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Geschafft

Merz gibt in Meck-Pomm die Merkel

(gh) -  Deutschland in der Hand von Falschspielern? Erst Merkel, dann zweite Wahl: "wir schaffen das". Ein Fall für die Justiz gegen Hütchenspieler? Nius-Chefredakteur Reichelt fragt, ob Merz dies im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gesagt haben könnte. Denn er sattelt dazu für das Volk den kommmunistischen Ochsen und appelliert: "Wir schaffen das, wenn wir alle zusammenstehen". Ja, "Wer stehend stirbt, lebt länger", heißt der Roman von Hardy Krüger. KI meint, "Bundeskanzler Friedrich Merz griff am 6. Juni 2026 auf dem CDU-Landesparteitag in Linstow (Mecklenburg-Vorpommern) ganz bewusst tief in die rhetorische Kiste seiner Vorgängerin Angela Merkel, um im beginnenden Landtagswahlkampf als Zweckoptimist und Mutmacher aufzutreten.

Warum ausgerechnet Merkels 'Wir schaffen das'? Die Zweckentfremdung für Reformen: Merz nutzte das historisch besetzte Zitat „Wir schaffen das, wir können das schaffen“ überraschenderweise nicht für Migrationsfragen, sondern bezog es explizit auf die umstrittenen Sozial-, Renten- und Steuerreformen der schwarz-roten Bundesregierung. Er wollte damit Handlungsfähigkeit demonstrieren und den internen Streitigkeiten der Koalition ein Signal des Durchhaltens entgegensetzen. Gegen Untergangsphantasien: Der Kanzler forderte, das 'Schlechtreden' des Landes einzustellen und trat den – so wörtlich – 'Untergangsphantasien' entgegen.  Kein linker Sozialismus, sondern schiere Not: Dass Merz an ein kollektives „Wir“ appelliert, entspringt keiner plötzlichen Sympathie für sozialistische Kollektive oder die Komintern. Es ist schlicht der akuten Krise im Osten geschuldet. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU in Umfragen bei mageren 10 Prozent, während die AfD bei über 35 Prozent rangiert.  
Merz nutzte den Parteitag gleichzeitig für eine scharfe Attacke gegen Die Linke, die in Schwerin mit der SPD regiert. Er bezeichnete sie als 'Nachfolgepartei der SED' und nahm die demokratische Mitte in die Pflicht. Das 'Wir' war also als Schutzwall der demokratischen Kräfte gegen die politischen Ränder gemeint.  Das populäre Bonmot  'Wenn die Welt untergeht, so ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später' wird traditionell Otto von Bismarck zugeschrieben, ist historisch jedoch gar nicht stichhaltig belegbar. Es bedient das Klischee einer charmanten, aber strukturellen Rückständigkeit.
Merz versuchte in Linstow genau das Gegenteil. Er lobte den Osten ausdrücklich als Innovationstreiber und verwies auf moderne Forschungs- und Technologiezentren in Greifswald, Halbleiter-Investitionen und maritime Industrien. Anstatt also auf ein 'Bismarck-Bollwerk gegen den Fortschritt' zu hoffen, wollte er den Landesverband mit Erzählungen über wirtschaftliche Dynamik aus dem 10-Prozent-Tief reißen. 
Der Auftritt zeigt vor allem eines: Angesichts der drohenden Einstelligkeit im Osten ist Kanzler Merz im Wahlkampfmodus bereit, auch die schärfsten rhetorischen Waffen seiner einstigen innerparteilichen Rivalin Merkel zu reaktivieren, um Zweckoptimismus zu erzwingen". Nun, dass Merkel dort ihren Wahlkreis hatte, muss ja nicht zum tapferen Schneiderlein animieren. Merkel oder Merz, Deutschland schafft sich ab, um Sarrazin zu folgen.

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