WM-Spiel-Nachlese Deutschland
Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, und Matthias Matussek liefern, was man bei öffentlich-rechtlichen Expertenrunden vergeblich sucht: unverblümte Kabinen-Wahrheiten, Fußball pur und null ideologisches Weichspülen. Nach dem deutlichen 7:1-Auftaktsieg der deutschen Elf gegen Curaçao sprechen sie Klartext – und zeigen, warum Nationalstolz und guter Fußball zusammengehören.
Das Spiel war unterhaltsam, acht Tore, offene Partie. Berthold lobt die deutsche Offensive, die mit Havertz, Musiala und Wirtz glänzte. Frühes Tor für die Seele, wichtiger Gruppensieg. Der wahre Prüfstein kommt gegen die Elfenbeinküste. Dennoch: Ein durchaus souveräner Start, Rotation genutzt, Kräfte geschont. Berthold weiß aus eigener Erfahrung, wie entscheidend Regeneration in langen Turnieren ist. „Die Achse muss stehen“, betont er – Torwart, Innenverteidigung, zentrales Mittelfeld, Sturm. Nagelsmann habe die Basics richtig gemacht.
Besonders schön: Die schwarz-rot-goldenen Fahnen im Stadion. Deutsche Fans feierten farbenfroh, auch beim 5:1-Rückstand der Gegner. Matussek und Berthold freuten sich sichtlich über diese positive Energie und echte Identifikation. In Deutschland selbst herrscht bekanntlich Zurückhaltung. Autos mit Fahnen? Fehlanzeige in manchen Regionen. Umso erfrischender das Bild aus Houston: Stolz statt Scham.
Matussek geht noch weiter: Er kritisiert scharf die ideologischen Einwürfe mancher Kommentatoren. Statt über Fußball zu reden, werde sofort über Trump oder andere politische Themen hergezogen. „Es geht um Sport, nicht um ideologische Schleiertänze“, so der Tenor. Die Neurose gegenüber nationalen Symbolen müsse endlich überwunden werden. Fußball verbindet Menschen – das zeigten auch die mitspielenden, fairen Karibiker mit holländischer DNA.
Berthold warnt zugleich vor Übermut. Deutschland gehöre nicht zu den absoluten Topfavoriten, das sei sogar von Vorteil. Kein übertriebener Erwartungsdruck, dafür die Chance, aus der Underdog-Rolle zu überraschen. Musiala brauche Rhythmus nach der Verletzung, junge Spieler wie Wirtz und Undav überzeugten. Gegen härtere Gegner werde es enger zugehen – dann zähle echte Qualität in allen Mannschaftsteilen.
Fazit des Abends:
Ein vielversprechender Start mit guter Stimmung und intakter Mannschaftschemie. Berthold und Matussek erinnern daran, worum es eigentlich geht – um Leidenschaft, Leistung und den Stolz, Deutsche zu sein. Ohne ständiges politisches Genörgel. Genau diese klare Haltung fehlt dem Mainstream. Weiter so, Jungs. Die Fahnen wehen – und das ist gut so.
(pi-news.net)
