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Geschmackssache?

Anmerkung zur Wortwahl in einer Nachrichtensendung

Von David Cohnen

ich möchte eine allgemeine Anmerkung zur sprachlichen Gestaltung eines Beitrags in den WDR-Nachrichten vom 1. Oktober 2026 um 18:00 Uhr machen.

In der Anmoderation beziehungsweise im anschließenden Dialog fielen sinngemäß die Formulierungen:

„Was schmeckt der Union denn nicht?“

und:

„Da weicht der Klingbeil ein bisschen von ab.“

Unabhängig vom behandelten politischen Thema empfinde ich diese Wortwahl in einer Nachrichtensendung als problematisch. Die erste Formulierung wirkt spöttisch und stellt die Union bereits im Einstieg als problematische oder unangemessen reagierende Seite dar. Die zweite Formulierung relativiert gleichzeitig die Abweichung von Herrn Klingbeil durch das Wort „ein bisschen“.

Dadurch entsteht schon vor der eigentlichen Darstellung der Fakten ein bestimmter Deutungsrahmen: Die Union erscheint als verantwortlich oder kleinlich, während die Position Klingbeils sprachlich abgeschwächt und eher geschützt wird.

Mir geht es ausdrücklich nicht um das politische Thema des Beitrags und auch nicht um eine formelle Programmbeschwerde. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass bereits wenige wertende Wörter am Anfang eines Nachrichtenbeitrags die Wahrnehmung des gesamten Berichts beeinflussen können. Das gilt besonders für Menschen, die Nachrichten nur nebenbei hören, etwa während der Autofahrt.

Aus meiner Sicht sollte eine Nachrichtensendung gerade in der Einleitung auf eine möglichst neutrale und sachliche Wortwahl achten. Eine Formulierung wie „Welche Punkte kritisiert die Union an dem Vorschlag?“ wäre beispielsweise deutlich offener und informativer gewesen.

Ich wollte diese Beobachtung lediglich als allgemeine Rückmeldung weitergeben.

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