München leuchtet: Jung, Grün, Schwul!
Von WOLFGANG HÜBNER
Bei der Oberbürgermeisterwahl im München am Sonntag wurde das nüchterne Urteil des von mir geschätzten Hans-Jürgen Geese (anderweltonline.de) nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg eindrucksvoll bestätigt, wonach wieder einmal bewiesen wurde, „dass das deutsche Volk momentan nicht überlebensfähig“ sei. Wie anders soll man ein Geschehen bewerten, in dem mitten in Deutschlands Abstieg und unter dunkelsten weltpolitischen Wolken in der drittgrößten deutschen Stadt ein 35-jähriger Grüner, der sich als bekennender Schwuler auch gern „Bürgaymeister“ nennen lässt, die Wahl mit deutlichem Abstand vorm ausgelaugten SPD-Amtsinhaber gewinnt?
Um letzteren ist es übrigens keineswegs schade. Denn in der Zeit von Dieter Reiter war München, einst die Hauptstadt der NS-Bewegung, noch vor Berlin und Hamburg zur Zentrale des ‚antifaschistischen‘ Luxuswiderstands geworden. Hundertausende wohlstandsverwahrloste Einwohner ließen sich immer wieder zu Märschen und Kundgebungen mobilisieren, wenn Reiter, die Grünen und Linken ihre großstädtische Voralpenidylle in Gefahr vor hysterisch eingebildeten rechten Tendenzen in Deutschland wähnten.
Bei solchen Gelegenheiten war übrigens der CSU-Großsprecher Markus Söder regelmäßig untergetaucht oder ließ seine notorisch erfolglose örtliche Parteifiliale sogar fröhlich mitmarschieren. Mit solchen Weicheiern, die bürgerlich zu nennen der Anstand verbietet, war selbstverständlich kein Kandidat aufzutreiben, der dem „Bürgaymeister“ Paroli hätte bieten wollen oder können. Es ist die Feigheit, Dummheit und Kläglichkeit derer, die sich bürgerlich oder gar konservativ nennen, die solche Karrieren wie der des mit einem jungen Mann verlobten Grünen möglich macht.
„München leuchtet“ hat einst Thomas Mann ironisch seine Beziehung zu der Stadt, in der er lange lebte, in einer Novelle beschrieben. Als nur noch das Hakenkreuz leuchtete, musste er flüchten. Mit dem neuen „Bürgaymeister“ soll die Millionenstadt nun grellgrün mitten im schwarzen CSU-Meer mit immer mehr blauen AfD-Flecken leuchten. Die Mehrheit der Wähler, die ihre Stimme abgaben, findet das bestimmt unheimlich geil. Und wie innig doch der Gewählte am Wahlabend auf offener Bühne seinen Verlobten küsst: Das zeigt der ganzen Welt, wie seltsam toll dieses Deutschland ist!
(pi-news.net)
