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Chatelaine meint…

Der Wald braucht keine grünen Etiketten

 Über die Weisheit der Natur und dem Irrglauben an technische Erlösung.

Es gibt Dinge, die der Mensch für sich beansprucht, obwohl die Natur sie längst besser verstanden hat. Wer sich die Zeit nimmt, durch einen gewachsenen Wald zu gehen, begegnet keinem zufälligen Durcheinander aus Bäumen, Sträuchern, Pilzen und Tieren. Er begegnet einem hochkomplexen Zusammenspiel des Lebens. Nichts steht für sich allein. Der Baum braucht den Boden, der Boden braucht seine Organismen, die Pflanzen brauchen Wasser und Licht, und unzählige Lebewesen sind aufeinander angewiesen. Was abstirbt, wird nicht einfach wertlos. Es wird zur Grundlage neuen Lebens.

Der Wald ist kein Dekorationsstück unserer Landschaft. Er ist Lebensraum, Wasserspeicher, Klimaschützer und ein wichtiger Teil unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Durch die Photosynthese nehmen Bäume Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff ab. Zugleich speichern Wälder Kohlenstoff, schützen Böden und beeinflussen den Wasserhaushalt. Sie leisten etwas, das sich weder durch politische Beschlüsse noch durch Werbekampagnen ersetzen lässt.

Die Natur arbeitet nicht mit Etiketten. Sie muss sich nicht grün nennen, um es zu sein.

Und was macht der Mensch?

Er errichtet gewaltige Windkraftanlagen, versiegelt Flächen für technische Infrastruktur und überzieht Teile der Landschaft mit Solarmodulen. Er nennt das Fortschritt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Wer dagegen Fragen stellt, muss sich nicht selten rechtfertigen, als sei bereits das Nachdenken über die Folgen ein Angriff auf die Zukunft.

Doch seit wann genügt eine gute Absicht, um eine gute Wirkung zu garantieren?

Diese Anlagen bestehen nicht durch die Kraft des Windes, wie uns suggeriert wird. Sie leben von der Kraft der Subventionen – von Steuergeldern und finanziellen Umlagen, die von uns Bürgern getragen werden. Der Wind liefert die Energie, doch erst staatliche Förderung und garantierte Vergütungsmechanismen machen viele Projekte wirtschaftlich attraktiv. Was als „grüne Energie“ verkauft wird, steht damit auf dem Fundament öffentlicher Finanzierung.

Vor wenigen Jahren wurden Staubsauger vom Markt genommen, weil sie zu viel Strom verbrauchten. Heute gelten tonnenschwere Elektro-SUV als Fortschritt. Verkehrte Welt?

Wieso bebauen wir fruchtbare Ackerflächen mit Photovoltaik, statt dort Nahrung anzubauen? Was ist das für eine Unabhängigkeit, wenn wir Strom erzeugen, aber unsere Fähigkeit aufs Spiel setzen, uns selbst zu ernähren? Ein Land braucht nicht nur Strom. Es braucht Brot. Doch reichen uns inzwischen Spiele, um zu vergessen, was wirklich zählt?

Wer den Wald als Lebensraum ernst nimmt, muss auch die Folgen jedes Eingriffs hinterfragen. Dabei geht es nicht darum, technische Entwicklungen abzulehnen, sondern darum, ihre Auswirkungen auf das natürliche Gleichgewicht zu verstehen.

Vielleicht liegt der Irrtum unserer Zeit darin, dass wir verlernt haben, mit und in der Natur zu leben. Wir greifen in ihre Ordnung ein, ohne ihre Zusammenhänge zu begreifen. Wo ist das Wissen unserer Ahnen geblieben – jenes Wissen, das uns lehrte, dass wir Teil dieser Ordnung sind und nicht über ihr stehen?

Ein herzliches DANKE 🙏 an all jene, die das alte Wissen wieder ans Licht bringen und mit anderen teilen. Möge es sich schnell verbreiten – von Herz zu Herz. Von Mensch zu Mensch!

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