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REGION AKTUELL Diesmal Seitingen-Oberflacht

Dreht sich der Wind? - Interview mit Christine Schumacher

(gh) . Die linksgrüne Politik scheint fest entschlossen, an ihrem Glücksrad Wind zu drehen, während alle Welt mit der Karawane in andere Richtungen zieht. Christine Schumacher, als ehemalige CDU-Gemeinderätin von Titisee-Neustadt nicht ganz unerfahren in kommunalpolitischen Tsunamis, beobachtete Windjammer in Seitingen-Oberflacht.

Sie haben jetzt eine Gemeinderatssitzung in Seitingen-Oberflacht im Kreis Tuttlingen erlebt. War auch dort die Windkraft das himmlische Kind, wie waren die Stimmungen?

Christine Schumacher: Nein, das Thema Windkraft war inhaltlich kein Thema. Kein einziges Argument dafür oder dagegen wurde ausgetauscht. Sehr emotional beide Stimmen, die vor der Tagesordnung gehört wurden, beide waren zu dem Punkt „Klage zweier Gemeinderäte gegen den Bürgermeister“. Bemerkenswert, dass am 10. Juni 2026 durch Frau Anja Schuster im Heuberger Boten darüber berichtet wurde. Möglicherweise war das auch der Grund, dass jeder Platz in der Mensa belegt war.

Welchen Eindruck haben Sie von den Bürgervertretungen, kommen Bürgermeister und Gemeinderäte ihrer Informationspflicht vor Entscheidungen nach oder geben sie eher politischem Druck der jeweiligen Regierungen nach?

Christine Schumacher: Ich habe mich intensiv mit dem Thema Windkraft befasst, ich kenne einzelne Meinungen der Räte durch die Videos auf YouTube. Hier wurden nur Teilaspekte sehr einseitig betrachtet. Eine sachliche Diskussion erfordert die Betrachtung einzelner Punkte als auch deren Einordnung in den Gesamtkontext. Vielleicht bekomme ich hier in naher Zukunft die Möglichkeit, eine Veranstaltung zum Thema Windkraft in Spaichingen zu ergänzen. Es geht um unsere Heimat, nicht nur um einen einzelnen Ort, es geht um eine Region und ein schwieriges Thema, das die Menschen umtreibt und spaltet! Zwei Gemeinderäte gehen in Seitingen-Oberflacht einen außergewöhnlichen Weg, sie ernten dafür viel Unverständnis. Doch auch eine Stimme, die sagte: Es ist ein legitimer Weg, den die beiden Räte eingeschlagen haben.

Geht es um sogenannte alternative Energie, findet da Ihrer Meinung nach unabhängige Wissenschaft genügend Gehör in der Diskussion, oder überwiegt politischer Druck, welcher den Wind in eindeutige Richtungen wehen lässt?

Christine Schumacher: Es wurde Befangenheit des Bürgermeisters und von zwei Räten festgestellt. Diese Befangenheit wurde wohl nochmal durch die Rechtsaufsichtsbehörde geprüft und bestätigt. Das habe ich bisher nicht verstanden, und meine eigene Recherche konnte das für mich nicht klären – liegt evtl. daran, dass ich keine Fachfrau bin?! Diesen Umstand werden sicher Anwälte und Gericht zu prüfen haben. Ich persönlich kann nicht verstehen, warum der 1. stellvertretende Bürgermeister und erfahrene Gemeinderat seine Stimme an den „Fachmann“ abgibt. Dieser ist nicht nur Gemeinderat, er ist auch 2. Stellvertreter des Bürgermeisters im Ort und zusätzlich Bürgermeister einer Nachbargemeinde. Spannende Konstellation, wie ich meine. Das ist auch das, was mich umtreibt, warum ich in so vielen Orten die politische Diskussion verfolge. Das ist wohl dem Alter geschuldet, neuen Erkenntnissen und der Selbstreflexion aus zehnjähriger Gemeinderatsarbeit. Wohl dem, der verstanden hat: Wehret den Anfängen!
Demokratie, Freiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen geschützt werden, indem man Intoleranz, Machtmissbrauch und Ausgrenzung bereits in ihren ersten Erscheinungsformen entgegentritt.

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