2012 bis 2015 rutscht Deutschland in Europa von Platz 2 auf 14
Von DR. HANS HOFMANN-REINECKE
Über anderthalb Dekaden haben unsere Regierungen das Land ohne äußere Bedrohung kontinuierlich heruntergewirtschaftet. Die Bevölkerung hat lange gebraucht, um diesen Verfall zu erkennen. Doch nun schlägt die Erkenntnis durch und wird an den Urnen sichtbar. Jetzt stehen die Politiker in der Verantwortung vor der einzigen Aufgabe, die sie je ernst genommen haben: Wie können wir an der Macht bleiben, ohne vom Volk gewählt zu werden?
Im Ranking der Länder Europas hinsichtlich Lebensqualität ist Deutschland zwischen 2012 und 2025 von Platz zwei auf Platz 14 abgerutscht. Dieser dramatische Verfall vollzog sich teils in markanten Etappen, teils in schleichender Erosion. Verantwortlich dafür sind nicht externe Ereignisse, sondern unsere Regierungen, die geschworen hatten, ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden.
Diesem Auftrag sind sie in keiner Weise nachgekommen – sei es aus Vorsatz, sei es aus Inkompetenz. Aber auch die Bevölkerung selbst trägt Verantwortung. Viele der eklatanten Fehlentscheidungen waren mit gesundem Menschenverstand klar zu erkennen und hätten nicht widerstandslos hingenommen werden dürfen. Aber es fehlte an Vertrauen in die eigene Urteilskraft.
Spät, aber hoffentlich nicht zu spät, werden die dramatischen Fehlleistungen jetzt in den Wahlprognosen bzw. den Landtagswahlen bestraft. Und das stellt die Politiker in der Verantwortung vor die existenzielle und einzige Frage, die sie wirklich beschäftigt: Wie können wir an der Macht bleiben, ohne gewählt zu werden.
Trittin & Co.
Ignorieren wir die Rechtfertigungen von Merkel, Trittin und Co., die nichts mit deren wahren Absichten hinter der Zerstörung der Kernkraftwerke zu tun hatten. Jeder musste sich doch die Frage stellen, woher denn nun der Strom kommen soll, den diese Anlagen bisher geliefert hatten – immerhin ein Viertel unseres Verbrauchs. Wenn jemand von unserem Auto ein Viertel der Reifen abschraubt, dann würden wir das doch auch nicht hinnehmen.
Aber da waren dann die bunten Plakate mit einem bösen AKW und tödlichem Rauch darüber. Daneben eine Windmühle samt Sonnenblume und blauem Himmel. Da fiel die Entscheidung natürlich leicht. Aber wie viele Windmühlen und Sonnenblumen würden ein AKW ersetzen? Sind es fünf oder zehn? Es sind Tausende, aber die passten nicht auf das Plakat. Und das war auch ganz im Sinne der milliardenschweren Wind- und Sonnenbarone und deren Entourage.
Dann ereignete sich im rechten Moment der nukleare Unfall von Fukushima. Obwohl ein Tsunami in unseren Breiten noch nie beobachtet wurde und obwohl in den 60 Jahren Kernkraft in Deutschland kein einziger Mensch zu Schaden gekommen war, glaubten 70 Prozent der Bevölkerung damals, dass ein ähnliches Unglück mit zigtausend Opfern auch in Deutschland möglich wäre. Tatsächlich aber war es nicht der nukleare Unfall, der 18.000 Menschenleben forderte, es waren die fürchterlichen Flutwellen. Das hielt das öffentliche Fernsehen nicht davon ab, auch wider besseren Wissens, über Jahre hinweg von den Atomopfern in Fukushima zu berichten.
Wir müssen also Zwangsgebühren zahlen, um uns im Sinne der Regierung belügen und durch Furcht gefügig machen zu lassen. Ist das „unsere Demokratie“? Für die Philosophin Hannah Arendt wäre das eher ein totalitäres System im Status nascendi.
Der schiefe Turm von PISA
Es gibt neben der eingangs erwähnten Statistik noch eine weitere, die mit ersterer durchaus korreliert. Es ist die PISA-Studie, die die kognitiven Fähigkeiten einer Bevölkerung bewertet. In Sachen Sprachen, Mathe und Naturwissenschaften hat Deutschland seit 2012 dramatische Einbußen erlitten. Im Land von Goethe, Herder und Einstein fällt es der Bevölkerung immer schwerer, den Inhalt gelesener Texte zu verstehen oder die Hälfte von einem Drittel zu berechnen.
Mit dem logischen Denken schwindet auch die Neugierde nach dem Verständnis von Zusammenhängen. Da fragt sich niemand, woher der Strom bei Nacht und Windstille kommt; Hauptsache, das Smartphone ist geladen und im Fernsehen läuft das Dschungelcamp.
Bei solch einer Mehrheit fällt es Regierungen leicht, Entscheidungen zu treffen, die von einer Bevölkerung abgelehnt würden, die Zutrauen in die eigene Urteilskraft hätte. Damit das auch so bleibt, werden Anforderungen an Grundschulen, Gymnasien und Universitäten systematisch gesenkt. Genderkunde verdrängt Physik und Doktorarbeiten werden im Cut-and-Paste-Verfahren erstellt; das erspart eine Menge an Arbeit.
(pi-news.net)
