Deutschland und Senegal : Mehr als Kickerei

(gh) - Einst, 1982, machten Bezirksliga-Fußballer aus Spaichingen im Senegal, heutzutage WM-Teilnehmer, Furore. 1:1 gegen die Nationalmannschaft, 1:1 gegen den Landesmeister. Obwohl sozusagen zum französischen Kulturkreis gehörend, trotz oder wegen Islam, spielt der Senegal auch für Deutschland eine Rolle. KI weisse Bescheid. Wie kommt Deutschland auf die Idee, Entwicklungshilfe für Senegal zu liefern, soll dies Black-Rock-Goldminen helfen?
"Die offizielle deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit dem Senegal verfolgt primär geopolitische und wirtschaftliche Ziele, steht jedoch aufgrund von Infrastrukturprojekten, die internationalen Bergbaukonzernen zugutekommen, stark in der Kritik. Aus Sicht der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gilt der Senegal als ein Schlüsselland für die Stabilität in Westafrika, insbesondere vor dem Hintergrund der Krisen in der Sahel-Region.
Sicherheitspartnerschaft: Förderung der regionalen Stabilität gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität im Sahel. Wirtschaft und Fluchtursachen: Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für die sehr junge Bevölkerung, um Perspektiven vor Ort zu bieten und Migration einzudämmen. Klimaschutz und Energiewende: Unterstützung im Rahmen internationaler Abkommen (wie dem JETP-Energiepartnerschaftsprogramm) zur Dekarbonisierung.
Marktzugangs für deutsche Unternehmen im Senegal: Die Kritik, auf die sich Ihre Frage bezieht, entzündete sich im Sommer 2026 an konkreten Infrastruktur- und Budgethilfen. Kritische Medien und Oppositionsstimmen werfen der Bundesregierung vor, mit deutschen Steuermilliarden (darunter Zusagen über 288 Millionen Euro für die Energiewende und direkte Budgethilfen) Projekte zu finanzieren, die am Ende privaten Großinvestoren dienen:
Ein erheblicher Teil der Hilfsgelder fließt indirekt in den Straßen- und Infrastrukturbau, der vor allem Logistikwege für Goldminen erschließt. Der beteiligte Konzern Diese Minen werden vom britischen Bergbaukonzern Endeavour Mining betrieben. Der größte institutionelle Aktionär dieses Konzerns ist der US-Finanzriese BlackRock (mit Kontrollanteilen von über 40 %). Kritiker bemängeln, dass der senegalesische Staat kaum nennenswerte Anteile an diesen Minen hält und die lokale Bevölkerung kaum von den Gewinnen profitiert, während deutsche Steuerzahler die Infrastruktur subventionieren.
Das Thema ist in Deutschland politisch besonders aufgeladen, da Bundeskanzler Friedrich Merz vor seiner politischen Rückkehr Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Ablegers von BlackRock war. Dass ausgerechnet unter seiner Führung die Entwicklungshilfe für den Senegal gegen erhebliche Widerstände im Inland verteidigt wird, führt in der öffentlichen Debatte zu scharfen Vorwürfen bezüglich der Zweckmäßigkeit und den tatsächlichen Profiteuren dieser Gelder°. Kein Muttertag in Afrika?
