Gummibärchen-Repliken mit Restbeständen an Testosteron
Von RAINER K. KÄMPF
Toxische Männlichkeit. Mein Gott, was waren das für Zeiten.
Und dann, in den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sollen Männer selbst, in vorauseilendem devoten Gehorsam, ihr gesellschaftlich bewährtes Rollenbild geschliffen haben. Das war doof. Den masochistischen Kick hätten sich die Kerle damals preiswerter in einem Domina-Studio holen können. Preiswerter für uns, die wir die Zeche für die verqueerte Kultur des hofierten Weicheis zahlen müssen.
Heute halten uns Frauen wie Anna Schneider den Spiegel vor und machen sich, vollkommen berechtigt, lustig über die Gummibärchen-Repliken mit Restbeständen an Testosteron.
Was ist das aber auch für eine jämmerlich weinerliche Truppe, die sich von einer grünen Kampfemanze in die Tonne treten läßt. Das ist so erbärmlich. Noch viel erbärmlicher ist aber, daß sich ein Volk einer Riege ausgesuchter Jammerlappen unterordnen will.
Der kernige deutsche Mann wurde zum Auslaufmodell. Bis zur Unkenntlichkeit verpfropft, mutierte er zu einem leicht zu führendem biegsamen Wesen, das wie Wachs in den Händen einer bigotten, feminin dominierten Gesellschaft aufwachte und nun dumm aus der Wäsche guckt.
Er wird nichtmal vermißt. Bei Bedarf jederzeit ersetzbar durch ein importiertes Überangebot an romantisch verklärten Archetypen mit dem Sex-Appeal des maskulinen Retroklassikers.
(pi-news.net)
