofessionellen, preußischen Truppen unter dem Kommando von Prinz Wilhelm (dem späteren Kaiser) militärisch kaum etwas entgegenzusetzen.Die Freiheitskämpfer waren ideologisch tief zerstritten. Die gemäßigten Liberalen, oft wohlhabendes Bürgertum, forderten eine konstitutionelle Monarchie und suchten den Kompromiss mit den alten Herrschern. Die radikalen Demokraten (wie Friedrich Hecker und Gustav Struve) wollten die Monarchie komplett abschaffen und eine Republik erzwingen. Diese Uneinigkeit lähmte die Schlagkraft.
Als unlösbar stellte sich die Doppelaufgabe Einheit und Freiheit heraus. Die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche und die lokalen Bewegungen versuchten zwei gigantische Aufgaben gleichzeitig zu lösen: die Schaffung eines geeinten deutschen Nationalstaates und die gleichzeitige Demokratisierung und Durchsetzung von Freiheitsrechten. Diese fundamentale Überforderung blockierte schnelle, entschlossene Entscheidungen. Hinzu kam die Abkehr der Landbevölkerung und Bauern: Nach ersten Erfolgen im Frühjahr 1848 hoben die Regierungen viele der alten feudalen Lasten für die Bauern auf. Da die materiellen Kernforderungen vieler Bauern damit erfüllt waren, verloren sie das Interesse an weiteren, radikalen politischen Kämpfen für eine Republik. Die Basis der Bewegung schrumpfte dadurch massiv.
Der Parlamentarismus ist bis heute auch kein Aushängeschild in Deutschland. Weder die Nationalversammlung noch das kurzlebige revolutionäre Parlament in Baden besaßen eine eigene, schlagkräftige Armee. Als der preußische König Friedrich Wilhelm IV. im April 1849 die ihm angebotene Kaiserkrone endgültig ablehnte, brach die politische Strategie der Liberalen in sich zusammen. Die anschließende Reichsverfassungskampagne im Südwesten war nur noch ein letztes, verzweifeltes Aufbäumen.
Der endgültige Endpunkt der gesamten deutschen Revolution von 1848/49 vollzog sich im Juni und Juli 1849 im heutigen Baden-Württemberg: Am 18. Juni 1849 zerschlug württembergisches Militär das Stuttgarter Rumpfparlament – die dorthin geflüchteten Reste der Frankfurter Nationalversammlung. Am 23. Juli 1849 kapitulierte die Festung in Rastatt vor den den Preußen. Standrechtliche Erschießungen und Massenverhaftungen besiegelten das Ende des Freiheitskampfes im Südwesten. Dafür gibt es heute schöne Freitsmuseen, sowohl in Offenburg wie in Rastatt. Ein Besuch lohnt sich, Erinnerungskultur muss nicht nur Nazi sein. Ist die Vergangenheit eine Lehrerin? Was hat eine Südbadnerin gelernt, wenn sie heute für die Grünen Kommunismus propagiert? Wohin führt ein Moslem THE LÄND angesichts Schwäbischer Kunde von Ludwig Uhland?