Harald Martenstein im Kielwasser von Franz-Josef Wagner?
Von WOLFGANG HÜBNER
Wer sich mit 72 Jahren als täglicher Kolumnist an die BILD-Zeitung verkauft, hat entweder eine charakterlich gescheiterte Journalistenkarriere hinter sich, bei der Schamlosigkeit auch keine Rolle mehr spielt. Oder es handelt sich um einen Fall ungenügender Altersvorsorge.
Bei Harald Martenstein könnte es sich eher um die zweite Variante handeln. Wie dem auch sei. Das ehemalige DKP-Mitglied dient in seinem Altersjob seinem neuen Arbeitgeber Springer ganz wie in diesem Medienkonzern gewünscht mit der infamen Frage: „Liebe Alice Weidel, sind Sie Putins pazifistische Hippiebraut?“
Diese Überschrift seiner Kolumne von Freitag steht nicht nur ganz in der anrüchigen Tradition seines verstorbenen Vorgängers bei BILD, Franz Josef Wagner. Es ruiniert auch alles Ansehen, das sich Martenstein bei allzu leichtgläubigen Zeitgenossen mit seinen pseudokritischen Texten bei der „Zeit“ und dem Berliner „Tagesspiegel“ erworben hat.
Andererseits ebnen solche Schmutzeleien im Deutschland von UnsererDemokratie™ auch den Weg zu besonderen Ehren: Er wird am 12. Juni den Sprachpreis 2026 erhalten, bei der die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Laudatio hält. Noch Fragen?
(pi-news.net)
